Während der Wechseljahre bis hin zur Menopause vollzieht der weibliche Körper zahlreiche Umstellungen, die mit hormonellen Veränderungen zusammenhängen. Doch nicht nur der Körper, sondern auch die Psyche muss in dieser Zeit gewappnet sein…

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Wechseljahre und Menopause: Was ist das?

Die Wechseljahre oder das sogenannte Klimakterium der Frau ist der Zeitabschnitt, in dem hormonelle Veränderungen das Ende der fruchtbaren Lebensphase einläuten. Mediziner:innen unterteilen meist zwischen der Perimenopause, also der Zeitspanne kurz vor dem Ausbleiben der Menstruation und der eigentlichen Menopause, also dem Zeitpunkt, an dem keine Menstruation mehr stattfindet.

Bleiben die Menstruationsblutungen für zwölf Monate aus, spricht man anschließend von der Postmenopause. Die Zeit kurz vor den Wechseljahren bzw. der Menopause werden auch als Prämenopause bezeichnet. Bereits hier kann es zu Zyklusveränderungen der Frau durch die veränderte Hormonproduktion kommen. Durchschnittlich setzt die Menopause im Alter von 52 Jahren ein.

Was passiert mit dem Körper während der Menopause?

In den Wechseljahren neigt sich die Reserve an Eizellen dem Ende zu. Die Eileiter stellen in der Folge ihre Funktion ein und die Produktion weiblicher Sexualhormone sinkt. Vor allem das Schwangerschaftshormon Progesteron sinkt zunächst. Danach wird auch das Hormon Östrogen immer weniger produziert. Das kann zahlreiche körperliche Beschwerden nach sich ziehen wie

  • Hitzewallungen,
  • Schweißausbrüche,
  • Libidoverlust,
  • Haarausfall,
  • Schlafstörungen,
  • Herzklopfen, Blutdruckschwankungen
  • Muskel- und Gelenkbeschwerden
  • uvm.

All diese körperlichen Beschwerden können die Lebensqualität erheblich beeinträchtigen. Damit nicht genug, sind auch psychische Folgeerscheinungen häufig.

Frau älter
Die Menopause bedeutet das Ende unserer Fruchtbarkeit. Leider geht das häufig mit körperlichen Begleiterscheinungen einher, die allerdings durch eine aktive Lebensweise gelindert werden können. Credit: MixMedia Getty Images Signature via canva.com

Was passiert mit der Psyche während der Menopause?

Wie es in einem Artikel bei Harvard Health Publishing heißt, verdoppelt sich während der Menopause die Häufigkeit von Depressionen. Vor allem Frauen, die in der Vergangenheit von Depressionen oder Angstzuständen betroffen waren, können ein erneutes Auftreten der Symptome feststellen.

Dr. Hadine Joffe, die unter anderem Paula A. Johnson Associate Professorin für Psychiatrie in der Frauengesundheit an der Harvard Medical School ist, verwundern diese Zahlen wenig. Auch in anderen Lebensphasen führen Veränderungen des weiblichen Hormonspiegels immerhin zu Stimmungsschwankungen.

Dabei bezieht sie sich beispielsweise auf das Prämenstruelle Syndrom (PMS) oder die postpartale Depression. Joffe ergänzt: „Diese Störungen sind nicht zu 100 % hormonbasiert“, dennoch spielen weibliche Hormone eine wichtige Rolle bei psychischen Erkrankungen.

Dass Hormone also während der Menopause erneut Einfluss auf die Psyche haben, liegt für sie auf der Hand. Bereits 2019 war Joffe an einer Studie beteiligt, die im Journal of Clinical Endocrinology & Metabolism erschien.

Hier konnte sie die Zunahme von Depressionssymptomen in der Perimenopause mit der Schwankung der Hormone Progesteron sowie Estradiol (ein Östrogen) in Verbindung bringen. Bislang ist der Zusammenhang zwischen schweren, klinisch diagnostizierten Depressionen und weiblichen Hormonveränderungen allerdings nicht ausreichend geklärt.

Depressionen und Angst während der Menopause

Interessant erscheint, dass die überwiegende Mehrheit der Frauen, die während der Menopause an depressiven Verstimmungen leidet, bereits in der Vergangenheit damit zu kämpfen hatte. Dr. Joffe betont, dass jemand, ohne zuvor an Depressionen oder Angststörungen erkrankt gewesen zu sein, sehr selten während der Menopause solche schweren Symptome entwickeln wird.

Auch weist sie darauf hin, dass die Lebensmitte, in welcher die Menopause bei vielen Frauen eintritt, ohnehin eine besonders stressige ist. Neben der (Enkel-)Kinderbetreuung müssen meist auch die Eltern betreut und schwierige Lebensveränderungen bewältigt werden. Wie zum Beispiel der Auszug der eigenen Kinder. All das kann ebenfalls Depressionen und Angstzustände begünstigen.

Was den Zusammenhang zwischen der Menopause und Angstzuständen betrifft, meint Dr. Joffe: „Wir wissen viel weniger über Angstzustände in den Wechseljahren“. Allerdings gibt es Hinweise darauf, dass Frauen während der Menopause vermehrt Panikattacken durchleiden.

Wobei eine Unterscheidung zu Hitzewallungen häufig schwerfällt. Denn sowohl während einer Panikattacke als auch während einer Hitzewallung kann das Herz rasen. Der einzige Unterschied besteht darin, dass Hitzewallungen einen nicht kurzatmig werden lassen.

Darüber hinaus sollte nicht vernachlässigt werden, dass die körperlichen Begleiterscheinungen der Menopause sich auch negativ auf die Psyche auswirken können. So ist eine häufige Folge des Schlafmangels die Depression. Angst kann zum Beispiel durch eine Schilddrüsenüberfunktion begünstigt werden, die ebenfalls als körperliches Symptom der Menopause gilt.

Angst & Depressionen während der Menopause: So geht man damit um

Wenngleich nicht abschließend klar ist, warum sich Depressionen und Ängste während der Menopause verdoppeln, ist es doch wichtig, angemessen damit umzugehen. So ist es an jeder Einzelnen, zu beobachten, ob sich Stimmungsveränderungen einstellen. Sollten diese das Leben beeinträchtigen, ist es an der Zeit, sich zudem professionelle Hilfe zu suchen.

Außerdem kann es helfen, den Lebensstil an die neue (hormonelle) Lebensphase anzupassen. Viel Bewegung, ausreichend Schlaf und Stressabbau können bereits einen erheblich positiven Einfluss auf die Psyche haben. Zuletzt kann auch das Wissen helfen, dass die Stimmungsschwankungen mit dem Ende der Menopause wieder abklingen.

Dr. Joffe meint: „Daten zeigen, dass diese hormonbedingten Risiken mit zunehmender Zeit nach der Menopause abnehmen“. Die Menopause bedeutet also in alle Regel nicht, das letzte Lebensdrittel körperlich wie auch mental leidend zu verbringen, sondern lediglich, sich anzupassen und im Zweifel professionelle Hilfe anzunehmen.

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