Die werden länger, die Temperaturen steigen und dennoch lässt die gute Laune auf sich warten. So geht es vielen im Sommer – und das, obwohl der Winter doch eigentlich die Jahreszeit ist, die mit mieser Laune und Depressionen in Verbindung gebracht wird. Ganz so einfach ist jedoch nicht, denn immer mehr Menschen leiden unter der sogenannten Sommerdepression.

Wir sagen dir, was es damit auf sich hat & was du tun kannst.

Wenn die Sommergefühle auf sich warten lassen

Die Sommerdepression ist wie auch die Winterdepression eine saisonale affektive Störung. Sie ist eine Sonderform der Depression und betrifft häufig junge Frauen. Dabei unterscheiden sich die Symptome von denen einer Winterdepression, die meist mit Heißhungerattacken und Müdigkeit einhergeht. Im Gegensatz dazu klagen Betroffene von Sommerdepressionen häufig über Einschlafschwierigkeiten, Unruhe und Appetitlosigkeit.

Tipp der Redaktion: Wie du langfristig besser einschlafen kannst, erfährst du hier.

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Sommerdepressionen lassen den Sommer zur schwierigsten Zeit des Jahres werden. Foto: andreonegin/Shutterstock /

Ausreichend wissenschaftlich belegt sind die Auslöser einer saisonalen affektiven Störung bisher nicht. Dennoch werden die Winterdepressionen auf den Mangel an Licht in der kalten Jahreszeit zurückgeführt. Durch die schlechten Lichtverhältnisse kann es zu einer Störung der Melatoninproduktion im Körper kommen.

Als Reaktion auf das fehlende Licht wird Melatonin ausgeschüttet und signalisiert dem Körper, dass es Zeit ist, schlafen zu gehen. Vermutet wird, dass es sich bei der Sommerdepression umgekehrt verhält. Durch das vermehrte Licht wird die Melatoninausschüttung vermindert – das Einschlafen fällt schwerer.

Welche Symptome treten bei einer Sommerdepression auf?

Es gibt Symptome, die immer wieder bei Sommerdepressionen auftreten. Aber natürlich müssen diese Symptome nicht auf eine Depression hindeuten, sondern können auch einer normalen negativen Stimmung geschuldet sein. 

Falls sie über zwei Jahre ausschließlich in den Sommermonaten auftreten, nach Ende des Sommers wieder abklingen und es keine Erklärung für deine Stimmung gibt, dann solltest du dich unbedingt von einem Arzt beraten lassen.

Die folgenden Symptome können dir als Ansatz für die Erkennung einer Sommerdepression dienen:

  • Schuldgefühle
  • Pessimismus
  • gedrückte Stimmung
  • Antriebslosigkeit, erhöhte Ermüdbarkeit
  • vermindertes Selbstwertgefühl
  • Interessen- und Freudlosigkeit
  • kognitive Störungen
  • Suizidgedanken

Falls du diese Symptome an dir feststellen kannst, dann solltest du dir dringend Hilfe suchen, um die Sommerzeit wieder in vollen Zügen genießen zu können. Denn schließlich sind immer Sommer viele Freizeitaktivitäten möglich, die zu keiner anderen Jahreszeit ausgeführt werden können.

Einige davon sind jedoch in der aktuellen Zeit aufgrund des Coronavirus nur bedingt möglich. Die Einschränkungen wegen des Virus können die Sommerdepression begünstigen.

Kann das Coronavirus schuld an deiner Sommerdepression sein?

Ein Zwischenergebnis des internationalen Forschungsprojekts der privaten Hochschule Göttingen und deren Partnern kommt zu dem Ergebnis das die Beschränkungen des öffentlichen Lebens Spuren hinterlassen können. Besonders bei depressiv veranlagten Menschen. Dabei hat sich im Vergleich zur Norm die Symptombelastung insgesamt verfünffacht.

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Endlich Sommer, aber deine Stimmung ist immer noch am Gefrierpunkt? Das kannst du tun. Foto: Getty Images/ Westend61 / Credit: Getty Images/ Westend61 /

Sommerdepression: Das kannst du dagegen tun!

Zwar ist es wahrscheinlich, dass wie im letzten Jahr die warmen Monate leichte Lockerungen begünstigen. Aber da wir nun auch mit verschiedenen Mutationen zu kämpfen haben, musst du dich auf einen zweiten Sommer im Lockdown gefasst machen.

Klar ist: Die Kontaktsperren und allgemeinen Corona-Maßnahmen können sich negativ auf deine Psyche auswirken. Deshalb kannst du diese Tipps befolgen, um einer Sommerdepression vorzubeugen:

1. Viel Bewegung

Sport zu machen ist besonders wirksam, da dabei Glückshormone ausgeschüttet werden, die deine Stimmung heben. In begrenzter Zahl kannst du je nach dem, was die Regeln sagen, im Freien auch in einer Gruppe Sport machen und entfliehst so ein wenig der Einsamkeit.

2. Sorge für Ausreichend Vitamin-D

Wenn du dich für Oudoor-Aktivitäten entscheidest, kannst du damit deinen Vitamin-D-Haushalt auffüllen. Denn dein Körper braucht UV-Licht für die körpereigene Produktion von Vitamin D3. Ein Vitamin-D-Mangel entsteht meist dadurch, dass die Haut zu selten der Sonne ausgesetzt ist.

3. Ziehe dich nicht zurück

Treffe dich mit Freunden, auch wenn dich negative Stimmungen bedrücken. Falls du neu in einer Stadt bist und noch niemanden kennst, dann schließe dich verschiedenen Gruppen oder Vereinen an. Denn Netzwerken kannst du lernen.

Da das besonders in Corona-Zeiten schwer ist, kannst du dich nach ehrenamtlichen Tätigkeiten umhören oder selbst aktiv werden und zum Beispiel eine Laufgruppe über Social-Media-Seiten organisieren. Nur Mut! Besonders auf den Social-Media-Seiten der Städte wirst du sicher Gleichgesinnte finden.

Sommerdepressionen können vorbeigehen, aber die Traurigkeit wird wiederkommen

Umso wichtiger ist es, dass du deine negative Stimmung ernst nimmst und dir Hilfe suchst. Es gibt viele Menschen, denen es genauso geht wie dir. Besonders in Corona-Zeiten wird das Leben von depressiven Menschen zusätzlich erschwert. Aber auch, wenn du mit deinen Emotionen nicht alleine bist, solltest du versuchen dein Mindset zu ändern, um die schönste Zeit des Jahres wieder genießen zu können.

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