Schon vor ein paar Jahren hatten wir es endlich schwarz auf weiß: In einer Studie fanden Wissenschaftler:innen vom University College London heraus: Periodenschmerzen können genauso schmerzhaft sein wie ein Herzinfarkt. Trotzdem dürfen sich viele Frauen noch immer anhören, dass die Menstruationsbeschwerden gar nicht so schlimm sein können. Und das von denjenigen, die es gar nicht nachfühlen können: den Männern! Was also liegt näher, als diese Spezies mal hautnah spüren zu lassen, wie sich Periodenschmerzen anfühlen?

Periodenschmerzen aus der männlichen Sicht betrachtet

Der Kanal Viertes Deutsches Fernsehen hat jetzt tatsächlich dieses Experiment gewagt. Der Comedian Hinnerk Köhn hat sich dazu bereit erklärt, sich von der Reporterin Lara Schulschenk mit Elektroden am Bauch verkabeln zu lassen, um die Schmerz der Frauen nachempfinden zu können.

Herausgekommen ist ein absolutes sehenswertes Video, das die verschiedenen Schmerzstufen einfängt, die fast jede Frau kennt. Von „Der Anfangsschmerz sticht richtig rein“ bis zu „Ich will nur, dass es aufhört“ ist bei Hinnerks Periodenschmerzen alles vertreten. Dabei muss er Alltagsaufgaben wie Computerarbeit, Kochen oder Sport erledigen. Schon sein Zwischenfazit lässt tief blicken: „Ich kann das Ding jetzt abnehmen, aber du hast die Schmerzen jeden Monat.“ Aber sieh einfach selbst:

Periodenschmerzen sind nur ein Teil der monatlichen Beschwerden

Zum Schluss wird auch die Reporterin mit den Elektroden verkabelt, um zu beurteilen, wie sehr der Strom die tatsächlichen Periodenschmerzen nachahmen kann. Ihre Einschätzung: „Es fühlt sich echt krass realistisch an, weil es sich so verkrampft und dann wieder aufhört. Das ist das Schönste.“

Aber natürlich sind die Periodenschmerzen nur ein Teil der Beschwerden, die Frauen ertragen müssen. Hinnerk bleiben Begleiterscheinungen wie Kopfschmerzen, Stimmungsschwankungen, Durchfall, Übelkeit und fettige Haut zum Glück erspart. Seine Meinung zu den symolierten Krämpfen: „Das sollte jeder Mann ein Mal in seinem Leben gemacht haben.“

Bei Periodenschmerzen will man sich oft nur verkriechen. Credit: Unsplash/Yuris Alhumaydy

Video hat einen bemerkenswerten Effekt

Die Empathie scheint aber auch durch die Aufklärungsarbeit des Videos bereits groß zu sein. So fragt beispielsweise ein User in den Kommentaren: „An alle Menstruierenden: Wie sollen sich Menschen in Eurem engen Umfeld verhalten, wenn es Euch durch die Periode so scheiße geht wie Hinnerk oder noch schlimmer? Lieber in Ruhe lassen oder Gesellschaft leisten oder sich kümmern“. Und eine Userin antwortet: „Das ist total individuell. Die einen möchten Ruhe, die anderen freuen sich, wenn sich jemand kümmert. In jedem Fall gut: Hilfe anbieten und Verständnis signalisieren.“

Schön, dass wir endlich normal über Periodenschmerzen reden können, ohne auch noch Mansplaining ausgesetzt zu sein. Damit scheinen Sprüche wie „Stell dich nicht so an“ oder „So schlimm kann das doch gar nicht sein“ bald der Vergangenheit anzugehören.

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crlnmyr