Letztes Jahr im Sommer warst du noch viel fitter als jetzt? So geht es vielen, die im Corona-Jahr einige Zeit zuhause vor dem Fernseher und anderen Bildschirmen verbracht haben. Aber keine Sorge: Du kannst dir das ganz schnell wieder zurückholen. Denn wer einmal seine Muskeln trainiert hat, der profitiert noch nach Jahrzehnten davon. Das Muskelgedächtnis sorgt dafür, dass du beim zweiten Mal viel schneller fit wirst als beim ersten Mal. 

Muskelgedächtnis: Was soll das bedeuten?

Vor allem Berufsstportler stehen am Ende ihrer Karriere meist auch vor dem Ende ihres gestählten, schlanken Körpers. Wer sein gesamtes Leben lang intensiv Sport betrieben hat und plötzlich damit aufhört, der verringert seinen Grundumsatz rapide und wird so schnell an Gewicht zulegen. Gleichzeitig wird er leider auch Muskelmasse verlieren, bevor er “Diätplan” oder “Salatdressing” sagen kann.

Wenn ein ehemaliger Fußballspieler oder Bodybuilder aber nach langer Zeit sein Training wieder aufnimmt, haben ehemalige Muskeln ein schnelles Revival. Ein erneuter Muskelaufbau geht fünf bis zehnmal schneller als beim ersten Mal.

Mit Gedanken Muskeln wachsen lassen
Das Muskelgedächtnis erinnert sich auch noch nach Jahren an deine Traningserfolge.(Photo: shutterstock/ Nattakorn_Maneerat)

Wie funktioniert das Muskelgedächtnis?

Das Gedächtnis des Körpers ist phänomenal. Nur seinetwegen erliegen wir nicht immer wieder der gleichen Krankheit. Die sogenannten Gedächtniszellen merken sich über Jahre hinweg, was sie einmal geschwächt hat und können mit diesem Wissen besser dagegen vorgehen. Selbst wenn sie lange Zeit inaktiv sind. Doch nicht nur bei Krankheiten funktioniert das so.

Das können Gedächtniszellen

Wie der Körper das macht, ist ein wenig kompliziert. Jeder Muskel besteht aus ganz vielen verschiedenen Zellen. Jede Zelle hat einen Zellkern – einen einzigen Zellkern. Wächst dein Muskel durch entsprechendes Training weiter, kommt dieser nicht mehr nur mit einem Zellkern klar, sondern braucht ein paar mehr. So werden sogenannte Satellitenzellen mit Zellkernen zusammengeschlossen. So kann der Muskel weiter und weiter wachsen.

Wenn du mit dem Muskeltraining aufhörst, schrumpft der Muskel. Die Zellkerne bleiben aber bestehen. Sobald du aber wieder mit dem Training beginnst, haben deine Muskeln das Potenzial dafür, wieder genauso groß und stark zu werden wie vorher – denn die wichtigen Satellitenzellen sind ja schon da.

Wie lange erinnern sich die Muskeln?

Teilweise gehen hier die Expertenmeinungen auseinander. Klar ist aber, dass das Muskelgedächtnis, wenn es einmal aufgebaut ist, einige Zeit bestehen bleibt. Manche Studien besagen, dass es mindestens 15 Jahre nach einem intensiven Training noch immer greift.

Bewusst mit dem Muskelgedächtnis trainieren

Auch wenn du gerade erst dabei bist Muskeln aufzubauen, kannst du dir das Muskelgedächtnis zu Nutze machen. Deine Muskeln sind nämlich trotz intensivstem Training an ihre persönlichen Grenzen gebunden. Sie können nicht unendlich viele Satellitenzellen in sich aufnehmen – und schon gar nicht in kurzer Zeit. 

Das bedeutet, dass du während einer Trainingsphase ruhig Pausen zur Regeneration einplanen kannst. Während der Pausen ’schrumpfen‘ zwar die Muskeln, doch kommen sie viel schneller zurück als hättest du keine Pause gemacht. 

Muskelgedächtnis Grafik
Das Muskelgedächtnis kann dir auch während des Muskelaufbaus helfen.(Photo: wmn)

Noch mehr Trainingstipps

Mit dem Muskelgedächtnis zu trainieren ist nicht der einzige Trainingshack, den wir für dich in petto haben.

Ein Kilo Muskelmasse aufzubauen, kommt dir erst einmal komplett utopisch vor? Wenn du unseren Tipps eine Chance gibst, dann wird es was. Spoiler: Es dauert ein wenig.

Die häufigsten Trainingsfehler und wie du sie vermeiden kannst findest du hier.