Wie freizügig darf man eigentlich im Supermarkt herumlaufen? Die australische Fitness-Trainerin Sophie Allen hat sich das schon öfter fragen müssen. Mit einem ihrer TikTok-Videos regt sie nun heftige Diskussionen im Netz an. In dem Video trägt sie einen Sport-BH, eine Sportleggings und ein paar Sneakers. Laut eigener Aussage wurde sie bereits häufiger für ein solches Outfit komisch angeschaut. Es gab missbilligende Blicke und komische Kommentare.

Wir haben uns gefragt: Wie viel Freizügigkeit ist im Supermarkt eigentlich erlaubt? Gibt es in Deutschland Regelungen dafür? Wir zeigen dir, was wir in Erfahrung bringen konnten.

Sophie Allen: Eine Fitnessbloggerin im Supermarkt

Die 31-jährige Sophie Allen ist eigentlich immer in Sportkleidung unterwegs. So auch im Supermarkt. In einem ihrer TikTok-Videos gibt sie ihren Fans einen Tipp, wie man sich die komischen Blicke der anderen vom Leib halten kann. Sie bekommt nämlich gerade im öffentlichen Raum oft feindselige Blicke zugeworfen.

Ihr Tipp: Trage immer und überall eine Sporttasche mit dir herum, dann wissen die Menschen, dass du gerade vom Sport kommst und deswegen die Berechtigung dazu hast, in einem Sport-BH herumzulaufen.

@sopheallen

Y’all are savage 🔥 let a girl shop post gym & create content sheeesh

♬ origineel geluid – Imani Verbeke 🤍

Gesetze zur Freizügigkeit in Deutschland

Der Tipp von Sophie Allen ist zwar ganz nett, löst aber nicht das eigentliche Problem. Wie ist das denn nun mit freizügiger Kleidung im öffentlichen Raum? In Deutschland gibt es dazu natürlich spezielle Regelungen.

Nacktsein ist nicht verboten

Im deutschen Gesetz ist verankert, dass Nacktheit in der Öffentlichkeit nicht verboten ist. Jeder Mensch darf sich nackt in der Weltgeschichte bewegen, so viel er oder sie will. Es sei denn es ist sexuell motiviert. Sobald ein „sexueller Bezug“ mit ins Spiel kommt, ist es verboten. Sollte es dich also sexuell erregen, nackt herumzulaufen, darfst du das nicht und es gilt als Straftat.

Darauf musst du beim Nacktsein achten

Warum laufen wir also nicht alle überall nackt rum, wenn es nicht verboten ist? Der Grund ist, dass es dennoch eine Ordnungswidrigkeit sein kann, wenn wir mit unserer Nacktheit andere Menschen stören. Sollten wir mit unserer Körperlichkeit andere Menschen stören, gilt der Paragraf § 118, das Gesetz der Ordnungswidrigkeiten. Das ist nämlich „Belästigung der Allgemeinheit“. Allerdings ist dieser Paragraf ein sogenannter Gummiparagraf. Das bedeutet, dass es eine sehr allgemein gehaltene Regelung ist, die in jedem einzelnen Fall unterschiedlich ausgelegt werden kann.

Nacktsein im Supermarkt? Entscheide selbst

Bei zu freizügiger Kleidung im Supermarkt solltest du dir also keine Gedanken darüber machen, ob du Probleme mit dem Gesetz bekommst. Allerdings kann es durchaus sein, dass deine Mitmenschen dich komisch anschauen oder dich sogar auf deine fehlende Kleidung ansprechen. Weise sie gerne auf den Paragraf § 118 hin und frage sie: „Sie fühlen sich also durch meine Haut gestört?“ Das wird sie wahrscheinlich stumm zurücklassen.

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