Die einen machen es oft, die anderen eher selten und wieder andere behaupten, es gar nicht zu tun: Pornos gucken. In Deutschland schauen sich laut Statista mehr als 14 Millionen Menschen regelmäßig Sexfilmchen an. Dabei klicken sich Männer mit 75 Prozent deutlich mehr durch Pornhub & Co. als Frauen mit 25 Prozent. Doch neben der Geschlechterverteilungen ist auch die Frage, warum Pornos überhaupt geguckt werden, äußerst spannend. Denn die Antworten darauf sind teilweise ziemlich verrückt, wie eine aktuelle Studie zeigt.

Warum Pornos? Die Antworten sind teilweise kurios!

Ein Forscherteam, unter anderem von der University of Montreal in Kanada, untersuchte jüngst die Gründe dafür, warum Menschen Pornos schauen. Die Ergebnisse dazu wurden im vergangenen März in der Fachzeitschrift Psychology of Addictive Behaviors  veröffentlicht – und die haben es in sich. Denn die Forschenden haben sich auch angesehen, wie problematisch manche Motive sind.

Aber der Reihe nach. Laut den Untersuchungen der Wissenschaftler:innen ergab sich durch Stichproben verschiedener Proband:innen folgende Rangliste, warum Pornos hauptsächlich geguckt werden.

  1. Sexuelles Vergnügen 45,2 %
  2. Sexuelle Neugier 12,3 %
  3. Fantasie 9,6 %
  4. Selbsterkundung 6,6 %
  5. Fehlende sexuelle Befriedigung 5,9%
  6. Vorbeugung vor Langeweile 4,0 %
  7. Emotionale Unterdrückung oder Ablenkung 2,2 %
  8. Stressreduktion 2,1 %
  9. Anderes, wie zufälliger Porno-Konsum 7,3 %
  10. Unspezifische positive Antworten, wie „Weil Pornos gut sind“ 4,9%
Selbstbefriedigung mit Pornos
Die Grunde fürs Anschauen von Pornofilmen sind vielfältig. Credit: Imago Images/ Kaspars Grinvalds

Diese Beweggründe fürs Gucken von Pornos sind unerwartet

Wenig überraschend waren sexuelles Vergnügen, sexuelle Neugier und Fantasie die Hauptgründe, warum Menschen Pornos konsumieren. Doch auch Stress, Ablenkung oder sogar Unterdrückung von Gefühlen wurden des Öfteren bei der Studie genannt.

So verrückt das auf den ersten Blick klingen mag – dahinter kann sogar ein Problem stecken. Denn laut des Forscherteams benutzen gerade diejenigen, die einen bedenklichen Pornokonsum haben, solche Sexfilme, um sich selbst zu behandeln und ihren Stress zu bewältigen. Allerdings kann das Anschauen von Pornos überhand nehmen und und selbst zu einer Quelle von Stress und Beziehungskonflikten entwickeln.

Oder, um es in den Worten der Wissenschaftler:innen zu sagen: Problematischer Pornokonsum zeigt sich eher bei Menschen, “die Pornografie nicht nur dafür nutzen, um ihren Stress zu reduzieren, sondern auch, um negative Gefühle zu vermeiden, ihre Probleme zu vergessen und der realen Welt zu entkommen.“

Warum bestimmte Beweggründe zu Pornosucht führen können

Dies deutet laut der Forscher:innen darauf hin, dass sich Pornosucht nicht nur bei Menschen mit bestimmten Persönlichkeitsmerkmalen wie z. B. Impulsivität und Zwangsstörungen entwickeln kann, sondern auch denjenigen, die sich überfordert fühlen und nicht in der Lage sind, ihre Emotionen erfolgreich zu bewältigen oder zu regulieren.

Um genau mit solchen Problematiken umzugehen, schlagen die Expert:innen vor, zum Beispiel Entspannungstechniken anzuwenden, um die Entwicklung problematischer Gewohnheiten beim Pornogucken zu verhindern.

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