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Diese 7 Personen werden dir beim Jakobsweg pilgern begegnen

Pilgern auf dem Jakobsweg kann man aus den verschiedensten Beweggründen. Wir zeigen dir 7 Pilger-Typen, die jeder beim Wandern auf dem Jakobsweg trifft.

Frau sitzt in der Natur
Der Jakobsweg zieht alle möglichen Pilger an. Wir zeigen euch 7 Pilgertypen, die jeder trifft. (Credit: Unsplash)

Der Jakobsweg ist einer der berühmtesten Pilger- und Wallfahrtswege der ganzen Welt. In einem verschlungenen Netz erstrecken sich Wanderwege und Trampelpfade über den gesamten europäischen Kontinent. Ziel ist stets die spanisch-gelizische Stadt Santiago de Compostela, weshalb der Jakobsweg auch der Camino de Santiago genannt wird. Hier erfährst du, warum so viele Atheisten und junge Menschen auf dem Jakobsweg pilgern.

Pilgern auf dem Jakobsweg: Der Trend schlechthin?

Pilgerwanderungen entwickeln sich schon seit Jahren zu einem richtigen Trend. Knapp 350.000 Pilger wurden 2019 auf dem Jakobsweg gezählt. Noch im Jahr 2000 waren es keine 50.000 Pilger. Für 2020 gehen die Erwartungen sogar noch nach oben.

Junge Menschen der ganzen Welt reisen vorwiegend nach Spanien, Portugal oder Frankreich, um von dort aus ihre Pilgerreise anzutreten. Vor allem Spanier und Italiener treten den Weg an, doch laut einer Statistik des Pilgerbüro Santiago sind die Deutschen unter den Top Drei der Pilgerfreunde auf dem Jakobsweg. 

Frau Wandert outdoor
Viele Menschen pilgern ohne dabei eine religiöse Komponente einspielen zu lassen.

Pilgern ohne Religion – 7 Pilgertypen

Natürlich ist noch immer ein großer Teil der Pilger religiös motiviert. Diese Menschen wollen auf den Spuren des alten Jakobus wandeln, dabei ihren Glauben festigen oder gar zu ihm zurückfinden, wenn sie ihn verloren glauben.

Doch so geht es bei Weitem nicht allen. Die wichtigste und spannendste Frage ist: Warum pilgern atheistische Menschen? Was ist es, was die Menschen auf einmal so sehr am Pilgern fasziniert? Wir haben 7 Typen nicht religiöser Pilger erfasst und die wollen wir euch nicht vorenthalten.

Frau wandert outdoor
Die Sportler sind die verbissensten Pilger. Sie haben das Ziel immer vor Augen.

1. Die Sportler

Den Camino de Santiago zu laufen ist ein anstrengendes Unterfangen. Wer es darauf anlegt, der kann bis zu 1.000 km Wanderweg zurücklegen. Keine Frage, dass da Durchhaltevermögen und Muskelkraft gefragt sind. 

Die Sportpilger sehen den Camino als eine Herausforderung für ihren Körper und ihre Willensstärke – ähnlich wie einen Marathon. Sie sind diejenigen, die am wenigsten gewillt sind, einen Abschnitt wegen drückender Blasen oder Ähnlichem mit dem Bus oder Zug zurückzulegen. 

Sport-Pilger bereiten sich meist akribisch auf den Camino vor und jagen dabei dem Runners' High nach. Wer eine Sportsucht hat, für den ist eine Pilgerreise nicht empfehlenswert. Allerdings sollte man im Vorhinein seine anaerobe Schwelle trainieren.

2. Die Abenteurer auf Zeit

Abenteuer finden im Leben der arbeitenden Bevölkerung oft wenig bis gar keinen Platz. Tag ein, Tag aus passieren die gleichen Dinge an den gleichen Orten mit den gleichen Menschen. Das kann ein sehr schönes Gefühl von Sicherheit und Beständigkeit auslösen, einem aber nach einiger Zeit zum Hals raushängen. 

Wer den Jakobsweg aus Abenteuerlust läuft, der will für ein paar Wochen aus seinem Alltag ausbrechen, sich verausgaben, verrückte Menschen treffen und in ranzigen Pilgerherbergen schlafen, um dann wieder ganz entspannt in den Alltag eintauchen zu können. Oft kehren diese Menschen mit eine besseren mentalen Gesundheit wieder nach Hause zu zurück.

Frau lacht Natur
Wenn man die richtigen Menschen auf der Pilgerreise trifft, kann das Pilgern richtig Spaß machen.

3. Die Gesellschaftskritischen

“Kapitalismus ist blöd, Politik ist sinnlos und die Gesellschaft geht den falschen Weg. Weihnachten und Valentinstag sind Ausgeburten der ausbeuterischen Industrienationen und wir sollten uns alle auf den Ursprung unseres Daseins besinnen.” 

Wenn du dich so oder in ähnlicher Form sprechen hörst, dann bist du wahrscheinlich ein kritischer Pilgerer. Das Besinnen auf die Natur ist dir auf dem Pilgerweg ein beinahe so großes Anliegen wie die die abendlichen Diskussionen mit anderen Pilgern in der Herberge. Ein beliebtes Thema gesellschaftskritischer Pilger ist beispielsweise der viel umstrittene Gender-Pay-Gap.

4. Die CO²-Pilger

Entschleunigung und Verlangsamung drückt eine Pilgerreise für die CO²-Pilger aus. Der Jakobsweg ist ihre Bühne, zu beweisen, dass man auch in der heutigen Zeit eine Reise ohne Ausstöße und Plastikverbrauch unternehmen kann. Das Wandern versinnbildlicht für sie die aktive Verlangsamung der Menschen. 

CO²-Pilger erreichen den Jakobsweg nicht mit dem Flugzeug. Sie nehmen den Bus, den Zug oder das Fahrrad. Warum das nötig ist? Hier findest du die krassesten Klimawandel-Fakten. Erfahre außerdem bei uns, wie eine Künstlerin aus Ozeanplastik unglaubliche Kunstwerke zaubert.

Frau wandert
Manche müssen sich auch beim Wandern im besten Licht zeigen.

5. Die Selbstdarsteller

Wer beim Pilgern auf dem Jakobsweg eine Extra-Bauchtasche für Selfie Stick und Powerbank mit sich trägt, der gehört wahrscheinlich zu der Spezies der selbstdarstellenden Pilger. Sie haben sich zu Beginn des Weges einnehmend mit den Roaming-Gesetzen Spaniens auseinandergesetzt und bespielen Social Media jeden Tag mit neuen Inhalten ihres Selbstfindungsprozesses. Wann und wie der Instagram-Effekt zu einem echten psychischen Problem werden kann, erfährst du hier!

6. Die Selbstfinder

Ja, es gibt sie wirklich: Die Menschen, die den Jakobsweg wandern, um sich selbst zu finden. Immer wieder wird von Menschen berichtet, deren Leben durch den Camino de Santiago grundlegend geändert wurde. 

Das berühmteste Beispiel ist wohl Hape Kerkeling, der im Jahr 2006 den Reisebericht Ich bin dann mal weg über seine Erfahrungen auf dem Jakobsweg veröffentlichte. Für ihn war der Weg eine Reise zu sich selbst. Vorrangig deswegen, weil er wochenlang mit sich und seinen Gedanken alleine war. Das bringt das Gehirn auf Hochtouren. Auch Meditation kann bei Anfängern der Selbstfindung echte Wunder bewirken.

Frau wandern Natur
Der Gesellschaft für eine Weile zu entfliehen ist ein guter Grund für eine Pilgerreise.

7. Die Trauernden

Den Jakobsweg zu pilgern war immer auch eine Möglichkeit, sich von etwas oder jemandem zu verabschieden. Abschied ist hier auf verschiedensten Arten und Weisen gemeint: Eine geliebte Person, die verstorben ist, ist nur einer der Gründe. 

Auch von einem Lebensabschnitt, einem langjährigen Job oder von einer schweren Krankheit kann man sich verabschieden. Menschen, die ein Burnout hinter sich haben, oder die auf dem besten Wege sind, eines zu bekommen, ziehen auch immer öfter das Pilgern auf dem Jakobsweg in Erwägung, um ein Burnout zu verhindern.