Deutschland gilt noch immer als die Bargeldnation – und das, obwohl selbst wir uns in Zeiten von Corona daran gewöhnt haben, die meisten Geschäfte mit der EC-Karte abzuschließen. Selbst in den meisten Bäckereien ist es mittlerweile möglich, ein Brötchen und einen Kaffee bargeldlos zu begleichen. Möglich ist es zwar und doch werden noch immer 96 % der Transaktionen in Deutschland von null bis fünf Euro bar bezahlt und nicht mit der Girokarte. Ist Deutschland also schon bereit dafür, das Bargeld irgendwann ganz abzuschaffen? Noch können es sich nur die Wenigsten vorstellen. Dabei wird es laut Expert:innen kein 10 Jahre mehr dauern, bis das Bargeld endlich weg ist.

Wer braucht Bargeld? Das sind die Alternativen

Obwohl wohl jede:r von uns immer und überall eine Brieftasche mit ein paar Münzen und noch mehr Scheinchen darin dabei hat, gibt es schon jetzt grandiose Alternativen, von denen wir Gebrauch machen können und sollten. Natürlich muss man weiterhin in der Kneipe, beim Kiosk oder auch beim Sptäi, auf dem Markt und bei Ebay-Kleinanzeigen-Privatverkäufen mit den Münzen zu klimpern, aber bei den meisten Transaktionen ist Bargeld nicht mehr wichtig. Diese Alternativen gibt es:

  • Girokarte oder Kreditkarte
  • PayPal
  • Google Pay oder Apple Pay
  • Krypto-Währungen wie BitCoin oder Etherium
  • Bald wird es auch digitales Zentralbankgeld, den sogenannten Digitalen Euro geben

Bargeld abschaffen? Seit Corona nicht mehr undenkbar

Durch Corona mussten sich viele Sektoren unseres täglichen Lebens digitalisieren, die wir vorher nicht bedacht hatten. Plötzlich ist es ganz normal im Homeoffice zu arbeiten und sich mit seinen Kolleg:innen im GoogleMeet zu treffen. Online-Shopping hat sich von Kleidung und Schuhen auf Lebensmittel ausgeweitet. Wir gehen mit echten Fortschritten voran!

Und trotzdem sind wird noch ziemlich tief drin in unserer Bargeldliebe. Dass die allermeisten Deutschen Beträge von unter 5 Euro mit Bargeld bezahlt werden, ist wahrscheinlich den meisten klar. Aber selbst Beträge von über 500 € Euro werden von einem Viertel der Deutschen Bargeld bezahlt.

WertBargeldandere Zahlungsmittel
unter 5 Euro96 %4 %
5 bis 20 Euro90 %10 %
20 bis 50 Euro68 %32 %
50 bis unter 100 Euro42 %58 %
100 bis unter 500 Euro30 %70 %
ab 500 Euro24 %76 %
Diese Tabelle wurde von Bezahlen.de übernommen

 Faktoren, die Bargeld verdrängen

Das Bargeld wird natürlich nicht von heute auf morgen verschwinden. Einige Faktoren, die vor allem jetzt gerade die Welt auf den Kopf stellen, werden das aber definitiv beschleunigen. 

1. Corona-Hygiene

Ein Faktor, an den nur wenige Menschen denken, ist das kontaktlose Zahlen im Supermarkt. Obwohl die Regeln bereits weitestgehend wieder eingestampft wurden, ist das Zahlen mit der Münze noch immer ein Problem für viele. Vor allem Kassierer haben es verständlicherweise ganz gern, wenn man ihnen von nun an mit der Kreditkarte entgegenkommt.

Geld sparen
Bargeld ist noch immer der Deutschen liebstes Zahlungsmittel. Aber wie lange noch?(Photo: Yulia Grigoryeva/ istock)

2. Akzeptanz steigt

Derzeit sind die Deutschen im Online-Banking noch nicht sehr weit. Im Einzelhandel sind es noch immer ¾ der Einkäufe, die mit Bargeld beglichen werden. Expert:innen rechnen aber damit, dass 2015 gut die Hälfte der Menschen auch kleinere Beträge mit der Karte zahlen.

Das Vertrauen in Smartphones und den Schutz, den sie Verbraucher:innen geben, ist in den letzten Jahren bereits stark gewachsen. Dieses Vertrauen wird (bei keinen schlimmeren Geld-Skandalen) weiter wachsen. Genau diese Entwicklung sehen wir derzeit bereits in Skandinavien.

Gleichzeitig sinkt das Vertrauen in das „normale“ Geld. Stattdessen finden die Menschen immer mehr Gefallen an Kryptowährungen, die unabhängig sind und ohne eine Zentralbank auskommen.

3. Deutschland ist immer ein wenig hinterher

Anscheinend brauchen wir Deutschen für den Trend des bargeldlosen Bezahlens länger als unsere hippen Nachbarn im hohen Norden. In Schweden ist es schon heute ganz normal, dass man über Monate keine Geldscheine in der Hand hat.

Um das Bargeld abzuschaffen, hat Schweden allerdings einige Maßnahmen getroffen. Beispielsweise wurden innerhalb von 2 Jahren 900 Geldautomaten geschlossen und im Supermarkt ist das Bezahlen mit Bargeld auf 500 Kronen (gut 50 €) beschränkt. Bis 2030 plant Schweden die erste Cashless Society zu werden. Komplett ohne Bargeld.

In Deutschland ist das noch undenkbar. Schweden ist für uns aber immer der modische Vorreiter; da wird es auch beim Bargeld bald soweit sein.

4. Es wird uns so einfach gemacht

Es ist schlicht so viel bequemer seine Karte herauszuholen, als stundenlang nach Münzgeld zu kramen, wenn man sich mal eben eine Cola im Supermarkt holen möchte. Seitdem es das kontaktlose Bezahlen gibt, müssen wir nicht einmal mehr unsere Pin eingeben. 

Einfacher geht es nicht. Sobald die Skeptiker:innen verstanden haben, dass das Geld hier dennoch verschlüsselt abgehoben wird und Diebstahl sehr unwahrscheinlich ist, wird es bald schon flächendeckend Anklang finden.

5. Gesetze könnten geändert werden

Die deutschen Gesetze zu ändern, um das Bargeld abzuschaffen, ist schon seit Jahren in aller Munde. Befürworter sind vor allem davon überzeugt, dass durch das Verbot von Bargeld die Kriminalität stark zurückgehen würde. Geldwäsche, Drogengeld und Schutzgeld werden derzeit meist mit Bargeld erledigt und das würde es den Übeltätern weitaus schwieriger machen.

glücklich sein
Geld spielt auch eine Rolle, wenn es ums glücklich sein geht.(Photo: undrey istock)

Dein Geld ist dir wichtig? Gerade dann solltest du auf Bargeld verzichten. Denn je mehr Bargeld man in der Tasche hat, desto gewillter ist man, es auszugeben. Der sogenannte Latte-Faktor ist daran schuld.

Wie man sein Geld richtig spart ist ein Mysterium für sich. Klar ist aber, dass Sparen für Männer und Frauen jeweils komplett unterschiedlich ist.

Warum ist das Geld eigentlich gerade bei Frauen immer so schnell weg? Das liegt daran, dass Frau sein richtig teuer ist.