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Ruhepol gesucht? So bringst du deinen überdrehten Hund zur Gelassenheit

Überdrehten Hund beruhigen: Entdecke bewährte Methoden, um Stress abzubauen und deinem Hund mehr Gelassenheit zu schenken.

Überdrehter Hund rennt über die Wiese
u00a9 Mikkel Bigandt - stock.adobe.com

Vergessliche Haustiere: Auch Hunde können an Demenz erkranken!

Nicht nur Menschen, sondern auch Hunde können an Demenz erkranken. Dabei nimmt das Risiko im Alter deutlich zu. Doch Hundebesitzer können etwas für ihre Haustiere tun.

In einer Welt, die von Geräuschen und Aktivitäten wimmelt, sind Hunde von zahlreichen Reizen umgeben. Von lauten Stadtlärm bis hin zu der einfachen Begegnung mit einem anderen Hund – alltägliche Situationen können Quellen von Stress sein. Doch Medikamente sollten nicht der erste Ansatz sein. Es gibt zahlreiche Alternativen, die von beruhigenden Massagen über spezielle Musik bis hin zu Trainingstechniken reichen, um deinen überdrehten Hund zu beruhigen und ihm ein Gefühl der Sicherheit zu vermitteln.

Überdrehten Hund beruhigen: So gehst du vor

Der überdrehte Hund, der durchs Haus wirbelt, ununterbrochen bellt oder in lauten Umgebungen sichtlich unruhig wird, stellt eine Herausforderung dar, der sich viele Hundebesitzer:innen gegenübersehen. Diese Aufregung ist nicht nur ein Zeichen von Energieüberschuss, sondern oft ein Hilferuf. Hunde, genau wie Menschen, erleben Stress, Angst und Unbehagen, doch ihre Mittel, diese Gefühle auszudrücken, sind begrenzt. Daher ist es unerlässlich, die Verhaltensweisen und Anzeichen zu verstehen, die auf eine Überstimulation oder Angst hindeuten, und Methoden zu erlernen, um deinen Hund zu beruhigen, bevor das Verhalten eskaliert.

Hund unterfordert und zerfetzt Kissen
Ist der Hund überdreht, neigt er dazu, Gegenstände kaputt zu machen. Lerne hier, wie du ihn beruhigen kannst. Foto: gismo2015 – stock.adobe.com

Anzeichen kennen und Ursachen verstehen

Identifikation typischer Verhaltensweisen

Dein vierbeiniger Freund kommuniziert ständig mit dir, wenn auch nicht mit Worten. Das Erkennen der Anzeichen von Stress und Aufregung ist der erste Schritt, um deinen überdrehten Hund zu beruhigen. Achte auf:

  • ununterbrochenes Bellen
  • Fiepen
  • Winseln
  • unruhiges Hin- und Herlaufen

Diese Verhaltensweisen sind oft ein Hilferuf und können darauf hinweisen, dass sich dein Hund in einem Zustand von Überstimulation oder Angst befindet. Das Verständnis dieser Anzeichen ermöglicht es dir, schnell zu handeln und deinem Hund die notwendige Beruhigung und Unterstützung zu bieten.

Häufige Stressauslöser erkennen

Hunde reagieren auf eine Vielzahl von Umweltreizen, von denen einige Stress und Angst auslösen können. Zu wissen, was deinen Hund besonders betrifft, ist entscheidend, um ihn effektiv zu beruhigen. Hier eine Liste der wichtigsten Stressauslöser:

  • Begegnungen mit anderen Hunden
  • Laute Umgebungen, wie z.B. Verkehr, Baustellen oder Gewitter
  • Veränderungen im Tagesablauf oder in der Umgebung
  • Alleinsein oder Trennung von den Besitzer:innen

Durch das Beobachten, wie dein Hund in verschiedenen Situationen reagiert, kannst du ein Muster in seinem Verhalten feststellen und somit die spezifischen Auslöser identifizieren.

Die Emotionen der Besitzer:innen spielen eine Rolle

Hunde sind unglaublich einfühlsame Tiere, die oft die Emotionen der Menschen um sie herum aufgreifen. Wenn du gestresst oder aufgeregt bist, besteht eine gute Chance, dass dein Hund diese Gefühle widerspiegelt. Die Kontrolle deiner eigenen Emotionen kann helfen, deinen überdrehten Hund zu beruhigen. Tiefes Atmen, ruhige Körperhaltung und ein sanfter Tonfall können deinem Hund signalisieren, dass alles in Ordnung ist. Diese nonverbalen Hinweise sind für die emotionale Verbindung zwischen dir und deinem Hund von wesentlicher Bedeutung.

Praktische Beruhigungstechniken für den Alltag

1. Die heilende Kraft der Berührung nutzen

Körperkontakt ist nicht nur für Menschen beruhigend. Auch Hunde profitieren immens von der körperlichen Nähe zu ihren Besitzer:innen. Eine einfache Methode, deinen überdrehten Hund zu beruhigen, ist die Verwendung von sanften Streicheleinheiten, Massagen oder sogar kuscheln, vorausgesetzt, dein Hund ist damit einverstanden. Die Berührung sollte immer sanft und ruhig sein, um dem Hund Sicherheit zu vermitteln. Massagen können besonders wirksam sein, indem sie nicht nur die Bindung zwischen dir und deinem Hund stärken, sondern auch dabei helfen, seine Muskeln zu entspannen und somit körperliche Anzeichen von Stress zu reduzieren. Achte darauf, wie dein Hund auf Berührungen reagiert, und passe deine Techniken entsprechend an, um eine beruhigende Wirkung zu erzielen.

2. Einen sicheren Rückzugsort schaffen

So wie Menschen manchmal einen ruhigen Ort brauchen, um sich zu entspannen, profitieren auch Hunde von einem eigenen Raum, an dem sie sich sicher fühlen. Dies kann ein spezielles Bett, eine Ecke, ein Käfig oder ein Raum in deinem Zuhause sein, der speziell darauf ausgelegt ist, frei von lauten Geräuschen und hohen Aktivitätsniveaus zu sein. Ein solcher Rückzugsort bietet deinem Hund eine Zuflucht, wenn alles andere überwältigend wird. Decken und Spielzeug, die ihm vertraut sind, können in diesem Raum platziert werden, um ein Gefühl der Sicherheit zu vermitteln. Es ist wichtig, dass dieser Ort freiwillig von deinem Hund aufgesucht wird und niemals für eine Bestrafung verwendet wird.

3. Alltagsroutinen: Vorhersehbarkeit fördert die Ruhe

Beständigkeit ist der Schlüssel, wenn es darum geht, deinen überdrehten Hund zu beruhigen. Hunde brauchen Routinen – sie mögen es, zu wissen, was als Nächstes kommt, da es ihnen ein Gefühl von Sicherheit gibt. Versuche, Fütterungs-, Spaziergang- und Spielzeiten konsequent zu halten. Wenn du weißt, dass eine Veränderung in der Routine unvermeidlich ist (wie ein Umzug oder eine neue Arbeitsroutine), versuche, deinen Hund schrittweise daran zu gewöhnen, und stelle sicher, dass er während des Übergangs zusätzliche Unterstützung und Beruhigung erhält.

4. Stressfaktoren im Alltag minimieren

Es ist auch wichtig, potenzielle Stressquellen im täglichen Leben deines Hundes zu identifizieren. Wenn dein Hund zum Beispiel auf andere Hunde reaktiv ist, wähle Routen und Zeiten für Spaziergänge, die weniger frequentiert sind. Vermeide laute und überfüllte Orte und sei dir bewusst, wie bestimmte Umgebungen deinen Hund beeinflussen. Wenn er Angst vor lauten Geräuschen hat, könnte eine schallisolierende Kopfbedeckung oder das Einschalten eines White-Noise-Geräts zu Hause hilfreich sein.

5. Umgang mit unvermeidbaren Stressfaktoren

Es gibt Situationen, die sich nicht vermeiden lassen und die deinen Hund stressen könnten, wie zum Beispiel ein notwendiger Tierarztbesuch oder eine Autofahrt. In solchen Fällen ist es hilfreich, deinen Hund schrittweise an diese Erfahrungen zu gewöhnen. Beginne mit kurzen Sitzungen, die positiv enden, und erhöhe allmählich die Dauer. Zum Beispiel könntest du deinen Hund für kurze Zeit im Auto sitzen lassen, ohne loszufahren, und ihm dabei seine Lieblingsleckereien geben. Dies kann helfen, positive Assoziationen mit dem Auto zu schaffen und die Angst zu verringern.

6. Einbindung eines professionellen Trainers

Manchmal können die Ängste eines Hundes tief verwurzelt sein, besonders wenn sie aus traumatischen Erfahrungen in der Vergangenheit stammen. In solchen Fällen kann es sehr vorteilhaft sein, einen professionellen Hundetrainer oder eine Hundetrainerin hinzuzuziehen. Diese Expert:innen haben die Erfahrung und das Wissen, um individuelle Trainingspläne zu erstellen, die auf die spezifischen Bedürfnisse deines Hundes zugeschnitten sind, und können dir Techniken zeigen, die du vielleicht noch nicht in Betracht gezogen hast.

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7. Musik: Melodien für die Hundeseele

Die Kraft der Musik ist nicht nur Menschen vorbehalten – auch Hunde können darauf ansprechen. Untersuchungen haben gezeigt, dass bestimmte Musikgenres, wie klassische Musik, eine beruhigende Wirkung auf Hunde haben können. Indem du diese Art von Musik spielst, wenn dein Hund Anzeichen von Stress zeigt, kannst du ihm helfen, sich zu entspannen. Es gibt sogar spezielle Musik-Playlists und Alben, die für die Ohren von Hunden konzipiert sind. Dennoch ist es wichtig, die Lautstärke moderat zu halten, da Hunde ein sehr empfindliches Gehör haben und laute Musik kontraproduktiv sein kann.

8. Geruch: Pheromone zur Förderung der Entspannung

Der Geruchssinn eines Hundes ist unglaublich stark und beeinflusst sein Verhalten maßgeblich. Produkte, die beruhigende Pheromone freisetzen, imitieren die natürlichen „Wohlfühl“-Chemikalien, die von der Mutterhündin produziert werden, um ihre Welpen zu beruhigen. Diese können in verschiedenen Formen erhältlich sein, wie Zerstäuber, die in deinem Zuhause platziert werden, oder Halsbänder, die dein Hund tragen kann. Sie können besonders nützlich sein in Situationen, die bekanntermaßen Stress verursachen, wie Gewitter oder Reisen.