Menschen sind fast am ganzen Körper behaart. Obwohl wir unsere Behaarung nicht mehr als Schutz vor Wetter benutzen, wie noch in der Steinzeit, ist sie selbstverständlich dennoch wichtig. Körperbehaarung schützt auch heute noch vor Schmutz und Keimen. Dieser Schutz ist zwar immer noch wichtig, aber in den letzten Jahrhunderten ist es in unserer Gesellschaft zu einer Selbstverständlichkeit geworden, dass Frauen sich die Haare glatt rasieren. Hast du dich schon mal gefragt, warum und seit wann dieser gesellschaftliche Druck eigentlich da ist?

Die Geschichte des Rasierens

Anfang des 20. Jahrhunderts hatte das Rasieren zwei Gründe. Der erste war, dass Rasieren mit grundlegender Hygiene in Verbindung gebracht wurde. Laut dem Magazin Smithsonian lag das daran, dass das Entfernen der Körperbehaarung dazu beiträgt, den Befall mit Läusen und anderen Parasiten abzuwehren – vor allem für Menschen, die nur einen eingeschränkten Zugriff auf das Baden hatten.

Der zweite Grund kommt aus den USA und besagt, dass Frauen, die sich rasieren, femininer wirken und Männern besser gefallen. 1915 wurde der erste Damenrasierer hergestellt. Nach dem Zweiten Weltkrieg ist der Trend des Rasierens dann auch in Europa angekommen.

Seitdem rasieren sich die meisten Frauen am ganzen Körper. wmn hat letztens berichtet, wie teuer es eigentlich ist, eine Frau zu sein. Unter anderem wurden die Kosten des Rasierens ausgerechnet. Den Artikel kannst du hier lesen.

Wie wurden Rasierer vermarktet?

Damenrasierer wurden generell unter „verführerischem“ Vorwand vermarktet. Wenn man sich eine alte Gillette Venus Werbung anschaut, sieht man, dass diese von der sogenannten „Male-Gaze“ gefilmt wurde.

Was ist der „Male Gaze“?
Der „Male-Gaze“, auf Deutsch der männliche Blick, ist Begriff aus der feministischen Filmtheorie. Diese Theorie befasst sich mit der Handlungsweise, wie der Regisseur:in oder Drehbuchautor:in Frauen aus der männlichen, heterosexuellen Sicht darstellt.

Wenn man sich die Venus Embrace Werbung, die 2011 überall im Fernsehen gelaufen ist, anschaut, sieht man den männlichen Blick, den Male Gaze, sofort. Die damalige Germany’s Next Topmodel streift sich verführend über ihre Beine, während sie ihr Gegenüber anschaut. Es wird impliziert, dass der Mann nur wegen ihrer glatten Beine von ihr verzaubert wäre.

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Fazit: Das Geschäftsmodell Damenrasierer ist gleich geblieben

Dass Damenrasierer hergestellt und vermarktet werden, mit dem Hintergedanken, dass Frauen glattrasiert besser Männern gefallen, hat sich bis heute nur schleppend geändert. In unserer Gesellschaft sind solche Werbespots und Slogans allerdings langsam nicht mehr akzeptabel.

Großen Firmen stellen Frauen immer noch als glattrasierte Göttin dar. Es gibt allerdings Licht am Ende des Tunnels. Die Firma Billie setzt bei ihren Werbungen auf Realität, und zeigt Frauen so, wie sie sind.

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