Sex war im Mittelalter streng reguliert. Man konnte nicht einfach nach Lust und Laune die Laken verwüsten, weil man gerade einen schlechten Tag im Büro hinter sich lassen wollte. 

Die Kirche machte selbst Ehepaaren einen fetten Strich durch die Rechnung und zwang Bettgefährten unnötige Regeln auf, bei denen sich heute jeder am Kopf kratzen würde. Die Verhütungsmethoden waren im Mittelalter dementsprechend sehr kreativ.

Warum war Sex im Mittelalter eigentlich so verboten? Das lag zum allergrößten Teil am Christentum, das den Hass gegen den eigenen Körper schürte. Warum die Christen so vehement gegen Sex waren erfährst du hier.

Verbotene Verhütung im Mittelalter

Der Beischlaf sollte damals nämlich eigentlich nur zu Fortpflanzungszwecken vollführt werden. Alles andere war gotteslästerlich und galt als Prostitution. Die Menschen hatten damals aber einen ganz ähnlichen Sextrieb wie wir heutzutage. 

Sie nahmen es nicht einfach so hin, jedes Mal nach dem Sex schwanger werden zu müssen. So dachten sie sich ein paar Kniffe aus, wie sie eine Schwangerschaft umgehen können.

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Das waren die Verhütungsmethoden im Mittelalter.(Photo: imago images/KHARBINE-TAPABOR)

1. Verhütungsmethode im Mittelalter: Coitus interruptus

Coitus interruptus war die einzige Verhütungsmethode im Mittelalter, die komplett umsonst und von jedem durchzuführen war. Beim Coitus interruptus zieht der Mann, kurz bevor es zum Samenerguss kommt, seinen Penis aus ihr heraus. Dass auch schon zuvor Lusttropfen austreten und diese Methode generell sehr unsicher ist, war den Menschen damals noch nicht bewusst. Heute ist es eine Form der Verhütung, die weitestgehend belächelt wird. 

Besonders beliebt war diese Methode bei Prostituierten und bei Paaren, die sehr arm waren.

2. Verhütungsmethode im Mittelalter: Abtreibung

Grausam, schmerzhaft, unmenschlich, aber durchaus effizient. Kräuterfrauen, Hebammen und Quacksalber waren teilweise dafür zuständig, die bereits eingepflanzten Föten zu töten. Dafür nutzten sie unter anderem Pflanzen und Kräuter, die die Frauen essen mussten oder in das Geschlecht eingerieben wurden.

Brutalere Methoden beinhalten Dinge wie Aderlass, lange Sitzbäder, Abführ- und Fastenkuren. Auch exzessives Sporttreiben gehörte zu den Methoden, Kinder aus dem Bauch zu entfernen. Oft funktionierte das sogar sehr gut, aber leider starben auch die werdenden Mütter dabei häufig.

Kondom, Gurke, Sex
Ein Kondom zu tragen hat beim Analsex einige Vorteile.

3. Verhütungsmethode im Mittelalter: Kondom

Die ersten Kondome wurden noch nicht im Mittelalter, sondern erst im 18. Jahrhundert von dem Frauenversteher Casanova genutzt. Sie können sich allerdings noch nicht so gefühlsecht angefühlt haben wie die heutigen Billy Boys oder Einhörner. Sie bestanden damals nämlich noch aus Schafsdärmen, Leder oder Fischblasen.

Casanova soll Kondome aber nicht für die Empfängnisverhütung genutzt haben, sondern gegen die gefürchtete Geschlechtskrankheit Siphilis.

Das 18. und 19. Jahrhundert war generell eine schlechte Zeit, um Sex zu haben. Die Sextipps, die damals an Frauen gegeben wurden, sind heute einfach nur noch zum Fürchten. Welche Sextipps am gruseligsten waren, zeigen wir dir hier.

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Schon sehr früh wussten die Frauen, wie sie sich mit Kräutern und Salben gegen Schwangerschaft schützen konnten.(Photo: imago stock&people)

4. Verhütungsmethode im Mittelalter: Vagina & Vulva vorbereiten

Weitere gängige Methoden waren, die Vagina für die Empfängnis der Samen vorzubereiten, sodass sie sie direkt abstießen. Dabei halfen Kräutertinkturen, die die Frauen sich vor dem Sex zwischen die Beine schmierten. 

Kräuterfrauen und Hebammen hatten damals wohl ein weitreichendes Wissen über genau solche Mixturen. Das ging aber über die Zeit leider verloren, da die Frauen es nicht aufschrieben, sondern mündlich weitergaben.

5. Verhütungsmethode im Mittelalter: Analsex

Keine Verhütungsmethode im eigentlichen Sinne, aber Analsex soll eine gängige Möglichkeit gewesen sein, um Schwangerschaft zu vermeiden. Allerdings war sie so verboten wie sonst fast nichts. Analsex galt als unnatürlich und sündig. Missachtern drohte Kerker oder sogar die Todesstrafe.

6. Verhütungsmethode im Mittelalter: Der Keuschheitsgürtel

Um jeglicher Art von Sex von vornherein entgegenzuwirken, soll der Keuschheitsgürtel das Mittel zum Zweck gewesen sein. Dieser Gurt wurde der Frau angelegt, um sie und den Mann vom Sex abzuhalten.

Oder doch nicht? Man ist sich heute nicht ganz sicher, ob der Keuschheitsgürtel nicht vielleicht doch eines der ersten Sexspielzeuge war.

Das Yoni Ei soll angeblich tatsächlich das erste Spielzeug für die Frau gewesen sein. Wie es funktioniert, erfährst du hier.

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Wir können uns wirklich glücklich schätzen, dass Sex heute anders praktiziert wird als damals.(Photo: imago stock&people)

Verhütung läuft heute ganz anders…

… zum Glück! Wenn wir heute noch die Methoden des Mittelalters hätten, wären wir in unserer Entwicklung wahrscheinlich nicht allzu weit fortgeschritten.

Am besten angesehen sind mittlerweile Verhütungsmethoden ohne Hormone, auch wenn die Pille einen erheblichen teil zur Emanzipation der Frau hat beitragen können.  

Doch heute gibt es schon die Pille für den Mann und das Kondom für die Frau. Alles ist möglich!