Marginalisierte Körper bekommen in der Gesellschaft mehr und mehr Aufmerksamkeit und werden weniger stigmatisiert. Es gibt aber einige Komplimente, die zeigen, wie viel internalisierte Fettphobie noch dahinter steckt. Deswegen solltest du das zu Plus Size Frauen bitte nicht sagen, da das sehr verletzend sein kann.

Plus Size Frauen wollen das nicht mehr hören

Frauen mit marginalisierten Körpern haben es oft schwer, Kleidung zu finden. Vor ein paar Jahren gab es kaum bis gar keine Optionen, die denen mit den kommerziellen Größen gleich kam oder sogar gleich sind. Das war auch lange mein Problem. Durch meinen großen Vorbau, meinen Bauch und meine Beine haben mir viele Klamotten der gängigen Marken nicht gepasst. Nun bin ich froh, wenn ich mal Kleidung finde, die zu den gängigen Trends passen oder schlichtweg eine inklusive Auswahl an Größen haben.

Probleme wie Größen und die Auswahl an modischer Kleidung haben mich und andere Plus Size Frauen sehr frustriert, und das tun sie heute noch. Nur weil wir einen anderen Körper haben, wollen wir nicht von Trends oder der generellen Auswahl an Klamotten ausgeschlossen werden.

Wenn also Frauen, die dick bzw. fett sind wie ich, Klamotten tragen, die genauso aussehen, wie bei Menschen mit konventionellen Konfektionsgrößen, hören wir oft Sätze „Du bist so mutig!“. Das frustriert sehr. Stell dir mal vor, jemand würde dich als mutig bezeichnen, weil du weiße Hosen oder ein Crop Top trägst. Das sieht auch Plus-Size-Model Charlotte Kurt auf TikTok so.

@charlotte_kuhrt

Hört bitte auf dick_fetten Menschen zu sagen sie seien mutig! 🤝#selflove #fat #fatacceptance #fyp

♬ Paper Birds (3 min) – Jordan Halpern Schwartz

Also: Dicke Menschen wollen nicht für ihre Kleidung mutig genannt werden. Jeder hat es verdient sich wohl zu fühlen und seine Freiheit auszuleben.

Internalisierte Fettphobie: Was genau ist das und hab ich sie?

Sätze wie diese zeigen noch etwas anderes: Die internalisierte Fettphobie von dem Menschen, der einem das „Kompliment“ macht, da er oder sie den Körper nicht als neutral oder gleichwertig wie dünnere ansehen. Wenn man Plus Size Frauen sowas sagt, werden sie auch nie in der Gesellschaft als gleichwertig angesehen.

Jeder von uns hat verschiedene Körpertypen, die an irgendeinem Punkt in seinem Leben nicht als gleichwertig angesehen werden. Um das zu ändern, ist einer der To-Dos an seiner eigenen internalisierten Fettphobie zu arbeiten. Das heißt zum Beispiel, dass man nicht sofort alle dicke Menschen als anders oder ungesund sieht oder ihnen ungewünschten Rat zu ihrer Ernährung gibt. Zudem haben viele Menschen mit internalisierter Fettphobie Angst davor zuzunehmen, oder bezeichnen sich selbst als hässlich, wenn sie zunehmen.

Das Body Positivity bzw. Body Neutrality Movement arbeitet daran, genau auf Themen wie diese aufmerksam zu machen. Erfahre hier, wie ich die beiden Bewegungen finde und was ich an ihnen problematisch finde.

Fazit: Wenn du an deiner eigenen internalisierten Fettphobie arbeitest, kannst du selbst glücklicher mit deinem Körper sein und dicken Menschen helfen.

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