Sex hat seit dem Anfang der Menschheitsgeschichte einen unfassbar hohen und wichtigen Stellenwert. Und der Umgang mit eben jenem hat sich über die Jahrtausende immer wieder verändert. Die Menschen in der Steinzeit besaßen wahrscheinlich noch nicht so ausgefeilte Verführungskonzepte wie wir heute. 

Das Mittelalter stellte eine lange Ära der Prüderie und der Verbote dar. Die Antike hingegen war eine Zeit der Orgien, der sexuellen Experimente und der gefeierten Libido. Wir machen einen Ausflug in die Geschichte, um zu sehen, was wir uns vom Sex in der Antike noch abschauen können.

Die Antike: Sex bei den Griechen & Römern

In der Antike (ca. 800 bis 600 vor Christus) war das schöne Leben geprägt von Sex, Alkohol und Freizügigkeit. Eine wunderbare Mischung, allerdings in erster Linie für den Mann. Was das bedeutet und was wir dennoch von dem Sex in der Antike über Freizügigkeit lernen können.

1. Empfängnisverhütung

Schon damals war den Menschen klar, dass viel ungeschützter Geschlechtsverkehr zu vielen kleinen Babys führt. Da es weder Kondome, noch andere Verhütungsmehtoden gab, entwickelten die Frauen Abwehrmechanismen. Nicht gegen die Männer, mit denen sie schliefen. Sondern nur gegen den in sie eindringenden Samenerguss. Der römische Dichter Lukrez beschreibt es so: 

„Geile Bewegungen nützen den Gattinnen nicht im geringsten. / Sie widersetzen sich nur der Empfängnis und können sie hemmen, / wenn sie wollüstig, mit schwingenden Hüften, den drängenden Gatten / auffangen, ihn zum Erguss noch reizen mit wogenden Brüsten … lassen (sie) den Ausstoß des Samens das Ziel nicht erreichen“

Als Frau soll man sich also zurückziehen, wenn man Gefahr läuft, ungewollt schwanger zu werden. Das war eine der wenigen Alternativen, die man beim Verhüten hatte.

Die Verhütung im Mittelalter war schon etwas ausgeklügelter, aber noch immer nicht der Hammer.

Altes griechenland Antike
Im Film „Der Koloss von Rhodos“ wissen die alten Griechen, wie man es sich gutgehen lässt.(Photo: imago images/Everett Collection)

2. Keine Sorgen

In der Antike gab es keine Sorgen vor sexuell übertragbaren Krankheiten. Syphilis, Chlamydien oder Aids waren damals einfach kein Thema. Die größte Sorge eines Paares war tatsächlich eine etwaige Schwangerschaft.

3. Stellungswechsel

Besagter Dichter Lukrez hatte auch noch eine Meinung zu den Sexstellungen, die man einnehmen sollte. Die Missionarsstellung sollte gemieden werden, es wurde “a tergo” gevögelt, was “von hinten” heißt.

4. Immer & überall

Sex war so “normal”, dass man im alten Rom beinahe nirgendwo hinkonnte, ohne irgendeinem Geschlechtsakt beizuwohnen. Sei es in der Gaststube nach einem guten Mahl, oder in einer etwas verwinkelten Seitengasse bei strahlendem Sonnenschein.

5. Mit wem auch immer

Die Monogamie war den Menschen in der Antike bereits ein Begriff, doch sie sahen das Ganze nicht allzu eng. Als Mann war es ganz normal, sich hier und da Liebschaften und Techtelmechtel anzulachen. Als Frau wurde es schon weniger gern gesehen. 

In einer Ehe wurde Sex zum größten Teil der Fortpflanzung wegen gehabt. Spaß und Erleichterung erfuhr man bei flüchtigen Bekanntschaften oder Prostituierten. Dass richtig guten Sex eigentlich nur geben kann, wenn Liebe im Spiel ist, war den Leuten damals wohl noch nicht klar.

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Sex in der Antike musste nicht unbedingt nur zu zweit stattfinden.(Photo: imago images/Everett Collection)

6. Pornos

Obwohl Sex irgendwie allgegenwärtig war, bekamen die Menschen nicht genug. Sie zeichneten so das, was sie täglich sahen und das, was sie sich zudem vorstellten an Wände, Hausmauern und Öllampen. So erhellten Bilder von kopulierenden Männern, Frauen, Schweinen, Ziegen und so weiter die Hallen der alten Römer.

7. Sex mit Tieren

Heute vollkommen undenkbar, damals gar nicht so unüblich. Es kam allerdings sehr darauf an, mit welchen Tieren “Liebe gemacht” wurde. In Griechenland wurde Sex mit einer Ziege zum Beispiel als “von göttlicher Natur” angesehen. Denn der Halbgott Pan war und ist in der griechischen Mythologie eine Mischung aus Mann und Ziege. In manchen Tempeln wurden so Ziegen gehalten.

8. Inzest

Geschlechtsverkehr mit der eigenen Familie wurde bei den meisten Völkern als Frevel angesehen. In der Antike sogar als größerer Frevel als Sex mit Tieren. Denn sehr schnell war klar, dass die Kinder, die aus diesen Verbindungen entstanden, nicht besonders helle waren. 

Trotzdem war es manchmal unausweichlich, denn die Welt war noch nicht so bevölkert wie heute. Viele Dörfer sahen über Monate und Jahre nur ihre nächsten Nachbarn und hatten keine Möglichkeit, Diversität in ihren Stammbaum einzubauen.

Sex war früher echt gewöhnungsbedürftig

Im alten Rom und in Zeiten als die griechische Mythologie entstand, war Sex allgegenwärtig. Er war weder verklemmt, noch verboten. Die Freizügigkeit, die die Menschen in der Antike an den Tag legten, ist das krasse Gegenteil zu dem Sex, der im Mittelalter erlaubt war. Damals herrschten nämlich die Christen über über alles und jeden. Warum die Christen Sex so sehr hassten, erfährst du hier.