Es gibt nur gut 27 Millionen Skandinavier:innen weltweit. Das sind nur drei Prozent der Einwohner:innen von ganz Europa. Ich möchte mich dennoch näher mit den Skandinavierinnen und genauer gesagt mit ihrer Schönheit beschäftigen …

Schönheitsideale: Skandinavien vs. Deutschland

Skandinavische Frauen gelten mitunter als die schönsten Frauen der Welt. Aus meiner Sicht liegt das zum einen an ihrem besonderen Kleidungsstil, aber auch daran, dass sie irgendwie ganz besonders zu strahlen scheinen. Ich will herausfinden, warum Skandinavierinnen eigentlich als so schön gelten und ihre Ideale mit denen der Deutschen vergleichen. Finde ich Parallelen und warum sind die Deutschen allgemein so fasziniert von der Eleganz der Skandinavierinnen?

Frau in Bikini mit Blume
Die neue Kampagne von H&M zeigt, dass die Modeindustrie langsam auch bodypositive wird. Credit: IMAGO / Westend61

1. Bodypositive

Noch immer wird in den Magazinen, den Social Media-Plattformen und den Werbebannern dieser Welt ein völlig falsches Schönheitsideal propagiert. Schönheit kommt demnach oft von einem makellosen Teint, einer durchtrainierten Figur und einem perfekten Styling. Skandinavien schafft gerade einen Shift von diesen alten Mustern hin zu deinem neuen und sehr viel offeneren Frauenbild.

Schon im Jahr 2018 wurde in Dänemark ein Gesetz erlassen, nachdem man Werbung, die gephotoshoppt wurde, extra markieren muss. So soll sich einem unrealistischen Frauenbild widersetzt werden. Den Dän:innen war nämlich aufgefallen, dass diese Art der Werbung psychische Probleme und eine falsche Selbstwahrnehmung triggert. Dänemark, das zu den meistentwickelten Ländern der Welt zählt, schafft es somit, einen wichtigen Schritt in die richtige Richtung zu gehen. Nämlich die, dass normale Körper schöne Körper sind.

Was ist denn eigentlich Bodipositive? Wir erklären dir das Phänomen.

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Skandinavische Frauen tragen oft entspannte Kleidung. Credit: IMAGO / Westend61

2. They fucking don’t care

Lässigkeit ist den Skandinavier:innen sehr wichtig. So wird man hier viel weniger Frauen erblicken, die sich kleiden wie Shirin David und Co. Statt aufgeklebten Wimpern, Po-Implantaten und Glitzerfummel finden wir in Skandinavien eher gedeckte Farben, eine unaufwendige Frisur und robustes Schuhwerk.

Einer der Gründe hierfür ist, dass die Skandinavier:innen einfach viel zu viel Land um sich herum haben. Wenn man nicht gerade in Stockholm oder Kopenhagen wohnt, dann sollte man sich darauf gefasst machen, teilweise weit und breit niemanden um sich zu haben. Das Land ist zudem sehr wild und voller Seen. Skandinavier:innen müssen öfter mal von Pumps auf Gummistiefel umsteigen.

Mit den Farben Schwarz und Weiß lässt sich spielen. Credit: BryndisxThorsteinsdottirx h_00539053

3. Schwarz & Weiß?

Das Erste, was uns in den Sinn kommt, wenn wir an eine skandinavische Frau denken: Blondes Haar und ein nettes Lächeln? Das auch. Doch den skandinavischen Stil macht noch etwas anderes aus: Die Farben Schwarz und Weiß spielen eine zentrale Rolle bei der Outfit-Wahl. Ich beschreibe hier bewusst Schwarz und Weiß als „Farben“, denn sie werden bei Skandinavier:innen gerne stilecht und spielerisch eingesetzt.

Skandinavische Schönheitsideale: Was können wir daraus lernen?

Deutschland und Skandinavien sind sich in mancherlei Hinsicht sehr ähnlich: So lieben wir Deutschen einen natürlichen Look. Im Vergleich zu den US-Amerikaner:innen haben wir beispielsweise viel weniger Schönheitsoperationen. Wenn du dir genauer anschauen möchtest, wie sich die Schönheitsideale zwischen deutschen Frauen und amerikanischen Frauen unterscheiden, dann schau einmal hier vorbei.

Auch in unserem Podcast besprechen wir das Thema Schönheitsideale.

Allerdings sollten wir Deutschen uns im Klaren darüber sein, dass Skandinavier:innen gesellschaftlich und in ihren Schönheitsidealen teilweise schon viel weiter sind als wir. So haben wir beispielsweise keine Photoshop-Kennzeichnung von Werbung wie sie im Jahr 2018 in Kopenhagen eingeführt wurde. Wir bewegen uns aber bereits in die richtige Richtung. Zalando und Asos werben derzeit beispielsweise mit ganz „normalen“ Männern (hier) und Plus-Size-Frauen (hier). Wir haben zwar noch viel zu lernen, aber wir sind auf einem guten Weg.