Du bist draußen am See, oder in den Bergen beim Wandern. Du atmest die frische Luft ein und genießt die Natur. An Zecken denkt man in diesem Moment natürlich eher ungern. Das heißt, bis du diesen seltsamen braunen Punkt siehst, der aus deiner Haut ragt. Du versuchst ihn direkt rauszupulen, und fragst dich dann: Woran erkenne ich eigentlich, dass der Zeckenkopf noch in meiner Haut steckt?

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Besonders im Wald ist die Zeckengefahr sehr hoch. Foto: Mike Marchhetti von Capturenow via Canva

Warum gibt es überhaupt Zecken?

Diese winzigen Parasiten, die sich von Menschen und warmblütigen Tieren ernähren, treten immer häufiger auf, da die Populationen von zwei ihrer bevorzugten Wirte – Rehe und Mäuse – zunehmen. Das mag gut für Zecken sein – sie haben durchaus ihren Platz in einem gesunden, natürlichen Ökosystem. Aus diesen Gründen, braucht es Zecken, auch wenn sie für uns nervig und teilweise sogar gefährlich sind.

  1. Zecken sind Nahrung für andere Tiere, wie beispielsweise Vögel, Eidechsen oder Igel.
  2. Sie beschleunigen die Evolution bei manchen Arten: Schwächere Tiere können durch Zeckenbefall sterben und die stärkeren vermehren sich dann schneller.
  3. Zecken können Bestände regulieren. Sie sorgen dafür, dass sich Arten nicht übermäßig vermehren.
  4. Parasiten stärken auf lange Sicht unser Immunsystem. Die Forschung ist sich einig: Um schneller auf schon einmal da gewesene Erreger reagieren zu können, gibt es die spezifische oder auch erworbene Abwehr. Dieses Abwehrverhalten muss der Körper im Laufe des Lebens erst einmal lernen. Der Organismus kann sich diese Erreger merken und so bei einer erneuten Infektion schneller und stärker reagieren, indem er dann ganz schnell passende Antikörper produziert. Trotzdem sind Zeckenbisse sehr gefährlich und können zu schweren Infektionen führen!
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Die kleinen Blutsauger können mit etwas Pech ganz schön Schaden anrichten. Foto: imago images / Westend61

Deswegen sind die Blutsauger so gefährlich

Zecken können Krankheitserreger übertragen, wenn sie sich an dir festkrallen. Nach Angaben des National Institute of Allergy and Infectious Diseases (Nationales Institut für Allergien und Infektionskrankheiten) ist die Zahl der Borreliose und anderer durch Zecken übertragener Krankheiten in den letzten zehn Jahren sprunghaft angestiegen, wobei viele dieser Krankheiten schwere Komplikationen verursachen können, wenn sie nicht diagnostiziert und behandelt werden.

Wenn du also bemerkst, dass sich eine Zecke in deiner Haut festgesaugt hat und du sie am liebsten direkt entfernen würdest, solltest du darauf achten, dass auch der Zeckenkopf entfernt wird.

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Es lohnt sich eine spezielle Pinzette für alle Fälle daheim zu haben. Foto: IMAGO / Niehoff

So entfernst du Zecken sicher

Wenn sich eine Zecke auf deiner Haut festsetzt, lebt sie dort in der Regel 3 bis 5 Tage, vor allem nach einer Aktivität im Freien, wie z. B. einer Wanderung. Sie können aber auch viel länger dort bleiben – bis zu zwei Wochen.

Laut den Centers for Disease Control and Prevention (CDC) sollten Sie stattdessen die folgenden Schritte nach einem Zeckenbiss unternehmen.

  1. Nimm eine saubere, fein gespitzte Pinzette. Wenn Sie sich nicht sicher sind, ob sie sauber ist, wische die Pinzetten kurz mit einem Alkoholtuch oder notfalls mit einem Handdesinfektionsmittel auf Alkoholbasis ab.
  2. Atme tief durch, um dich zu beruhigen. Deine Hände sollten ruhig sein, wenn du die Zecke entfernst.
  3. Greife die Zecke mit der Pinzette fest am Kopf. Versuche, sie nicht zu quetschen. Entferne sie mit gleichmäßigem Druck, indem du sie gerade nach oben und von der Bissstelle weg ziehst.
  4. Schau dir die Stelle an. Der Zeckenkopf oder die Mundwerkzeuge der Zecke können in der Haut zurückbleiben. Wenn du sie sehen kannst, gehe noch einmal mit der Pinzette hinein und versuche, alle verbliebenen Zeckenteile zu entfernen.
  5. Reinige die Stelle mit Reinigungsalkohol, Handdesinfektionsmittel oder Seife und Wasser – was immer du zur Hand hast, um Bakterien zu entfernen und eine Infektion zu vermeiden.
  6. Möglicherweise ist die Zecke noch am Leben, nachdem du sie entfernt hast. Versuche nicht sie zwischen deinen Fingern zu zerquetschen. Du kannst die Zecke abtöten, indem du sie in Klebeband einwickelst, in Franzbranntwein eintauchst oder die Toilette hinunterspülst.

Jetzt kannst du nicht sagen, ob du sie ganz erwischt hast und es sieht so aus, als ob der Kopf vielleicht sogar noch an deiner Haut klebt. Was solltest du als Nächstes tun?

Zeckenkopf steckt noch in der Haut? Eine Handlungsanweisung

Wenn nur der Kopf übrig ist, kannst du ihn normalerweise auf deiner Haut sehen.

Das Entfernen des Kopfes ist ähnlich wie das Entfernen der Zecke. Die Stelle sollte wieder mit Reinigungsalkohol gesäubert werden, bevor man es noch einmal mit der Pinzette versucht. Dann greifst du den Kopf mit der Pinzette und zupfst ihn mit einer geraden Aufwärtsbewegung aus der Haut.

Wenn es nicht gelingt, den Kopf der Zecke herauszuziehen, solltest du einen Arzt oder Dermatologen aufsuchen, denn wenn der Kopf oder die Mundwerkzeuge der Zecke in deiner Haut verbleiben, kann das zu einer Hautinfektion führen.

Auch wenn es so aussieht, als sei die Zecke vollständig verschwunden, sollten Sie die Stelle dennoch so genau wie möglich untersuchen – nimm dir eine Lupe, wenn du eine zur Hand hast. Ein kleiner, dunkler, schwarzer Punkt auf deiner Haut könnte darauf hindeuten, dass noch Zeckenteile auf dich lauern. Wenn seit dem ersten Biss einige Zeit vergangen ist und noch Teile der Zecke in der Haut zu sehen sind, ist die Stelle möglicherweise gereizt, sodass die Zeckenteile eine rot-schwarze Färbung angenommen haben.

Wenn die Haut fest, rot und gereizt ist und du einen kleinen Klumpen in der Haut spürst, steckt die Zecke möglicherweise etwas tiefer in der Haut. In diesem Fall muss die Zecke möglicherweise von einem Dermatologen chirurgisch entfernt werden. Dies ist ein einfacher, ambulanter Eingriff, der mit einer Stanzbiopsie durchgeführt wird.

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Es lohnt sich bei Zeckengefahr, seinen Körper gründlich zu untersuchen. Foto: Anna Shvets The Anna Shvets Collection via canva.com

Zeckenkopf sichten: Vorsicht ist besser als Nachsicht

Es lohnt sich tatsächlich, sich nach Wanderausflügen, Tagen im Wald oder auch nur nach längeren Spaziergängen gründlich zu untersuchen und zur Not auch eine weitere Person bitten, die Stellen zu begutachten, die du alleine nicht sehen kannst. Diese Blutsauger sind zwar klein, aber dafür auch echt gefährlich.