Eigentlich kann es uns doch egal sein, was andere von uns denken – oder etwa nicht? Viel zu oft machen wir uns Gedanken darüber, wie andere uns wahrnehmen könnten. Und das nicht ohne Grund! Ein Experte erklärt uns, wieso uns das eben nicht egal ist. 

Es ist uns nicht egal, was andere von uns denken 

Ein einziges Kompliment der besten Freundin kann uns manchmal den Tag retten. Ein fieser Spruch deiner Nachbarin hingegen ruiniert dir gern mal die Laune. Aber woran liegt es eigentlich, dass es uns nicht egal ist, was andere denken?  
Neurobiologe Professor Doktor Martin Korte sagt dazu, dass es uns als Menschen besonders ausmacht, in Gruppen unseren Platz finden zu wollen und eben auch zu konkurrieren.

Allerdings gelingt eine harmonische Zusammenarbeit üblicherweise nicht ohne Weiteres. Um erfolgreich miteinander zu koexistieren und interagieren, Empathie unerlässlich, sagt Korte. Empathie bedeutet, die Fähigkeit zu besitzen zu spüren, was in anderen Menschen vorgeht. Dies setzt voraus, dass wir uns dafür interessieren und dass wir aufmerksam gegenüber den Signalen sind, die sie uns geben.

Man könnte sogar so weit gehen und sagen, wir sind genetisch darauf zugeschnitten, auf das Zusammenwirken mit anderen Menschen hin zu agieren. Erfahren wir als Konsequenz unseres Verhaltens persönliche Wertschätzung von einem anderen Menschen, aktiviert das Belohnungssystem in unserem Gehirn außerordentlich stark. Gar kein oder zu wenig Feedback auf unser Verhalten zu erhalten, führe hingegen nahezu unweigerlich zu Unsicherheit und Irritation.   

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Ab und zu hören wir gern die Meinung unserer Freund:innen. Foto: Pexels / Yaroslav Shuraev

Es geht um Beziehungen

Dr. Raj Raghunathan schreibt außerdem auf Psychology Today, dass es also einen guten Grund gibt, warum wir uns Gedanken darüber machen, was andere von uns denken. Wir wollen in ihren Augen gut dastehen, damit wir unsere Beziehungen zu ihnen entwickeln und pflegen können. Unsere Sorge darüber, was andere von uns denken, rührt von der Angst her, dass wir keine Freund:innen oder Intimität mehr haben könnten. Diese Angst kann in manchen Fällen durchaus nützlich sein. 

Die Anerkennung durch andere gibt uns ein stärkeres Gefühl der Selbstachtung. Wir sind davon überzeugt, dass ihre Anerkennung unser Selbstwertgefühl und unseren Selbstwert steigert.

Tom Ferry, CEO von YourCoach 
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Wir müssen uns trotzdem nicht auf die Meinung anderer berufen. Foto: Pexels / Yan Krukov

Besser mit der Meinung anderer umgehen 

Eine Möglichkeit, diesen Kreis zu durchbrechen, besteht laut Raghunathan darin, nicht egozentrisch, sondern fremdzentriert zu handeln. Wenn du stets freundlich und rücksichtsvoll bist, wirst du dir weniger Gedanken darüber machen, was andere von dir denken. Dafür gibt es zwei Gründe. Erstens werden andere dich mehr mögen, wenn du freundlich und rücksichtsvoll agierst. Du musst dir also zwnagsläufig weniger Gedanken darüber machen, was andere von dir denken. 

Zweitens: Selbst, wenn deine Handlungen falsch interpretiert werden oder zu unvorhergesehenen negativen Ergebnissen führen, wirst du wissen, dass Ihre Absichten gut gemeint waren. Das gibt dir die geistige Freiheit, sich weniger Gedanken darüber zu machen, was andere von dir denken. 

Es gibt noch eine weitere gute Nachricht: Sich auf andere zu konzentrieren, steigert nicht nur das Glück, sondern auch den Erfolg. Vor allem wirst du eher erfolgreich sein, wenn du mehr gibst, anstatt zu nehmen. 

Außerdem sagen Mental Health Expert:innen, dass es einige Vorteile hat, sich nicht mehr so viel daraus zu machen, was andere von uns denken. So wirst du beispielsweise mutiger, lebst mehr im Moment und lernst dich selbst zu lieben.  

Egal was andere denken: Eine Herausforderung 

Natürlich wird es dir niemals komplett egal sein, was andere denken. Laut den Experten ist dies ein völlig normaler Prozess unseres Gehirns. Trotzdem raten Expert:innen dazu, nicht zu hart mit dir selbst zu sein und den Meinungen anderer einen nicht allzu hohen Stellenwert einzuräumen.