Manche Menschen sind empathischer, während andere lange nicht mitbekommen, ob etwas mit seinem oder ihrem Gegenüber nicht stimmt. Jede Person hat eine individuelle Menschenkenntnis und kann daher andere Menschen besser oder eher schlechter einschätzen. Doch wie steht es mit deiner Menschenkenntnis? Mit unserem Test kannst du herausfinden, wie gut du andere Menschen lesen kannst und erfährst, warum es wichtig ist, an einer guten Menschenkenntnis zu arbeiten.

Was genau steckt hinter dem Begriff Menschenkenntnis?

Sicherlich wissen die meisten mit dem Begriff der Menschenkenntnis etwas anzufangen. Wir wollen dir vollständigkeitshalber trotzdem eine kurze Definition präsentieren, die vielleicht Unsicherheiten aus dem Weg schafft. Laut dem Duden handelt es sich bei diesem Begriff um das „Vermögen, andere Menschen richtig zu beurteilen“.

Dabei geht es auch darum, dass man schon beim ersten Kennenlernen den Charakter, die Absichten und das zukünftige Verhalten eines Menschen korrekt interpretieren und beurteilen kann. Natürlich ist hierfür nie eine hundertprozentige Erfolgsquote garantiert. Eine gute Menschenkenntnis zeugt aber davon, dass die Einschätzung einer Person in den meisten Fällen richtig ist.

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Wie du dir sicherlich schon denkst, kann eine gute Menschenkenntnis dir in zwischenmenschlichen Beziehungen unglaublich helfen. Sie kann dich dabei unterstützen, Streitigkeiten aus dem Weg zu gehen oder diese richtig anzugehen. Außerdem kann sie dir helfen, den Umgang mit toxischen Menschen von Anfang an zu vermeiden.

Diese Fehler können die Menschenkenntnis verzerren

Viele Menschen behaupten von sich selbst, dass sie eine gute Menschenkenntnis haben und niemand ihnen etwas vormachen kann. Dabei ist es eigentlich relativ schwierig, jedes Mal sofort die Absichten einer Person zu erkennen. Doch die falsche Einschätzung liegt oft mit bestimmten Funktionen in unserem Gehirn zusammen. Drei Fehler sind besonders für ein verzerrtes Bild der eigenen Menschenkenntnis verantwortlich:

1. Der Bestätigungsfehler

Der ‚Hauptfehler‘ bei einer falschen Einschätzung der Menschenkenntnis ist der sogenannte Bestätigungsfehler. Hierbei geht es darum, dass dein erstes Urteil, welches du über eine Person gefällt hast, immer wieder bestätigt wird, während widersprüchliches Verhalten einfach ausgeblendet wird.

Der wahre Charakter deines Gegenübers bleibt in diesem Zusammenhang deshalb vielleicht für immer unerkannt, allerdings bildest du dir weiter ein, dass du die Person aufgrund deiner Menschenkenntnis sehr gut kennst.

Zwei Freundinnen
Es ist manchmal auch mit einer gewissen Menschenkenntnis nicht einfach, jeden Menschen zu hundert Prozent zu kennen. Foto: IMAGO Images / MASKOT

2. Der Rückschaufehler

Wann hast du das letzte Mal „Ich habe es doch von Anfang an gewusst“ gesagt? Sicherlich ist dir diese Situation auch geläufig. Die Wahrheit ist allerdings, dass du diese Entwicklungen eben nicht von Beginn an wusstest. Wir Menschen neigen nämlich dazu, die einstige Vorhersage anzupassen, sobald ein bestimmtes Ereignis eintritt. Auch hier ist mal wieder unser Unterbewusstsein Schuld.

3. Der Attributionsfehler

Oft urteilen wir zu schnell über einen Menschen und lassen bei den ersten Begegnungen die äußeren Umstände unseres Gegenübers außer Acht. Vielleicht hat eine neue Bekannte von dir keine Zeit und verschiebt deshalb euer Treffen. Gleich macht sich bei dir ein Bild von ‚arroganter Einzelgängerin‚ breit, während du nicht weiter überlegst, warum diese Person abgesagt hat.

Und übrigens: Bei sich selbst dreht sich der Attributionsfehler um. Eigenes Fehlverhalten wird deshalb fast immer auf äußere Umstände geschoben.

Der ultimative Test: Wie gut ist deine eigene Menschenkenntnis?

Nachdem du nun weißt, was es bedeutet, eine gute (oder auch eine verzerrte) Menschenkenntnis zu haben, willst du sicherlich herausfinden, wie gut deine eigene Fähigkeit ist, andere Menschen einzuschätzen. Natürlich handelt es sich hierbei nicht um einen wissenschaftlichen Test. Allerdings kann er dir eine Orientierung bieten, wo genau du mit deiner Menschenkenntnis stehst.

Zwei Teenagers reden miteinander
Wie gut ist deine Menschenkenntnis? Mach den Test & finde es heraus! Foto: IMAGO Images / MASKOT

Um diesen Test durchzuführen, zählst du einfach zusammen, wie viele Aussagen du mit „Ja“ beantworten kannst. Je mehr das sind, desto besser ist deine Menschenkenntnis und desto weniger musst du daran arbeiten.

  1. Wenn du eine Person kennenlernst, achtest ich nicht zuerst auf die Klamotten oder das Make-up dieses Menschen, sondern auf das Gesamtbild.
  2. Du weißt sofort, wenn es deinen Freund:innen nicht gut geht und sprichst sie darauf an.
  3. Wenn dein Gegenüber nervös ist, versuchst du ihn oder sie zu beruhigen und herauszufinden, was diesen Gemütszustand auslösen könnte.
  4. Du kommst häufig mit neuen Menschen in Kontakt, die dir auch Jahre später noch sympathisch sind und die dich zu schätzen wissen.
  5. Du kannst dich fast immer auf dein Bauchgefühl verlassen.
  6. In Freundschaften und Beziehungen wurdest du noch nicht oft hintergangen.
  7. Dein erster Eindruck bei anderen Menschen stimmt oft.
  8. Du kannst gut über deine Gefühle sprechen.
  9. Vorurteile beeinflussen dich nicht bei deiner Bewertung von anderen Menschen.

Wenn du nun die meisten Aussagen mit „Ja“ beantwortet hast, können wir dir zu deiner guten Menschenkenntnis gratulieren! Doch auch, wenn dies nicht der Fall ist: Du kannst deine Menschenkenntnis trainieren!

4 Tipps, um deine Menschenkenntnis zu trainieren

Menschenkenntnis ist nicht etwas, was von Geburt an besteht. Mit der Zeit und gesammelten Erfahrungen kann deine Menschenkenntnis wachsen und es wird einfacher für dich, dein Gegenüber zu verstehen. Wenn du trotzdem das Gefühl hast, dass deine Einschätzung von anderen Personen schlecht ist, haben wir vier Tipps für dich, die dir helfen können, deine Menschenkenntnis zu entwickeln.

Zwei Menschen umarmen sich
Mit einer besseren Menschenkenntnis, kannst du auch besser für deine Freund:innen da sein. Foto: IMAGO Images / MASKOT
  1. Mache dir zuerst von dir selbst ein Bild, bevor du dich daran machst, andere einzuschätzen. Nur mit einem gefestigten Selbstbild und einem Überblick über deine Stärken und Schwächen kannst du diese Kenntnis auch auf andere anwenden.
  2. Lerne, die Körpersprache deines Gegenübers zu lesen. Denn der Großteil der zwischenmenschlichen Kommunikation läuft über nonverbale Signale ab.
  3. Versuche, die Wortwahl deines Gegenübers genau zu verstehen. Spricht er oder sie eher sachlich oder emotional? Auch dadurch kannst du dir ein Bild von der anderen Person machen.
  4. Nachdem du nun die Fehler kennst, die zu einer verzerrten Menschenkenntnis führen kann, solltest du versuchen, diese zu vermeiden. Achte auf aktuelle Situationen deines Gegenübers, falle nicht auf Stereotypen herein und überlege, ob dein anfänglicher Eindruck auch von Dauer sein kann.

Wenn du diese Tipps beherzigst, kann sich deine Menschenkenntnis entwickeln und du dich mit ihr. Denn diese Fähigkeit kann dir helfen, dich von falschen Personen fernzuhalten und macht dein Leben damit auch nur besser!

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