Jedes Paar schreibt seine eigenen Regeln. Trotzdem gibt es einen Grundstock an Verhaltensweisen, die für eine funktionierende Beziehung elementar sind. Umgekehrt lassen sich daraus absolute No-Gos in Beziehungen ableiten, die echten Schaden hinterlassen können.

No-Gos in Beziehungen: Diese Regeln gelten für alle

Wie du es in deiner Beziehung mit der Exklusivität von Körperlichkeit hältst, ist dir und deinem/deiner Partner:in überlassen. Auch wie viel Zeit ihr miteinander verbringen möchtet, entscheidet ihr selbst. Einige Regeln aber gelten für wirklich alle Paare, die eine liebevolle und auf Respekt basierende Beziehung führen möchten.

Ist er der Richtige?
Auch Treue in Beziehungen ist verhandelbar. Foto: Pexels Flora Westbrook

1. Gewalt: Das größte aller No-Gos in Beziehungen

Das Bundeskriminalamt gibt jährlich einen Bericht zu Gewalt in der Partnerschaft in Deutschland heraus. Laut des Berichts für 2020 gab es im letzten Jahr in Deutschland 146.655 Fälle von Gewalt in Partnerschaften. 80,5 % der Opfer sind dabei weiblich. Gewalt in der Beziehung ist also leider keine Seltenheit, aber das aller größte No-Go von allen! Wenn du selbst Erfahrungen mit Gewalt in der Partnerschaft machen musstest, suche dir bitte unbedingt Hilfe. Das bundesweite Hilfetelefon Gewalt gegen Frauen ist unter der kostenfreien Rufnummer 08000116016 rund um die Uhr erreichbar. Dort kannst du dich anonym beraten lassen, welche Schritte zu als Nächstes gehen kannst.

2. Manipulation & Kontrolle des Partners

Opfer von psychischer Gewalt und Manipulation sind sich oft gar nicht bewusst, welch großes und gefährliches No-Go in Beziehungen ihnen widerfährt. Dabei kann es sich um stetiges Herabwürdigen des Partners handeln, um ihn oder sie zu kontrollieren. Aber auch bewusste Manipulation gehört zur psychischen Gewalt. In solchen Beziehungen bekommen die eigenen Bedürfnisse keinen Raum, sodass persönliche (oder auch berufliche) Weiterentwicklung unmöglich wird. Warnzeichen sind, dass der Kontakt zu Freund:innen unterbunden wird oder berufliche Chancen als Entscheidung gegen die Beziehung verdammt werden.

3. (Finanzielles) Ausnutzen des Partners

Wenn sich dein Partner oder deine Partnerin wiederholt große Summen Geld bei dir leiht, es dir aber nie zurückzahlt und du eure letzten fünf gemeinsamen Urlaube finanziert hast, gibt es Grund zur Obacht. Prinzipiell und auch fernab von finanziellen Fragen sollte eine Beziehung immer auf einem ausgewogenen Verhältnis von Geben und Nehmen basieren.

Wenn du das Gefühl hast, sehr viel (emotionale) Arbeit, Geld, Aufmerksamkeit und Fürsorge in deine Beziehung zu stecken, aber sehr wenig bis nichts zurückbekommst, musst du das Gespräch mit deinem/deiner Partner:in suchen. Vielleicht weiß er oder sie gar nicht, wie wenig von seiner oder ihrer Seite kommt und achtet in Zukunft mehr darauf. Vielleicht wirst du aber auch ausgenutzt und hast es dir bisher nicht eingestehen wollen.

Zwei Frauen, eine hält der anderen ein Auge zu
Jedes Paar hat Probleme, aber nicht alle sind verhandelbar. Foto: IMAGO Images / Westend61

4. Ständiges Kritisieren & Verbiegen des Partners

Wer eine Beziehung eingeht, trifft eine Entscheidung. Die Entscheidung, einen Menschen in sein Leben zu lassen, der weder perfekt noch unfehlbar ist. Denn perfekte Menschen gibt es nicht. Beziehung bedeutet immer, Kompromisse einzugehen; früher oder später wirst du mit Dingen konfrontiert sein, die dich am anderen nerven.

Dem oder der Partner:in jeden einzelnen Fehler vorzuhalten, keine Akzeptanz für den individuellen Charakter des anderen zu zeigen und der Wunsch, den oder die Partner:in komplett auf links zu drehen, sind absolute No-Gos in Beziehungen. Wenn dein:e Partner:in den Wunsch hat, etwas an sich zu verändern, kannst und sollst du unterstützend an seiner/ihrer Seite stehen. Der Impuls zur Veränderung muss aber immer aus einem selbst kommen und nicht permanent „aufkritisiert“ werden.

5. Keine Bereitschaft zur Beziehungsarbeit

Jede Beziehung durchläuft bessere und schlechtere Phasen. Und jede Beziehung muss sich früher oder später Herausforderungen stellen und hier zeigt sich, wie gut das Paar zusammen agiert oder eben nicht. Beziehungsprobleme lösen sich nicht von allein, es darf aber auch nicht die alleinige Aufgabe eines Partners sein. Wenn der andere Part der Beziehung kein Interesse und keine Bereitschaft zur Beziehungsarbeit zeigt, kann sich das Paar nicht weiterentwickeln.

Wem etwas an seiner Partnerschaft liegt, der muss über den eigenen Schatten springen und sich mit der eignen Fehlbarkeit auseinandersetzen. Das ist zwar anstrengend, bedeutet aber nicht nur Stabilität für euch als Paar, sondern auch persönliche Weiterentwicklung für jede:n von euch.

Er schreibt nicht zurück
Gegenseitiger Respekt ist die Basis einer gesunden Beziehung. Foto: Pexels/ Cottonbro

No-Gos in Beziehungen: Ohne Respekt geht gar nichts

Die Grundlage einer Beziehung ist nicht etwa blinde Treue, grenzenloses Vertrauen oder zwanzig gemeinsame Hobbys. Das sind wichtige Attribute, über die jedes Paar individuell diskutieren und Grenzen festlegen kann. Und es kann auch passieren, dass diese Grenzen verletzt werden und die Beziehung ins Wanken gerät.

Damit ihr Krisen übersteht und auch in den Tiefs mit- und nicht gegeneinander arbeitet, muss gegenseitiger Respekt gegeben sein. Gewalt, ob psychischer oder physischer Art, Manipulation und Herabwürdigung sind No-Gos, die niemand ertragen muss oder sollte. Deine Beziehung sollte dein Safe Place sein und dein:e Freund:in dein „partner in crime“, der deine Fehler akzeptiert und deine Stärken fördert, mit dem du dich wohlfühlst und bei dem du du selbst sein kannst. Beziehung beutetet immer Kompromisse einzugehen, aber auch hier zieht jede:r seine eigenen Grenzen.

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