Im Sommer und im frühen Herbst ist es für so manchen Jugendlichen und viele Erwachsene eine der schönsten Nebenbeschäftigungen überhaupt: Nach Feierabend eine Pizza mit ein paar Kolleg:innen besorgen, in einen Park setzen und sie herunterschnabullieren. Dabei werden ein paar kühle Bierchen gezischt und die Abendsonne genossen. Einfach herrlich! Doch was passiert eigentlich danach? Irgendwann habt ihr genug getratscht, das Bier und die Pizza gehen zur Neige und es wird langsam aber sicher richtig kühl draußen. Dann heißt es: aufräumen und ab nach Hause.

Das Problem mit den Pizzakartons

Die Bierflaschen werden neben die Mülleimer im Park gestellt, damit Flaschensammler:innen es leichter haben. Und was machst du mit deinem Pizzakarton? Er ist irgendwie zu groß, um ihn in den Mülleimer zu quetschen. Also schiebst du ihn unbeholfen in die viel zu kleine Öffnung des Mülleimers. Andere legen ihren Pizzakarton einfach daneben, wieder andere lassen ihn einfach auf der Wiese im Park stehen. Das ist bei Weitem nicht optimal, doch es passiert leider täglich in den Parks von Deutschland. Dieser Umweltverschmutzung will die Stadt Frankfurt nun entgegenwirken.

Shocked women with pizza looking at turntable during party model released Symbolfoto property released MEUF01987 Credit: IMAGO / Westend61

Schon bald könnte es ein Pfand auf Pizza-Schachteln geben, so erklärte die neue Dezernentin für Ordnung und Sicherheit, Annette Rinn von der FDP. Die Vermüllung von Parks und öffentlichen Plätzen erscheint ihr nämlich als langsam nicht mehr tragbar. Es sei ein Pfand von gut 50 Cent für eine Einweg-verpackte Pizza geplant, sagte Annette Rinn im Gespräch mit der FAZ.

Allerdings ist für diese Regel zunächst eine Änderung des Bundesverpackungsgesetzes nötig. Diese kann nicht nur für Frankfurt, sondern für die gesamte Bundesrepublik getroffen werden. Es könnte also sein, dass wir in ganz Deutschland bald auf unsere Pizzakartons einen kleinen Pfand zahlen müssen.

Pizza-Pfand: Wie beim Coffee to Go?

Durch das Pfandsystem bei der Pizza eröffnen sich für Hersteller:innen ganz neue Möglichkeiten. So ist es beispielsweise durchaus denkbar, dass wir bald wiederverwendbare Pizzakartons kaufen können, mit denen wir in der Pizzeria kein Pfand zahlen müssen. So hat es sich auch mit den Coffee to Go-Bechern verhalten. Während wir vor wenigen Jahren noch Pappbecher in jedem Café erwarben, kommen heute immer mehr Menschen mit wiederverwendbaren Cups in die Cafés.

Pizzakarton-Pfand bedeutet mehr Arbeit für die Kund:innen

Wiederverwendbare Pizzakartons sind viel nachhaltiger als Einweg-Kartons. Durch ein Pfandsystem auf Einwegspizza-Kartons wird die Umwelt geschont und die deutschen Parks bleiben sauberer. Das sind alles durchaus positive Entwicklungen. Das einzige Problem, das viele Menschen bei der Einführung dieser neuen Regelung sehen, ist, dass es mehr Arbeit für die Kund:innen bedeuten wird.

So müssten wir, nachdem wir einen netten Abend im Park mit Freund:innen und Kolleg:innen hatten, vielleicht bald einen kleinen Extraweg einlegen. Um den gezahlten Pfand zurückerstattet zu bekommen, müssen wir vor Beendigung des Abends noch einmal zurück in die Pizzeria und den Pizzakarton abgeben.

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