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Rentenberechnung: Darum sind Ostdeutsche Beitragszahler im Nachteil

Bisher wurden Einkommen aus dem Osten bei der Rentenberechnung stärker gewichtet. Diese Unterscheidung wird seit 2018 schrittweise reduziert. Ein Umstand, der sich für viele Ostddeutsche zum Nachteil auswirken könnte.

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Damit man beim Thema Rente wieder durchblickt, räumen wir mit den sieben gängigsten Renten–Irrtümer auf.Dieses Video wurde mit der Hilfe von KI erstellt und vor der Veröffentlichung von der Redaktion sorgfältig geprüft.

Die Rentenangleichung in Deutschland hat einen Haken: Der Wegfall eines Ausgleichsfaktors führt dazu, dass Beitragszahler im Osten schlechter gestellt werden. Insbesondere Neurentner:innen drohen sogar niedrigere Altersbezüge. Die genauen Hintergründe erklären wir dir im Folgenden.

Ifo-Studie: Rentner mit Ost-Einkommen künftig im Nachteil

Laut einer Untersuchung des Ifo-Instituts könnte das Angleichen der Rentenberechnung in Ost und West dazu führen könnte, dass Beitragszahler in Ostdeutschland schlechter gestellt werden. Bisher wurden Ost-Einkommen bei der Rentenberechnung höher bewertet, um sicherzustellen, dass niedrigere Löhne im Osten nicht zu niedrigeren Rentenansprüchen führen. Doch seit 2018 wird diese Unterscheidung schrittweise abgebaut.

Aus der Perspektive der Beitragszahler und Beitragszahlerinnen in Ostdeutschland ergibt sich ein offensichtlicher Nachteil durch die Abschaffung der Hochwertung. Dies liegt daran, dass aufgrund der noch nicht vollständigen Angleichung der Löhne die Rentenanwartschaften nun deutlich geringer ausfallen werden als zuvor, erklärt Professor Joachim Ragnitz. 

Gegenwärtig liegen die Bruttoverdienste pro Arbeitnehmer in Ostdeutschland bei 82,8 Prozent des westdeutschen Niveaus. Dies bedeutet, dass der bestehende Lohnunterschied in Ostdeutschland für einen Großteil der Beschäftigten auch zu niedrigeren Rentenzahlungen führen wird. Laut den Berechnungen erwarb ein:e Arbeitnehmer:in im Jahr 2018 bei einem durchschnittlichen Einkommen im Osten eine monatliche Anwartschaft von 37,60 Euro für jeden Rentenpunkt. Inzwischen ist dieser Betrag auf lediglich 31,51 Euro gesunken.

Deutschen Rentenversicherung widerspricht dem ifo-Institut

Die Leiterin der Deutschen Rentenversicherung, Gundula Roßbach, widerspricht den Berechnungen des ifo-Instituts und erklärt, dass aufgrund der Angleichung des „aktuellen Rentenwerts“ in diesem Jahr ostdeutsche Rentner nun auf dem gleichen Niveau wie westdeutsche Rentner stehen. Sie weist darauf hin, dass Lohnunterschiede nicht nur zwischen den alten und neuen Bundesländern, sondern auch innerhalb Westdeutschlands existieren, was zu regional unterschiedlichen Rentenhöhen in den alten Bundesländern führt.

Quellen: Ihre Vorsorge und Tagesspiegel

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