Fühlst du dich am Morgen nach einem Vollmond auch immer gerädert und hast das Gefühl, dass die ganze Welt gegen dich ist? Damit bist du nicht allein. Viele Menschen haben Schlafprobleme, wenn Vollmond ist und das hat durchaus seine Gründe. Wir zeigen, warum du bei Vollmond nur schwer in den Schlaf findest und wie du das vermeiden kannst.

Fühlst du dich heute morgen wie gerädert und hast tiefe Ringe unter den Augen? Lagst du gestern stundenlang wach und hast dich um dich selbst gedreht? Das mag am Pinken Mond gelegen haben, der gestern in Deutschland am Himmelszelt stand.

Warum schlafen wir so schlecht bei Vollmond?

Forscher:innen des Zentrums für Chronobiologie der Universitären Psychiatrischen Kliniken Basel (Schweiz) erklären im Fachblatt Current Biology, dass es tatsächlich Gründe dafür gibt, dass wir Menschen bei Vollmond schlechter in den Schlaf finden. In einer Studie wurde nach eigenen Angaben endlich ein wissenschaftlicher Beweis gefunden: Der Mond beeinflusst den Schlaf und es liegt an den Hormonen.

Die Hormone und der Mond

Die Forscher:innen hatten schon zuvor zu untersuchen versucht, wie die Mondphasen sich auf den Schlaf auswirken. Aber nie waren sie zu einem befriedigenden Ergebnis gekommen: Egal, ob sie die Schuld bei Hirnaktivität, Augenbewegungen oder Hormonveränderungen suchten. Doch in dieser Studie mit 33 Personen war es endlich soweit.

Proband:innen brauchten bei Vollmond gut 5 Minuten länger, um in den Schlaf zu finden. Insgesamt bekamen sie gut 20 Minuten weniger Schlaf pro Vollmondnacht.

Ihre neue Auswertung ergab nun, dass die Versuchspersonen bei Vollmond im Schnitt fünf Minuten länger gebraucht hatten, um einzuschlafen. Sie hatten zudem pro Nacht insgesamt 20 Minuten weniger geschlafen und die Qualität ihres Schlafs selbst auch schlechter beurteilt.

Das lag an diesen folgenden Mondfaktoren

  • Hirnaktivität: Die Länge des Tiefschlafs nahm ab.
  • Hormone: Der Melatonin-Spiegel sank. Dieses Hormon ist an der Steuerung von Schlaf- und Wachphasen beteiligt.
  • Stimmung & geistige Leistung: Durch die beiden oberen Faktoren könne auch dieser letzte Faktor beeinflusst werden.

Die Forschenden sahen das als Durchbruch an, die Schlafstruktur des Menschen in einer Vollmondphase endlich besser verstehen zu lernen.

Wie gegen die Vollmondfühligkeit vorgehen?

Wenn dein Schlaf vom Mond beeinflusst wird, dann gibt es keinen allgemeinen Trick oder Lifehack, wie du dem entgehen kannst. Da musst du leider „durch“.

Dem Schlafmedizinert Dr. Dieter Kunz erklärt aber, dass viele Menschen bereits besser schlafen, wenn sie wissen, dass ihre Mondfühligkeit keine Einbildung ist. Er sagte im Interview mit „Visite“, dass Patient:innen vor allem das Gefühl störe, sich selbst für verrückt zu halten. „Diese Menschen sind allein dadurch schon beruhigt, dass sie selber nicht den Eindruck haben, ich spinne, ich muss mich zusammenreißen.“ Für diese Patient:innen scheint es beruhigend zu sein, dass sie eine Störung haben, die wissenschaftlich anerkannt ist.

Schlafforschende empfehlen zudem die gängigen Methoden, um besser einschlafen zu können: Ein gutes Buch zur Hand zu nehmen oder sich eine warme Wärmflasche mit ins Bett zu nehmen, kann Wunder wirken. Wichtig ist, dass man sich dabei nicht verrückt macht, sondern ganz entspannt ist.

Redaktionstipp: Es kann auch beim Einschlafen helfen, dir eine Zitrone ans Bett zu legen.

Vollmondschlaf: Es gibt noch andere Gründe

Nicht jeder Mensch ist gleich schwer betroffen von den Mondzyklen, denn der Hormonhaushalt der Menschen ist sehr unterschiedlich. Dennoch kannst du vom Vollmond in der Nacht gestört werden. Eine einfache Erklärung ist, dass der Vollmond einfach sehr viel heller ist als der normale Mond. Bist du es nicht gewohnt, dass sehr viel Licht in dein Schlafzimmer scheint, kann das bereits dazu beitragen, dass du schlechter ein- und ausschläfst.

Dem ist sehr leicht entgegenzuwirken. Installiere einfach einen Vorhang in deinem Schlafzimmer oder (wenn dir das zu viel Aufwand ist) hänge ein dunkles Tuch vor dein Fenster.