Was macht uns rassistisch? Diese Frage haben sich schon viele Wissenschaftler gestellt und verschiedenste Studien versuchen eine Antwort darauf zu finden.

Was macht Menschen rassistisch?

Allgemein wird angenommen, dass verschiedene Faktoren zu einer rassistischen Haltung führen. Kinder haben schon im Alter von drei Jahren Vorurteile und können diese Geschlechtern oder Hautfarben zuordnen. Diese Vorurteile haben sie aus ihrem Umfeld übernommen.

Rassistisch sein ist leichter als Toleranz

Aber Erziehung und Gesellschaft sind nicht allein schuld. Klassifizierung ersparen uns nämlich Denkleistung, deshalb ist der Mensch so schnell gewillt in Schubladen zu denken. Gleichzeitig will man sich und seine „Gruppe“ als besser wahrnehmen und abgrenzen, wie Andreas Beelmann in einem Interview mit Welt erklärt.

black lives matter
Rassismus ist gibt es überall auf der Welt, auch in Deutschland. Aber wo kommt er her?(Photo: wmn)

Die Gesellschaft prägt uns

Und das viel stärker als das eigene Elternhaus. Laut einer Studie sind nämlich Freunde, Schule und Medien viel wichtiger, weil sich Jugendliche dort stärker orientieren. Welche Haltung wir als Kinder und Jugendliche entwickeln, ist auch für unser späteres Leben extrem wichtig, denn auch wenn wir sie unterdrücken können, weil sie gesellschaftlich nicht angesehen sind, tragen wir sie mit uns herum.

Kluge Menschen sind weniger rassistisch oder homophob

Eine britische Studie von 2012 fand heraus, dass Kinder mit niedrigem IQ und schlechten kognitiven Fähigkeiten eher zu rechten und rassistischen Weltanschauungen neigen. Psychologe Gordon Hudson erklärt das damit, dass diese Kinder Stabilität und Sicherheit in ihrer Weltanschauung suchen, die sich besonders in rechten Meinungen finden.

Eine Folgestudie in den USA ergab, dass Menschen mit Schwierigkeiten abstrakt zu denken eher zu Homophobie neigen, gleichzeitig stimmten sie eher rechtem, autoritärem Gedankengut zu.

Rassismus und Diskriminierung
Alle Menschen haben Vorurteile & grenzen sich von bestimmten Gruppen ab,

Vorurteile: Wir haben sie alle!

Eine weitere Studie fand, dass man durch einen hohen IQ nicht gleichzeitig frei von Vorurteilen ist, man richtet sie nur auf andere Menschen. So hatten Menschen mit hohen und niedrigen kognitiven Fähigkeiten ungefähr gleich viele Vorurteile, aber sie verteilten sich auf andere Gruppen.

So hatten Menschen mit niedrigem IQ mehr Vorurteile gegenüber „low choice“ Gruppen, also Menschen, die keine Kontrolle darüber haben, dass sie dieser Gruppe angehören. Während klügere Menschen zu Vorurteilen gegen „high choice“ Gruppen sind, also Menschen, die sich bewusst entscheiden können, ein Teil dieser Gruppe zu sein.

Wie sieht das konkret aus? Dümmere Menschen haben Vorurteile aufgrund von Geschlecht, Herkunft, Hautfarbe oder sexueller Orientierung, sind also eher homophob, rassistisch oder sexistisch. Klügere Menschen hingegen hatten zum Beispiel Vorurteile gegen Leute, die einer Religion angehören, ins Militär gingen, bestimmten Parteien oder Berufsgruppen angehörten.

Brain Shaming
Menschen mit niedrigerem IQ kompenensieren das oft durch ein hohes Selbstbewusstsein & Schubladendenken.

… aber dümmere Menschen denken, sie wären vorurteilsfrei

Wir haben also alle Vorurteile. Schön und gut, aber sind wir und diesen auch bewusst? Diese Frage hat sich eine Studie von 2020 gestellt. Sie untersuchten 307 Teilnehmer und stellten ihnen erst offene Fragen, wie egalitär (streben nach gesellschaftlicher und sozialer Gleichheit) sie sich selbst bezeichnen würden im Hinblick auf Hautfarbe und Geschlecht am Arbeitsplatz. 

Anschließend wurde ein Assoziationstest gemacht, um unterbewusste Vorurteile aus den Testern zu bekommen. Das Ergebnis: Menschen, die überdurchschnittlich viele rassistische und sexistische Vorurteile zeigten, schätzten sich viel egalitärer ein>; während Menschen mit weniger Vorurteilen sich durchschnittlich schlechter einschätzten.

Das nennt man übrigens den Dunning-Kruger Effekt, Menschen mit einem hohen Selbstbewusstsein, tendieren dazu, ihre Fähigkeiten maßlos zu überschätzen und diese sind oft weniger intelligent.

Übrigens: Vorurteile machen dumm!

Das fand eine britische Studie 2003. Demnach schnitten weiße Probanden in einem IQ-Test nach einem Gespräch mit einer schwarzen Person schlechter ab, wenn sie zu Vorurteilen neigen. 

Als Erstes wurde dafür ein Test gemacht, wie stark jede der Personen zu Vorurteilen neigt. Anschließend mussten die Probanden ein Gespräch mit einer Schwarzen Person führen und anschließend einen IQ-Test ablegen. Zwei Wochen später wurde ein Test gemacht, wie stark das Gehirn der Probanden auf Bilder von Schwarzen und weißen Menschen reagiert.

Die Reaktion auf das Bild Schwarzer Menschen war bei den Testpersonen mit starken Vorurteilen erhöht, während bei den Bildern weißer Menschen nichts geschah. Die Wissenschaftler erklären das Ergebnis so: Wer zu rassistischen Vorurteilen neigt, d verbraucht für die Unterdrückung seiner Emotionen, die durch die Vorurteile ausgelöst werden, unnötig Gehirnkapazität, die später an anderer Stelle fehlt.

Anti Rassismus
Rassismus gibt es leider noch immer viel zu viel in Europa. Der Podcast „Geschichten gegen den Hass“ versucht, dagegenzusteuern.

Vorurteile & rassistisches Denken machen uns selbst das Leben schwer

Und den Menschen, gegen die der Hass gerichtet ist, erst recht. Wie Studien zeigen, sind wir alle nicht frei von Vorurteilen, aber wir können sie überwinden. Wie? Zum Beispiel, indem wir mit der Gruppe, gegen die sich unsere Vorurteile richten interagieren. Je mehr (rassistische) Vorurteile wir abbauen, desto besser geht es uns selbst und unserer Gesellschaft.

Wie Alltagsrassismus in Deutschland aussieht, erfährst du hier. Um dich selbst weiterzubilden, empfehlen wir die diese Serien, Instagram-Accounts und Podcasts zum Thema Rassismus.

Noch nicht sicher, wie du Donald Trump labeln sollst? Hier sind seine rassistischsten Aussagen.