Obwohl Katzenbesitzer:innen den ganzen Tag von ihren kleinen Samtpfötchen umgeben sind, sind sie doch ein kleines Mysterium. Sie setzten sich auf aufgemalte Flächen oder jagen Dinge, die gar nicht da sind. Eine neue Studie klärt auf, warum Katzen Dinge sehen, die für uns unsichtbar sind.

Das hat die amodale Wahrnehmung mit der Sicht der Katzen zu tun

Katzen und Menschen sind sich in manchen Dingen sehr ähnlich. Auch wir sehen manchmal Dinge, die zumindest in der vorderen Ebene gar nicht da sind. Stell dir vor, du gehst an einem Grundstück mit einem großen Zaun vorbei. Auf einmal siehst du hinter dem Zaun einen kleinen Hund, der dich anbellt. Obwohl ein Zaun zwischen euch beiden steht, kannst du ihn voll und ganz wahrnehmen und sehen. Das nennt man die amodale Wahrnehmung. Mit deiner Vorstellungskraft kannst du die Flächen, die von dem Zaun bedeckt sind, ebenfalls sehen.

Das gilt übrigens nicht nur für die Sehkraft: Beim Hören kann dies ebenfalls der Fall sein. Wenn du zum Beispiel im Fernsehen sprechende Personen anschaust und der Ton für ein Wort ausfällt, kannst du dir denken, was diese Person gesagt hat.

Kanizsa Dreieck Illusion
In der optischen Illusion siehst du eine Form, gar nicht da ist. Foto: Gwengoat / Getty Images

Das Kainzsa Dreieck stellt genau dieses Phänomen dar. Durch die Konturen der abgebildeten Formen siehst du in dem Beispielbild ein Dreieck, obwohl das nicht eingezeichnet ist.

Das Phänomen ist an Menschen besser erforscht als an Tieren. Wir Menschen können uns verständigen, jedoch können wir mit Tieren nicht so gut kommunizieren. Daher muss die Wissenschaft Studien mit Tieren anders angehen.

Funktioniert das Phänomen auch bei Katzen?

Auch wenn Katzen nicht mit uns sprechen können, zeigen die neusten Erkenntnisse in der Wissenschaft, dass Katzen ebenfalls von diesem Phänomen betroffen sind. Jede:r Katzenbesitzer:in weiß, wie sehr die kleinen Samtpfötchen Boxen und andere enge Flächen lieben. Daher wurde an über 500 Katzen getestet, ob sie sich genauso oft in eine zweidimensionale Fläche wie einen aufgemalten Kreis setzten wie in eine Box oder einen Wäschekorb.

Die Studie hat herausgefunden, dass Katzen die Flächen ebenfalls mögen, wenn sie imaginär sind. Die Katzen in der Studie haben die imaginäre Fläche genauso oft benutzt wie die reale Fläche. Das erklärt auch, warum Katzen in einem aufgemalten Kreis bleiben. Sie nehmen die aufgemalte Fläche genauso wahr, wie zum Beispiel eine Box. Probier es doch mal mit deiner eigenen Samtpfote aus!

Darum sieht deine Katze mehr als du selbst

Die kleinen, wunderlichen Kreaturen sehen nicht nur Flächen, wo keine sind. Manchmal scheint es so, als würden sie Geister jagen. Keine Angst: Katzen haben keine übernatürlichen Fähigkeiten. Deine Katze kann nur viel besser sehen als du selbst, gerade in der Dunkelheit. Hunde und Katzen können mehr Lichtspektren wahrnehmen als wir, unter anderem das UV-Licht. Die Sinne von Katzen sind generell schärfer als die vom Menschen. Die kleinen Samtpfoten können nämlich auch besser hören als wir.

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