Unsere Gesellschaft ist voll von unrealistischen Schönheitsidealen und Vorstellungen. Frauen sollen dünn sein, aber auch nicht zu dünn, sondern auch sportlich. Sie sollen große Brüste haben, aber natürlich eine schmale Taille. Ein großer Hintern und dünne Beine dürfen natürlich auch nicht fehlen. Diese Ideale sind fast nicht auf natürliche Weise zu erreichen. Plus Size-Frauen, die noch weniger in dieses Bild passen, erhalten deswegen des Öfteren Komplimente und Ratschläge, bei denen internalisierte Fettphobie dahinter steckt. Deswegen solltest du das zu Plus Size Frauen bitte nicht sagen, da das sehr verletzend sein kann.

1. „Du hast so ein hübsches Gesicht.“

Der Klassiker! Viele Plus Size-Frauen bekommen des Öfteren das „Kompliment“, dass sie ja doch hübsche Gesichter hätten. Dies impliziert, dass die ganze Person erst hübsch ist, wenn der Körper auch den allgemeinen Schönheitsidealen entspricht. Nur weil eine Person dicker ist, heißt das nicht, dass sie automatisch hässlich ist. Diese Art Kommentare sind sehr beleidigend. Stell dir mal vor, jemand würde zu einer dünnen Person sagen, sie hätte so ein hübsches Gesicht, wäre sie nur mal etwas kräftiger.

2. „Du bist so mutig!“

Frauen mit marginalisierten Körpern haben es oft schwer, Kleidung zu finden. Vor ein paar Jahren gab es kaum bis gar keine Optionen, die denen mit den kommerziellen Größen gleich kam oder sogar gleich sind. Das war auch lange mein Problem. Durch meinen großen Vorbau, meinen Bauch und meine Beine haben mir viele Klamotten der gängigen Marken nicht gepasst. Nun bin ich froh, wenn ich mal Kleidung finde, die zu den gängigen Trends passen oder schlichtweg eine inklusive Auswahl an Größen haben.

Probleme wie Größen und die Auswahl an modischer Kleidung haben mich und andere Plus Size Frauen sehr frustriert, und das tun sie heute noch. Nur weil wir einen anderen Körper haben, wollen wir nicht von Trends oder der generellen Auswahl an Klamotten ausgeschlossen werden.

Wenn also Frauen, die dick bzw. fett sind wie ich, Klamotten tragen, die genauso aussehen, wie bei Menschen mit konventionellen Konfektionsgrößen, hören wir oft Sätze „Du bist so mutig!“. Das frustriert sehr. Stell dir mal vor, jemand würde dich als mutig bezeichnen, weil du weiße Hosen oder ein Crop Top trägst.

Also: Dicke Menschen wollen nicht für ihre Kleidung mutig genannt werden. Jeder hat es verdient sich wohl zu fühlen und seine Freiheit auszuleben.

3. „Hast du schon mal diese Diät probiert?“

Vielleicht sind diese Ratschläge nett und gut gemeint, das heißt allerdings nicht, dass sie weniger verletzen. Viele Plus Size-Frauen müssen sich immer wieder anhören, welche Diäten bei irgendwelchen Verwandten oder Freunden funktioniert haben, damit sie endlich abnehmen. Es gibt viele Menschen, die wegen Krankheiten nicht abnehmen können, oder auch einfach nicht mit ihrem Gewicht unzufrieden sind.

Internalisierte Fettphobie: Was genau ist das und hab ich sie?

Sätze wie diese zeigen noch etwas anderes: Die internalisierte Fettphobie von dem Menschen, der einem das „Kompliment“ macht, da er oder sie den Körper nicht als neutral oder gleichwertig wie dünnere ansehen. Wenn man Plus Size Frauen sowas sagt, werden sie auch nie in der Gesellschaft als gleichwertig angesehen.

Jeder von uns hat verschiedene Körpertypen, die an irgendeinem Punkt in seinem Leben nicht als gleichwertig angesehen werden. Um das zu ändern, ist einer der To-dos an seiner eigenen internalisierten Fettphobie zu arbeiten. Das heißt zum Beispiel, dass man nicht sofort alle dicke Menschen als anders oder ungesund sieht oder ihnen ungewünschten Rat zu ihrer Ernährung gibt. Zudem haben viele Menschen mit internalisierter Fettphobie Angst davor zuzunehmen, oder bezeichnen sich selbst als hässlich, wenn sie zunehmen.

Das Body Positivity bzw. Body Neutrality Movement arbeitet daran, genau auf Themen wie diese aufmerksam zu machen. Erfahre hier, wie ich die beiden Bewegungen finde und was ich an ihnen problematisch finde.

Fazit: Wenn du an deiner eigenen internalisierten Fettphobie arbeitest, kannst du selbst glücklicher mit deinem Körper sein und dicken Menschen helfen.

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