Frau probiert Whiskey Geschmack
Einmal den Barkeeper mit deiner geschulten Nase übertrumpfen? Kein Problem, wir schulen dich zum Profi in Sachen Whiskey-Geschmack.

Schmecke ich da einen Hauch Tabak ? – Whiskey-Trinken like a boss

Whiskey ist was für echte Genießer; als Anfänger kann man sich da schnell mal mit einem "lecker" outen. Wir zeigen dir, wie du mit den Profis mitreden kannst.

Knapp 6 Millionen Whiskey-Liebhaber gibt es in Deutschland und gerade unter jungen Leuten geht der Trend vom besinnungslosen Saufen hin zum Genießertropfen. Damit beim nächsten Tasting so richtig den Kenner heraushängen lassen kannst, haben wir ein paar Tipps, wie du treffsicher den richtigen Whiskey-Geschmack findest und beschreibst.

Whiskey-Geschmack: Deshalb ist er so vielfältig

Whiskey kommt ursprünglich aus Schottland und Irland, lange durft auch nur in diesen Ländern produziert werden. Inzwischen ist das Verbot aufgehoben worden und überall auf der Welt sprießen Whiskey-Brennereien aus dem Boden mit immer neuen Geschmacksrichtungen.

Whiskey kann aus allen möglichen Getreidesorten hergestellt werden, die meisten benutzen allerdings Gerste als Grundlage. Nach dem Maischen, Gären und Brennen ist hauptsächlich das Lagern der Grund für die vielen verschiedenen Geschmacksnoten. Denn Whiskey wird in Fässern gelagert, die bereits für Sherry, Rum oder Weißwein genutzt wurden. Hier kommen die Geschmacksunterschiede her.

Tatsächlich heißt das aber auch, dass jedes Fass anders schmeckt und deine Lieblingssorte niemals gleich schmecken wird, denn die Brennereien sind auf die Anlieferung von gebrauchten Fässern angewiesen.

Whiskey Glas Flasche
Wahre Kenner trinken den Whiskey pur oder nur mit wasser, denn so kommen alle Geschmacknoten voll zur Geltung.

Das sagt der Whiskey-Name über den Geschmack aus

Schon die Namen auf den Whiskeylabels können die verraten woher er kommt und was die Grundzutat ist. Meist steht das Land oder der Ort an erster Stelle wie beim Tennessee-Whiskey. Scotch ist beispielsweise immer aus Schottland. Whisky ohne e ist immer aus Schottland; Whiskey hingegen aus der ganzen Welt.

Das sagt der Name über die Zutaten:

  • Grain: Eine Mischung aus Weizen und Gerste, Hafer, Mais oder Roggen
  • Rye: Roggen
  • Bourbon: Mais
  • Corn: Mais
  • Malt: Gerste

Zusätzlich Bezeichungen:

  • Single Malt: Whiskey aus einer einzigen Brennerei
  • Single Bask/Single Barrel: Der Whiskey kommt aus einem Fass
  • Blended: Der Whiskey kommt aus mehreren Fässern
  • Finish: Beschreibt das die vorherige Funktion des Fasses (Port Wood Finish = Portwein)
  • Vintage: Jahrgangswhiskey

Besonders extravagant sind Single Barrel und Vintage Whiskeys, denn das ist sonst nicht üblich. Je älter er ist, desto stärker ist er im Geschmack – und das wirkt sich entsprechend auf den Geschmack aus. Das liegt daran, dass jedes Jahr knapp 2 % des Whiskeys bei der Lagerung verdunstet. Nach 25 Jahren ist dann nur noch die Hälfte im Fass.

Whsiskey Glas
Whiskey muss nicht immer komplex und würzig sein, es gibt auch süße und fruchtige Varianten.

Die Geschmackskarte von Whiskey

Die Universität von Strathclyde (Schottland natürlich) hat sich daran gemacht eine Geschmackslandkarte zu erstellen für insgesamt 86 Whiskey-Sorten. Diese wurden in 12 Aromen unterteilt: fruchtig, blumig, bauchig, rauchig, Tabak, medizinisch, Wein, würzig, malzig, nussig, Honig und süß.

Wenn du also richtig angeben willst, kannst du einen der getesteten Whiskeys kaufen, zum nächsten Treffen mitbringen und dann ganz gekonnt mit den Testergebnissen im Hinterkopf darüber sinnieren.

Viel interessanter ist allerdings, wie die verschiedenen Geschmäcker in den Whiskey kommen:

  • Süße und Honig: Kenner sprechen von Karamell- oder Honignoten im Whiskey. Das deutet darauf hin, dass der Whiskey in einem ehemaligen Rum- oder Likörweinfass gelagert wurde. Bourbon ist meistens süß.
  • Fruchtig: Die Noten von Beeren, Trauben, Äpfeln oder Zitrus kommen meistens aus ehemaligen Weißwein- oder Rotweinfässern.
  • Blumig: Grasige oder blumige Noten sind sehr dezent und kommen aus den Fässern.
  • Bauchig: Bauchige oder auch holzige, volle Whiskeys kommen aus Eichenfässern, die vormals Sherry oder Wein gelagert haben.
  • Würzig, Nussig & Tabak: Hier kann der Whiskey auch gern mal nach Kaffee oder Zimt schmecken. Grund ist Sherry oder Weißwein, aber auch die innere Beschichtung der Fässer.
  • Malzig: Der Geschmack ist ganz natürlich und wird stärker, je länger der Whiskey im Fass reift. 
  • Rauchig: Hier spielt das Holz des Fasses eine große Rolle, aber auch hier setzt sich der Geschmack eher mit den Jahren durch.
  • Weinig: Ganz klar aus alten Portwein- oder Rotweinfässern.
  • Medizinisch: Ja, das ist dann halt der Alkohol und spricht meistens eher für einen schlechten Whiskey, zumindest wenn die Note alle anderen übersticht.

Neben den Fässern an sich bringt auch die Umgebung Geschmacksnoten mit ein. Brennereien in Küstennähe haben oft einen salzigen Beigeschmack. Weil die Schotten ihren Whisky (ohne e!) so sehr lieben, haben sie jetzt auch eine AI entwickelt, die Fake-Whiskey herausschmecken kann.

Whiskey-Fever

Whiskey ist ein zeitaufwendiges Hobby und braucht eigentlich gar keine so gute Nase, sondern eher einen guten Gaumen, denn dort kommen die meisten Geschmacksnoten an. Deshalb solltest du den Whiskey auch nicht gleich hinterkippen. 

Wenn du deinen Whiskey lieber im Cocktail trinkst, dann schau dir die neuesten Trends von der Berlin Bar Convent an.

Eine ausführliche Landkarte der Whiskey-Geschmäcker haben nur echte Kenner im Kopf.

 


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