Niemals wieder ein Tiererzeugnis essen. Für manche ist das unvorstellbar, für andere ist das einfach Alltag. Denkst du auch gerade darüber nach, in Zukunft zu einer veganen Lebensweise überzugehen, hast aber Angst vor den Konsequenzen für deinen Körper? Vegane Lebensmittel können ungesund sein. Deswegen ist es besonders wichtig, dass du dich mit der veganen Ernährung auseinandersetzt, dich einliest.

Was ist gesund und was ist ungesund bei veganen Lebensmitteln? Dieser Frage wollen wir heute auf den Grund gehen. Allerdings gibt es auch hier keine ideale Lösung, da jeder Mensch und jeder Körper anders ist. Du solltest auf deinen Körper und seine Bedürfnisse hören.

Die Ernährungsexpertin Ellie Busby hat uns Rede und Antwort gestanden und uns erklärt, welche Lebensmittel in der veganen Lebensweise besonders ungesund sind und warum das so ist.

Was ist ungesund an der veganen Lebensweise?

Kein Fleisch und keine Tierprodukte zu essen, ist keineswegs ungesund. Würden alle Menschen anstatt einer Karnivor-Diät auf eine komplett pflanzliche Diät umsteigen ohne das Fleisch, die Milch und den Käse ersetzen zu wollen, wäre das sehr gesund für unseren Körper. Ganz zu schweigen von den positiven Faktoren für die Umwelt.

Dem ist aber nicht so. Veganer:innen versuchen, die Tierprodukte mit leckeren Alternativen zu ersetzen. Diese sind zwar fleischfrei, aber weniger gesund als man meinen würde. Der Grund ist, dass auch sie oft hoch-prozessiert sind und nur wenige Nährwerte, dafür aber viele Fette haben.

Ernährungsexpertin Ellie Busby gibt an: „Heutzutage gibt es viele pflanzliche Fleisch- und Käsealternativen, die nicht unbedingt die besten sind.“ Die Expertin lebt selbst seit 10 Jahren vegan und kennt sich deshalb mit den Vorteilen und den Stolpersteinen dieser Ernährungsweise aus.

1. Der Proteingehalt

Ein Beispiel für vegane Alternativen, die weniger gesund sind, als man meinen würde, sind vegane Meeresfrüchte.

Eine Studie aus dem März 2022 untersuchte die konventionellen, marktüblichen Alternativen zu Fisch aus veganen Zutaten. Die Ergebnisse fielen sehr unterschiedlich aus:

  • Thunfisch und Fischstäbchen wiesen einen höheren Salzgehalt auf.
  • Schrimps und Calamari hatten einen geringeren Salzgehalt.
  • Vor allem ein Ergebnis ließ die Forschenden warnen: Thunfisch, Schrimps, Kaviar und Fischfilets hatten einen sehr viel geringeren Proteinanteil als die fischhaltigen Pendants.

Auch die Expertin erklärt: „Eine kürzlich durchgeführte Studie hat zum Beispiel gezeigt, dass vegane Meeresfrüchte-Alternativen wenig Eiweiß enthalten, aber manche Menschen könnten sie anstelle von proteinreichen echten Meeresfrüchten essen, ohne es zu merken.“

2. Kokosnussöl

Um vegane Alternativen zu Käse herzustellen, greifen die Herstellenden häufig auf Zutaten wie Kokosnussöl zurück. Kokosnussöl ist gesund und es wird gerade in der Schönheitsbranche oft angewandt. Mit Kokosnussöl kann man sich die Haare, das Zahnfleisch und sogar die Haut verschönern. Allerdings hat es ebenfalls seine Tücken, wenn man zu viel davon zu sich nimmt.

Ellie Busby erklärt, warum: „Kokosnussöl ist das einzige pflanzliche Lebensmittel mit einem hohen Anteil an gesättigten Fettsäuren.“ Diese sind auch häufig in Fertiggerichten und Backwaren enthalten. Gesättigte Fettsäuren sind nur schwer verdaulich. Nimmt man sie in hohem Maße zu sich, können sie somit den Stoffwechsel verlangsamen und für einen höheren Cholesterinspiegel sorgen.

3. Vegane Backwaren

Vegane Backwaren sind ebenfalls eine Falle, denn sie sind keinesfalls gesünder als nicht-vegane Backwaren. In veganen Kuchen oder ähnlichem ist meist genauso viel Zucker enthalten wie in anderem Gebäck. Zucker ist in hohem Maße sehr ungesund.

„Im Gegensatz zu Butter, die in nicht-veganen Produkten enthalten ist,werden vegane Backwaren mit Margarine hergestellt. Diese enthält einen hohen Anteil an Omega-6-Fettsäuren die entzündungsfördernd sind.”  erklärt Busby weiterhin.

Veganes Essen kann ungesund sein

Wir sehen also, dass wir uns nicht unbedingt gesund ernähren, nur weil wir uns vegan ernähren. Dabei ist die Formel für einen Umgang mit veganem Essen recht einfach: Man sollte mehr von den gesunden Lebensmitteln wie Obst, Gemüse, Nüsse und Vollkornprodukte essen. Die verarbeiteten Lebensmittel sollten nur einen geringen Anteil an deiner Ernährung spielen. Auch hier gilt das alte Sprichwort: „Die Menge machts.“ Wenn du dich daran hältst, dann ist eine vegane Ernährung keineswegs ungesund.

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