Lidl ist seit Jahren für seine bissigen Werbespots bekannt. Immer wieder wird gegen Konkurrent:innen ausgeteilt und die eigenen Produkte hochgehalten. Wirklich außergewöhnlich gutes Marketing würden es die einen nennen. Wirklich gemein, würden es Aldi, Rewe und der Rest nennen. Wir von wmn feiern Lidl erst einmal dafür, dass sie sich selbst in der Coronapandemie nicht die Laune verderben lassen.

Nimm ein paar schlechte Schauspieler:innen, eine noch schlechtere Englisch-Deutsche-Synchro und Verarsche was das Zeug hält. Voilá: Der neue Werbespot von Lidl ist geboren.

Sie gilt schon jetzt als die lustigste Werbung der letzten 10 Jahre: Die neue Lidl-Werbung hat es wirklich in sich. Vor allem, weil hier alle einmal auf die Schippe genommen werden – zuallerst Check 24 und Aldi.

Die neue Lidl-Werbung ist seit gestern (22.04.2021) Auf YouTube zu sehen.

Worum geht es in der Lidl-Werbung?

In dem 2-Minuten-langen Werbespot wird die Geschichte einer Familie erzählt, die sich zum Sonntagsessen trifft. Zu Beginn sehen wir eine junge Frau und ihren neuen Freund, die die Familie ihres Bruders besuchen fahren. Natürlich Corona-getestet!

Die Familienmitglieder werden schon vor dem Eintreffen als „komisch“ beschrieben. Sobald die beiden im Haus der „komischen“ Familie ankommen sind, befinden wir uns offensichtlich im Check 24-Universum. Auf sehr spitze Art wird die etwas grenzdebil wirkende Check 24-Familie verkackeiert.

Corona-Easter Eggs im neuen Lidl-Spot

Direkt zu Beginn des Spots sieht man, dass die beiden Besuchenden sich zuvor gegen Corona haben testen lassen. Sie schnipsen ihre Negetiv-Tests aneinander, während sie noch im Auto sitzen. Dies ist ein schönes kleines Easter Egg, um den Menschen vor den Fernsehern zuhause zu zeigen: „Lasst euch unbedingt testen, wenn ihr eure Familie besucht.“ Dass das auch schon in der Werbung gemacht wird, normalisiert das Testen gegen Corona.

Das zweite Easter Egg: Hamsterkäufe. Nachdem die Familien sich begrüßt haben und eine kleine Tanzeinlage (inklusive Check24-Song) hingelegt haben, geht es an das Sonntagsmahl. Hierzu setzen sie sich gemeinsam an den Tisch. Der Vater hat eine unfassbar große Schüssel Nudeln vor sich stehen. Sie ist so groß, dass ein ganzes Dorf davon eine Woche lang satt werden könnte. Fast.

Das ist höchstwahrscheinlich eine Anspielung darauf, dass dies eine Familie ist, die während der Pandemie wie bekloppt auf Hamsterkäufe gesetzt hat. Nudeln und Klopapier sind wegen Menschen wie diesen auch bei Aldo und Lidl lange Zeit knapp gewesen.

Dann wettert die Lidl-Werbung gegen Aldi

Bei Tische beschreibt der Check 24-Vater außerdem, wie wenig Geld er für die Nudeln ausgegeben habe, die auf dem Tisch stehen. Er sagt „Die habe ich supergünstig bei PIIIEP bekommen.“ Zwar ist der Discounter in der Werbung gepiepst, doch wer die Ohren spitzt, kann noch das „A“ hören, was der Vater eigentlich aussprechen wollte. Wenn das A nicht für Aldi steht, dann wissen wir es auch nicht.

Da das Wort „Aldi“ aber nicht ausgesprochen wird, ist das rechtlich vollkommen in Ordnung.

Der neue Freund der Schwester kontert natürlich gekonnt, indem er von den viel günstigeren Lidl-Produkten schwärmt.

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