Auf Flugreisen erlebe ich immer dasselbe Mysterium: Obwohl meine gute Freundin an Land niemals Tomatensaft trinken würde, bestellt sie sich bei Flugreisen immer einen Tomatensaft. Wenn ich sie frage, warum sie das macht, antwortet sie meist, dass ihr das fruchtige Getränk in der Luft einfach besser schmeckt. Und genau diese Theorie bestätigen auch Studien vom Fraunhofer-Institut für Bauphysik IBP in Holzkirchen. So haben diese festgestellt, dass viele den Geschmack an Land eher lasch beschreiben und er erst in der Luft lecker und genießbar wird.

Genau das gleiche Phänomen können wir übrigens auch bei Wein im Urlaub beobachten. Warum das alkoholische Getränk zu Hause nie so gut schmeckt wie auf Reisen erfährst du in diesem Artikel.

Wein aus dem Urlaub: Das perfekte Geschenk?

Ich versuche über das Jahr verteilt öfter einmal in den Urlaub zu fliegen. Und jetzt, da das Reisen nach über zwei Jahren Pandemie endlich wieder unbeschwert möglich ist, freue ich mich schon auf meine nächsten Urlaubsziele. Im Reiseland angekommen mache ich mir immer eine Liste von Souvenirs, die ich meiner Familie mitbringen möchte. Ab und an ist deshalb auch schon eine Flasche Wein in meinen Koffer gelandet.

Bevor ich meiner Mutter das Geschenk überreichte, schwärmte ich in höchsten Tönen von dem Souvenir, nur um dann enttäuscht festzustellen, dass er in meiner Erinnerung viel besser geschmeckt hatte. Seitdem greife ich meist zu anderen Geschenken, die ihren Geschmack nicht verlieren, nur weil ihnen das Meer fehlt.

Wein im Urlaub: Der Grund warum er auf Reisen besser schmeckt

Es gibt doch fast nichts Schöneres, als entspannt im Urlaub anzukommen und den Alltagsstress der letzten Wochen hinter sich zu lassen. Und wie könnte das am besten funktionieren als mit einem Restaurantbesuch mit einem schönen Blick über das Meer und einem eisgekühlten Wein in der Hand?

Frau Wein
Wein schmeckt im Urlaub meist immer besser. Foto: IMAGO / Westend61

Wer dieses Szenario schon einmal selbst erlebt hat, weiß das der erste Schluck meist eine wahre Geschmacksexplosion ist. So lecker, dass man nicht hinweg kommt, den Kellner oder die Kellnerin darum zu bitten, einem eine Flasche des Weins einzupacken, um diesen auch zu Hause in der Heimat zu genießen. Zuhause angekommen, wird der leckere Wein gleich mit ein paar Freund:innen ausprobiert, die Geschmacksexplosion bleibt jedoch aus.

Übrigens: Wie gesundheitsschädlich Sulfite im Wein wirklich sind.

Wein zu Hause: Geschmacklich nicht so gut wie im Urlaub

Für dieses Phänomen gibt es laut Professor Dr. Guido Ritter von der Fachhochschule Münster eine ganz simple Erklärung. So erklärte er den Westfälischen Nachrichten, dass die veränderten Temperaturen, Lichtverhältnisse sowie die Luftfeuchtigkeit und der psychologische Effekt der gehobenen Ferienstimmung zu neuen Geschmackserlebnissen führen. Das führt dazu, dass “die Akzeptanz steigt, über einen leichten Fehler im Wein, etwa Korkgeschmack hinwegzusehen”, so der Professor Ritter.

Licht spielt bei Wein im Urlaub eine große Rolle

Eine Studie fand heraus, dass Lichteffekte das Wohlbefinden enorm beeinflussen. So empfanden Studienteilnehmer:innen einen Wein leckerer, wenn sie rotem oder blauem Licht ausgesetzt waren. Dieses Licht sollte dabei ein Abendessen an der atlantischen Küste nachempfunden sein. Da wir dieses Licht im heimischen Wohnzimmer nicht haben, schmeckt der Wein nach dem Urlaub meist nicht mehr so gut. 

Mehr zum Thema Urlaub: