In Großbritannien wurde am 29.01.2022 eine neue Verkehrsregel eingeführt, die für weniger Unfälle sorgen soll. Leider ist diese Regel beim Autofahren in Deutschland kein Muss, sondern lediglich ein Kann. Wir zeigen dir, was es mit dem Dooring-Unfall und dem Dutch-Reach auf sich hat.

Neue Regel könnte viele Unfälle verhindern

Autofahrer:innen werden in Großbritannien nun per Gesetz dazu gebracht, dass sie ein ganz besonderes Verhalten an den Tag legen. Es erwartet sie eine empfindliche Strafe von gut 1.000 Euro, wenn sie die Regel nicht befolgen. Mit dieser neuen Methode, dem Dutch-Reach sollen sogenannte Dooring-Unfälle verhindert werden. Was das ist, zeiegn wir dir hier:

Was ist ein Dooring-Unfall?

Dooring-Unfälle sind die Unfälle, die passieren, wenn ein:e Fahrradfahrer:in an einem Auto vorbeifährt. Sollte eine Person in dem Auto in diesem Moment die Tür öffnen, fährt der oder die Fahrradfahrende gegen die Tür. Ein schrecklicher Unfall mit schweren Verletzungen kann die Folge sein.

Was ist der Dutch-Reach?

Der Dutch-Reach soll verhindern, dass sogenannte Dooring-Unfälle passieren. Beim Dutch-Reach öffnest du die Tür den Autos mit der Hand des gegenüberliegenden Armes. Steigt man auf der linken Seit aus, sollte man seinen rechten Arm verwenden. Steigt man auf der rechten Seite aus, sollte man seinen rechten Arm verwenden. Außerdem sollte man die Hand nicht vom Griff der Tür lösen, sondern die Tür langsam führen.

Im Grunde bewirkt er, dass Autofahrende die Türen besonders langsam und vorsichtig öffnen. Außerdem ist man durch den Dutch-Reach dazu gezwungen, beim Aussteigen über die Schulter zu schauen. So sieht man Fahrradfahrer:innen auf sich zukommen.

Warum heißt es Dutch-Reach? In den Niederlanden ist dieser Weg Standard, um aus dem Auto auszusteigen. Man hätte diesen Griff aber auch den German-Reach nennen, denn auch hierzulande wird uns in der Fahrschule beigebracht, dass dies die einzig richtige Weise ist, um aus dem Auto auszusteigen.

Frau Fahrrad Nachhaltigkeit
Bevor du aus dem Auto steigst, solltest du immer prüfe, ob sich nicht ein:e Fahrradfahrer:in nähert. Foto: imago images/Westend61

Das kann die neue Regel bewirken

Sollte man in Großbritannien eine:n Fahrradfahrer:in in einem Dooring-Reach verletzen, droht eine Strafe von bis zu 1.000 Pfund. Das Magazin Tyla.com berichtet, dass bisher gut 500 dieser Unfälle in England und Wales jährlich passieren. Diese Zahl soll mit der neuen Regel drastisch nach unten korrigiert werden.

Fazit: Den Dutch-Reach solltest du auch in Deutschland anwenden

Hierzulande gibt es zwar keine extra Strafe für einen Dooring-Unfall, dennoch gilt: Egal, wo du dich befindest: Du solltest den Dutch-Reach immer und überall befolgen, wenn du aus dem Auto aussteigst. Das kann Menschenleben retten.

Um genau zu sein, wird das mittlerweile sogar per Straßenverkehrsordnung vorgeschrieben. In Paragraf 14 Absatz 1 der StVO steht, dass sich sowohl Auto- als auch Mitfahrer:innen vor dem Aussteigen versichern müssen, dass sie keine anderen Verkehrteilnehmer:innen gefährden.

Und das ist vermutlich auch besser so, denn laut einer Frosa-Umfrage prüfen etwa 13 Prozent der Autofahrer:innen vor dem Aussteigen nicht, ob sich ein: Radfahrer:in von hinten nähert.

Solltest du aber in England unterwegs sein, dann kommt auch noch eine Strafe von gut 1.000 Pfund (1.200 Euro) hinzu. Halte dich im Urlaub an die englischen Verkehrsregeln und informiere dich im Vorhinein über die Besonderheiten im englischen Verkehrssystem. Hier findest du den offiziellen britischen Highway Code.

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