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Ehekrise meistern: Diese 4 Tipps bewahren dich vor der Scheidung 

Du steckst momentan in einer echten Ehekrise? Wie du diese meistern kannst und warum die schwierige Zeit nicht in einer Scheidung enden muss. 

Couple
Eine Ehekrise meistern ist möglich. Wir zeigen dir Tipps, die dich vor einer Scheidung bewahren können. Foto: Getty Images/ Delmaine Donson

Meine Hochzeit liegt gerade einmal ein halbes Jahr zurück und daher befinde ich mich immer noch auf einer rosafarbenen Wolke. Da ich jedoch eine Realistin bin, ist mir klar, dass es früher oder später auch bei uns zu einer Ehekrise kommen kann. Das Leben ist nun mal kein Hollywood-Film und wie so oft kann einem das Schicksal hin und wieder einen üblen Streich spielen. Du bist gerade in einer Situation, wo du keine Chance mehr in deiner Beziehung siehst? Mit welchen Tipps ihr eure Ehekrise meistern könnt, erfährst du in diesem Artikel. 

Ehekrise meistern: Diese 4 Tipps retten eure Beziehung 

Egal, warum es seit geraumer Zeit in eurer Beziehung kriselt: Falls beide trotz der harten Zeiten an der Liebe arbeiten wollen, ist es möglich, die Ehekrise zu meistern. Auch wenn es sich womöglich so anfühlt, als ob das Kitten der Ehe eine unüberwindbare Aufgabe ist, könnt ihr mit einigen Tipps dafür sorgen, eure Ehe Schritt für Schritt zu retten.  

Arabella Gomez Rodriguez
Arabella ist unsere Beziehungs-Expertin

Unsere Autorin Arabella lebt mit ihrem Ehemann zusammen in Berlin. All die Tipps und Ratschläge, die sie in ihren Artikeln gibt, hat sie aufgrund ihrer langjährigen Beziehung gesammelt.

Der erste Schritt ist bereits getan, denn du informierst dich hier gerade nicht über eine Trennung oder eine Scheidung, sondern darüber, wie du wieder zu deinem Partner oder deiner Partnerin zurückfinden kannst. Dieser kleine Schritt zeigt, dass du noch Hoffnung hast, dass sich alles zum Positiven wenden wird. Und genau diese Hoffnung benötigst du, um zu kämpfen, statt aufzugeben. Welche 4 Tipps dir helfen werden, eure Ehekrise zu meistern: 

1. Zeit zu zweit 

Einige Wochen vor meiner Hochzeit gab mir meine Mutter einen Rat mit auf den Weg. Sie sagte mir, dass mein Mann und ich unsere Liebe und unsere Ehe niemals für selbstverständlich nehmen sollten. Es sei wichtig, dass das Feuer der Liebe immer lodert und gerade im Alltag kann es vorkommen, dass dieses von Zeit zu Zeit erlischt.

Deshalb habe ich mir vorgenommen, dass ich mit meinem Ehemann niemals nebeneinanderher leben möchte. Auch wenn unsere Ehe noch am Anfang steht, nehmen wir uns bewusst Zeit füreinander und haben immer noch Date-Nights wie in den Anfängen unserer Beziehung. 

Dating-Studie
Date-Nights sind auch in einer langjährigen Beziehung noch enorm wichtig. Foto: Getty Images/ Kathrin Ziegler

Gerade Paare mit Kindern brauchen diese gemeinsame Zeit umso mehr, damit sie nicht vergessen, dass sie nicht nur Eltern, sondern auch ein Liebespaar sind. Um eure Ehekrise zu meisten, solltet ihr euch zu wöchentlichen oder monatlichen Treffen verabreden. Dabei geht es nicht darum, in die teuersten Restaurants oder Thermen zu gehen, auch ein entspannter Spaziergang, bietet die Möglichkeit, Zeit zu zweit zu erleben.  

Hier könnt ihr nicht nur in Ruhe miteinander reden, sondern euch auch über eure Beziehung, egal ob negativer oder positiver Natur austauschen. Lasst dabei einfach mal das Smartphone zu Hause und richtet die gesamte Aufmerksamkeit nur auf euch. 

2. Ehekrise meistern: Kommunikation ist key 

Bevor ich meinen Mann kennenlernte, konnte ich nie über meine Gefühle und Gedanken sprechen. Ich war ein Mensch, der gerne alles mit sich selbst ausmachte und nach außen hin, die heile Welt vorspielte. Erst in der Beziehung mit meinem Ehemann merkte ich, dass man so keine gesunde und vor allem langjährige Partnerschaft führen konnte. Heute spreche ich alle Dinge, die mich belasten, sofort an und habe in meinem Partner einen Menschen gefunden, der mir stets zuhört. Mit keinem Menschen kann ich so intime und tiefgründige Gespräche führen, wie mit ihm.

Erinnerst du dich an das letzte Gespräch mit deinem Ehemann oder deiner Ehefrau? Worum ging es da? Um deine Gefühle und Gedanken oder eher um organisatorische Dinge, wie den Haushalt oder die letzte Betriebskostenabrechnung? Falls das letzte intime Gespräch schon eine Weile her ist, solltet ihr das vielleicht wöchentlich einführen. Der Psychologe Michael Lukas Möller empfiehlt jedem Paar das sogenannte Zwiegespräch.

Ex-Freundin
Beim Zwiegespräch lernt man mehr über seine:n Ehepartner:in. Foto: Getty Images/ bernardbodo

Einmal in der Woche gibt es einen festen Termin, wo sich die Ehepaare für höchstens 60 Minuten zusammensetzen und über sich und ihre Gefühlswelt sprechen: Was hat mich in der letzten Woche bewegt, was habe ich gespürt, was hat mich beschäftigt? Dabei spricht die ersten 10-15 Minuten der eine, dann der andere. Das geht immer im Wechsel, bis jeder 3x gesprochen hat. Dein Gegenüber hört dir dabei nur zu. Fragen, Kommentare und Unterbrechungen sind während des Monologs nicht erlaubt. 

Das Ziel des Zwiegesprächs? Den Partner oder die Partnerin in seiner Andersartigkeit kennen und annehmen zu lernen. Immer wieder etwas Neues über den Menschen in seinem Leben zu erfahren. Durch das Selbstporträt bekommt man die Einsicht: „Ich bin nicht du und ich weiß nicht, wie du fühlst.“ 

3. Niemals den Respekt verlieren 

Respekt gehört für mich und so viele andere zur Grundlage einer gesunden Beziehung dazu. Wenn man sich jedoch in einer Ehekrise befindet, kann der respektvolle Umgang schnell auf der Strecke bleiben. So haben sich bei vielen Paaren, die eine harte Zeit durchleben, viel Groll, Enttäuschung und Wut angestaut, die sie ihren Partner oder ihrer Partnerin, beim Streit vor die Füße werfen.

Ihr könnt eure Ehekrise jedoch nur meisten, wenn ihr immer noch respektvoll miteinander umgeht. Sollte dieser im Laufe der Beziehungsprobleme abhandengekommen sein, müsst ihr eingehend darüber reden.  

4. Ihr müsst euch verzeihen 

Falls eure Ehe kurz vor dem Aus steht, ihr beide aber versucht diese zu retten, müsst ihr frei von Groll sein. Was immer dazu geführt hat, dass ihr nun an diesem Punkt angelangt seid, darf am Ende keine Rolle spielen. Egal, ob es sich dabei um einen Fehler, einen großen Streit oder sogar einen Seitensprung gehandelt hat: Entscheidet ihr euch füreinander, müsst ihr euch hundertprozentig verzeihen.  

Dass dieser Prozess nicht von heute auf morgen stattfinden kann, ist klar. Jedoch dürft ihr den Fehltritt eures Partners oder eurer Partnerin nicht dazu nutzen, um das in einer Streitsituation gegen ihn oder sie zu verwenden. Auch hier ist es wichtig, darüber zu reden und gemeinsam eine Lösung zu finden. 

Ehekrise meistern: Wenn beide es wollen, ist es möglich 

Ihr möchtet beide eure Ehekrise meistern, dann sollte euch klarwerden, dass ihr dafür nicht nur viel Energie, sondern auch Zuversicht braucht. Diesen Weg können also wirklich nur Paare gehen, die bereit sind, ihre Ehe wirklich zu retten. Wenn ihr zusammenhält und die Probleme gemeinsam angeht, könnt ihr dafür sorgen, dass ihr statt einer Scheidung, viele weitere glückliche Ehejahre gemeinsam verbringen werdet.