Würdest du Gras legalisieren? Falls nicht, dann wird es dich überraschen, dass fast alle Parteien die „Legalisierung von Cannabis“ in ihr Wahlprogramm mit aufgenommen haben – und dass, obwohl die Meinungen hier weit auseinandergehen. Befürworter weisen auf die entspannende Wirkung hin und die medizinische Anwendung. Gegner auf den Suchtfaktor oder die Beeinträchtigung verschiedener geistiger Fähigkeiten. Fest steht jedoch, dass die Mehrheit der Parteien der Legalisierung positiv gegenübersteht. Woran das liegt und um welche Parteien es sich handelt, erfährst du hier.

Kleiner Hinweis: Mit diesem Artikel wollen wir dich keinesfalls dazu motivieren, den nächsten Joint anzuzünden, denn nach wie vor handelt es sich bei Cannabis um eine Droge mit Suchtfaktor. Vielmehr wollen wir dir einen Überblick darüber geben, wie die einzelnen Parteien dazu stehen und dir zeigen, welche Vorteile eine Legalisierung haben könnte.

Welches Risiko geht von der Droge aus?

Cannabis hat mittlerweile viele Namen: Hanf, Weed, Haschisch oder Marihuana. Gemeint ist jedoch immer in etwa das Gleiche. Eine Heilpflanze, deren Kräfte schon seit Tausenden von Jahren bekannt und genutzt werden. Sie stammt ursprünglich aus Zentralasien und breitete sich von dort über die ganze Welt aus. Dabei wurde sie nicht nur als Rauschmittel, sondern auch als Medizin und als Nutzpflanze bei der Herstellung von Seilen und Textilien verwendet. Heutzutage ist sie eher als Droge bekannt – und obwohl  einige Parteien die Droge legalisieren wollen, birgt der Konsum von Cannabis, wie bei anderen Drogen auch, Risiken mit sich. Dazu gehören:

  • Das während oder kurz nach dem Konsum das Kurzzeitgedächtnis beeinträchtigt werden kann.
  • Es zu Angstzuständen, Verwirrtheit, Panik oder paranoiden Wahnvorstellungen kommen kann.
  • Es möglich ist, dass regelmäßiger Cannabiskonsum zu dauerhaften Psychosen führen kann. (Dies ist jedoch noch nicht abschließend geklärt).
  • Weiterhin kann es auf Dauer die Atemwege schädigen
  • Cannabis kann die Lernfähigkeit und das Gedächtnis einschränken.
  • Laut einer Studie aus den USA kann der Konsum bei unter 45-jährigen sogar das Risiko eines Herzinfarktes fast verdoppeln.

Von Cannabis geht somit nach wie vor ein gewisses Risiko aus. Dennoch: Es gibt auch genügend Gründe, die dafür sprechen Gras zu legalisieren.

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Gras zu legalisieren kann eine Menge Vorteile haben.

Gras legalisieren: Welche Argumente sprechen dafür?

Alle Parteien, außer die CDU und die AFD, sprechen sich für die Legalisierung von Cannabis aus – wenn auch in unterschiedlichem Maße. Hierfür gibt es einige Gründe. Bei der Legalisierung würden nicht nur die Konsumenten, sondern auch die Wirtschaft profitieren. Außerdem könnte der Verkauf staatlich kontrolliert werden, das gilt sowohl für die Qualität als auch die Mengenangaben.

Der Kauf wäre dann nur mit einer Lizenz möglich. Wer Cannabis auf legalem Wege kaufen kann, kommt auch weniger mit kriminellen Dealern und harten Drogen in Berührung. Hinzu kommt, dass das körperliche Suchtrisiko bei Gras geringer ist als bei Alkohol oder Nikotin. Es gibt somit auch einige Vorteile, die auch den Parteien nicht entgangen sind. Daher sprechen sich einige in ihrem Wahlprogramm für die Legalisierung von Gras aus. Um welche Parteien es dabei geht, erfährst du jetzt:

1. Wahlprogramm die Grünen

Die Grünen legen in ihrem Wahlprogramm einen anderen Schwerpunkt. Statt das Thema wie die Union unter dem Thema „Sicherheit“ zu behandeln, steht es bei ihnen unter „Gesundheit“. Das Verbot von Cannabis solle demnach mehr Probleme verursachen als es löst; sie fordern daher einen grundlegenden Wandel in der Drogenpolitik. Zukünftig solle Cannabis in lizenzierten Fachgeschäften verkauft werden – auf den Jugend- und Verbraucherschutz solle hierbei geachtet werden.

2. Wahlprogramm der SPD

Ein Blick in das Wahlprogramm der SPD verrät: Bei Cannabis handelt es sich um eine „gesellschaftliche Realität“, ähnlich wie Alkohol. Sie sprechen sich daher gegen die Kriminalisierung der Droge aus und befürworten eine „regulierte Abgabe von Cannabis an Erwachsene“. Das organisierte Verbrechen soll hierbei weiter ermittelt, kleinere Mengen jedoch nicht mehr strafrechtlich verfolgt werden. In kleinen Modellprojekten von Ländern und Kommunen können dies getestet werden. Wichtig ist dabei, dass es im Gegenzug mehr Prävention, Beratung und Behandlungen für Jugendliche geben soll.

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3. Wahlprogramm die Linke

Die größte Veränderung im punkto Drogenpolitik gibt es im Wahlprogramm der Linken. Statt den Besitz von Cannabis strafrechtlich zu verfolgen, sollen die Betroffenen beraten werden – die Linken setzen damit auf Prävention, Beratung und Hilfe. Den „Wunsch nach Rausch“ wollen die Linken nicht moralisch werten und daher Gras legalisieren und den Bürgern den Eigenanbau erlauben.

4. Das Wahlprogramm der FDP

Die FDP setzt beim Thema Cannabis auf eine „kontrollierte Freigabe“. Ähnlich wie auch bei den Grünen soll Cannabis in speziellen Geschäften erhältlich sein. Erwachsene sollen Cannabis zum Beispiel in Apotheken oder lizensierten Geschäften kaufen können. Bis zu 15 Gramm soll eine Person hier besitzen dürfen. Außerdem: Die Einnahmen aus der Besteuerung von Cannabis sollen für Prävention, Suchtbehandlung und Beratung eingesetzt werden. Mit zehn Euro pro 100 mg enthaltenem THC sollen Einnahmen von einer Milliarde Euro pro Jahr generiert werden. „Diese Einnahmen entfielen dann für das organisierte Verbrechen“, schreibt der Sprecher, Wieland Schinnenburg, für Drogen- und Suchtpolitik.

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Fazit: Fast alle Parteien wollen Gras legalisieren

Auf den ersten Blick klingt es wenig sinnvoll, eine Droge wie Cannabis zu legalisieren. Dabei würde die Legalisierung einige Vorteile mit sich bringen. Genau aus diesem Grund wurde sie auch bei fast allen Parteien mit ins Wahlprogramm aufgenommen. Wie die Legalisierung aussehen soll, unterscheidet sich jedoch. So wollen die Linken den „Wunsch nach Rausch“ nicht moralisch werten, während der SPD eine regulierte Abgabe besonders wichtig ist.

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