Wenn du ein großer Coffeelover bist, hast du dich sicher schon einmal gefragt: „Darf man Kaffee in der Schwangerschaft trinken?“ Hier scheiden sich bei der Antwort die Geister. Was du wirklich tun solltest und welche Alternativen es gibt, erfährst du hier.

Wie viel Kaffee darf man in der Schwangerschaft trinken?  

Die EFSA (Europäische Gesellschaft für Lebensmittelsicherheit), sowie die Weltgesundheitsorganisation (WHO) als auch die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfehlen in der Schwangerschaft nicht mehr als 200 bis 300 Milligramm Koffein täglich zu sich zu nehmen. Das entspricht in etwa zwei Tassen mittelstarkem Filterkaffee pro Tag. Allerdings bezieht sich dieser Referenzwert nicht nur auf den getrunkenen Kaffee, sondern ebenso auf Tee sowie Koffein aus anderen Lebensmitteln. So enthalten manche Limonaden, aber auch Schokolade und Kakao gewisse Mengen an Koffein. Diese Lebensmittel musst du bei der Berechnung der maximalen Menge an Koffein immer mitberücksichtigen. 

Auf Energy Drinks solltest du in der Schwangerschaft vollständig verzichten. Zum einen ist die enthaltene Menge an Koffein oft um einiges höher als empfohlen. Zum anderen sind die Auswirkungen anderer Inhaltsstoffe der Energy Drinks, wie z.B. die Zuckersäure Glucuronolacton oder auch Taurin, noch nicht abschließend geklärt. 

Hand mit Kaffee
Kaffee ist nur in Maßen gut. Foto: Pexels / Ron Lach

Ist es schädlich Kaffee in der Schwangerschaft zu trinken?  

Wenn du die empfohlene Menge an Koffein in der Schwangerschaft konsumierst, ist dies zunächst unbedenklich. Nichtsdestotrotz wirkt sich das Koffein auf das Kind aus. Koffein gelangt über die Plazenta in den Blutkreislauf des Babys und entfaltet dort die gleiche muntermachende Wirkung wie bei uns. Dabei ist der Koffeingehalt im Blut des Babys etwa genauso hoch wie im Blut der Mutter. 

Allerdings fehlt dem Ungeborenen das Enzym, das dem erwachsenen Organismus dabei hilft, das Koffein zu verstoffwechseln. In der Folge bleibt der Koffeingehalt im Blut des Fötus wesentlich länger erhöht.

Auch bei Müttern macht sich der Konsum von Koffein durchaus bemerkbar. Die meisten Kaffeetrinkerinnen kennen das Phänomen, dass der Kaffee „treibt“ und sie häufig Wasserlassen müssen. In der Schwangerschaft kann dies zu einem raschen Flüssigkeitsverlust beitragen. Deshalb solltest du zu deinen Kaffee immer ein großes Glas Wasser trinken. 

Studie: Kaffee in der Schwangerschaft hemmt Babywachstum 

Ein Team um Katherine Grantz vom Nationalen Institut für Kindergesundheit in den USA hat den Koffeingehalt im Blutplasma von Schwangeren untersucht und anschließend Gewicht und Größe der Neugeborenen miteinander verglichen.   

Es zeigte sich, dass Kinder von Frauen mit starkem Koffeinkonsum (über 659 Nanogramm pro Milliliter Blutplasma) kleiner und leichter auf die Welt kamen. Sie wogen sie im Schnitt etwa 84 Gramm weniger und waren 0,46 Zentimeter kleiner. Ein durchschnittliches Neugeborenes wiegt laut einer Wachstumstabelle der WHO 3,3 Kilogramm und ist 49,4 Zentimeter lang. Bei der Analyse zeigte sich, dass bereits ein relativ geringer Konsum von etwa 50 Milligramm Koffein pro Tag Auswirkungen hatte, das entspricht in etwa einer halben Tasse Kaffee und ist deutlich weniger als die für Schwangere bisher empfohlene Tagesmenge von 200 Milligramm. 

Fraunauf Sofa mit Kaffee
Es gibt auch gute Alternativen zu Kaffee. Foto: Pexels / Kevin Malik

Alternativen zu Kaffee in der Schwangerschaft 

Wenn du also nicht zu Kaffee greifen möchtest, gibt es einige Alternativen, zu denen du greifen kannst. 

  • Koffeinfreier Kaffee: In Deutschland darf ein Kaffee dann als koffeinfrei bezeichnet werden, wenn der Koffeingehalt maximal 0,1 Prozent beträgt. Bei der Alternative musst du nicht auf den Geschmack verzichten. Denk allerdings daran, dass auch entkoffeinierter Kaffee Gerbstoffe besitzen kann, die die Aufnahme von Eisen hemmen. 
  • Chai Latte: Die echte Chai-Mischung kommt klassischerweise ganz ohne Schwarztee aus und entfaltet mit Zimt, Kardamom, Ingwer, Nelken und schwarzem Pfeffer eine wahre Geschmacksexplosion. Achte beim Kauf aber genau auf die Inhaltsstoffe: Viele Chais aus dem Supermarkt sind mit Schwarztee gemischt, Instant-Chais zudem häufig extrem überzuckert. 
  • Minze-Zitrone-Tee:  Wenn du sowieso ein Tee-Fan bist, sollte Tee für dich eine gute Alternative darstellen. Die frische Minze und die Säure der Zitrone sorgen für einen Frischekick, der zugleich Immunsystem und Stoffwechsel in Schwung bringt. 

Fazit: Kaffee in der Schwangerschaft in Maßen trinken 

Du kannst die empfohlene Menge an Koffein in der Schwangerschaft zu dir nehmen. Da jeder Organismus Koffein allerdings anders verarbeitet, solltest du daran denken, dass das Koffein Auswirkungen auf das Kind hat. Von daher ist es gesünder für beide, wenn du auf Alternativen zurückgreifst. 

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