Ich fühle mich derzeit unsicher, habe Angst, was die Zukunft bringt und mache mir vor allem Sorgen, wann dieser Wahnsinn namens Corona endlich sein Ende findet. Verschiedene Erhebungen beweisen, dass ich damit nicht allein bin. Zahlreiche (junge) Erwachsene leiden mental stark unter der Corona-Pandemie. Mit Blick auf die stetig steigenden Inzidenzen in Deutschland, die mit der dunklen Jahreszeit einhergehen, scheint diese Entwicklung sich vorerst nicht zu bessern. Aus diesem Grund verrate ich dir in diesem Text drei Strategien, die mental stark durch den zweiten Corona-Winter bringen können.

Kennst du schon den Wein& Weiber-Podcast vom wmn-Magazin? In dieser Folge spricht Lisa über ihre Selbstzweifel und erklärt, wie sie diese überwindet.

Die Pandemie ließ und lässt psychische Belastungen ansteigen

Die Coronapandemie verlangt(e) uns allen einiges ab. Mütter und Väter mussten im ersten Lockdown plötzlich Homeschooling und Homeoffice unter einen Hut bekommen, Selbstständige mussten um ihre Existenz fürchten und Arbeitnehmer:innen in Kurzarbeit darben, während Berufsgruppen im medizinischen Bereich bis an ihr Limit und darüber hinaus gehen mussten – und es bis dato immer noch müssen!

Wir alle haben unsere Kontakte eingeschränkt und unser Sozialleben größtenteils links liegen gelassen. Manche mussten sogar erleben, wie sie selbst oder ihnen nahestehende Personen an Covid-19 erkrankten. All das ging und geht nicht spurlos an uns vorbei.

Eine Erhebung der NAKO ergab zum Beispiel, dass Angst- und Stresssymptome sowie Depressionen bei den unter 60-Jährigen deutlich zugenommen haben. Vor allem junge Frauen sind betroffen. Je höher die Inzidenzen, desto höher auch die Ängste und Sorgen.

Diese 3 Dinge machen dich mental stark für den Winter

Was uns zur derzeitigen Ausnahmesituation in Deutschland bringt. Stand heute (22.11.2021) liegt die Inzidenz bei 386,5. Woche für Woche werden neue Rekorde gebrochen. Derzeit wird beratschlagt, welche Maßnahmen nun angemessen sind, da im selben Zug 67,9 % der deutschen Bevölkerung bereits geimpft sind.

Abgesagte Weihnachtsmärkte, Überlegungen zu 3G in öffentlichen Verkehrsmitteln, 2G+-Richtlinien – all das scheint angesichts der derzeitigen Situation in den Krankenhäusern fast zu lasch und vor allem zu langsam. Vielen ist bereits klar, dass es erneut auf ein Einigeln in den eigenen Vier-Wänden auf freiwilliger Basis hinauslaufen muss…

Allein der Gedanke, meine Freunde erneut über längere Zeit gar nicht oder nur sporadisch sehen zu können, macht mich schon jetzt fertig. Höchste Zeit also, sich mental stark für den Winter zu machen. Wie mir das gelingt? Mit diesen drei Tipps…

Frau Stuhl Winter
Die Pandemie ist noch nicht vorbei und zeigt sich diesen Winter noch einmal in voller Härte. Was dabei hilft, mental stark zu bleiben… Credit: IMAGO/ Addictive Stock

1. Im Kopf auf eine harte Zeit einstellen

Wer sich mental starkmachen möchte für den kommenden Winter, sollte nicht die Augen davor verschließen, dass die Nachrichten weiter negative Rekorde verkünden und Beschränkungen welcher Art auch immer eintreffen werden.

Jedoch sollte man dem nicht mit Angst gegenüberstehen, sondern sich vielmehr wappnen und auf alte Strategien zurückgreifen: lange Spaziergänge, Videodates mit Freund:innen, ausgiebige Koch- und Backsessions. Wer den kommenden Winter erneut als Chance versteht, Zeit für sich und neue Projekte zu haben, macht sich die Zeit von Anfang an leichter.

2. Zeit für dich nutzen

Wer aufgrund der Situation gestresst ist und unter Ängsten oder gar depressiven Verstimmungen leidet, sollte sich überlegen, was einem guttut. Die Pandemie ist nicht vorbei und der Krisenmodus somit absolut erlaubt. Wenn das bedeutet, dass man sich eingewickelt in einer Decke auf die Couch legt und zum zehnten Mal die Harry Potter-Filme guckt, dann sei es so.

Aber auch andere Hobbys wie das Mixen von Parfums oder Cocktails, das Kochen oder Malen sind ideal, um sich mental starkzumachen. Nicht zuletzt dürfen auch die Meditation sowie regelmäßige Work-outs nicht fehlen, die nachgewiesenermaßen gegen Stress wirken und Ängsten vorbeugen können.

Letztlich solltest du keinem Ratgeber folgen, sondern das tun, was dich glücklich macht. Schmücke beispielsweise schon heute den Weihnachtsbaum, backe Plätzchen, lese ein gutes Buch, starte eine neue Serie oder plane deinen kommenden Sommerurlaub, der hoffentlich angenehmere Zeiten verspricht.

Frau Blumen
Tue, was für dich gut ist. Erde dich, erlaube dir nein zu sagen und höre auf deinen Körper. Credit: IMAGO/ Addictive stock

3. Reden! Im Zweifel in einer Therapie

Was wir nicht vergessen dürfen: Dieser zweite Winter hat andere Startvoraussetzungen. Es wird voraussichtlich keinen harten Lockdown geben, wie es letztes Jahr der Fall war. Geimpft und getestet etwas mit Freund:innen zu unternehmen ist also in jedem Fall drin und ungemein heilsam gegen Stress und Ängste! Du machst dir Sorgen wie die Zukunft aussieht und wie es weitergehen soll? Rede mit jemandem darüber!

Und wenn du gar nicht weiter weißt, wie du dich mental starkmachen sollst, hol dir professionelle Hilfe. Bemühe dich lieber früher als später um einen Therapieplatz. Zum einen, weil die heiß begehrt und zum Teil mit langen Wartezeiten verknüpft sind. Und zum anderen, weil eine Therapie, wird sie früh begonnen, in Bezug auf beispielsweise Depressionen und Angststörungen noch wirksamer ist.

Weiterlesen: Unsere weekly heroine Linda Leinweber verrät, wann eine Therapie sinnvoll ist und ein Experte erklärt, wie die Therapie bei Angststörungen ablaufen kann.

Mental stark durch den zweiten Corona-Winter? Das bedeutet Arbeit an dir

Wer mental stark durch diesen zweiten Corona-Winter kommen möchte, muss sich vor allem auf sich besinnen. Von jetzt an musst du gar nichts mehr, außer dich um dich zu kümmern. Tue alles, was dir guttut und dich durch diese schwere Zeit bringt. Erlaube dir Nein zu sagen, wenn dein Bauchgefühl dir von Dingen abrät, nimm dir Zeit, um dich zu erden und schalte im Zweifel alle Nachrichten und sozialen Medien aus, wenn es dir zu viel wird. Was mir außerdem hilft? Die Aussicht auf einen kommenden Sommer!

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