In Deutschland leiden bis zu 10 % aller Frauen am Polyzystische Ovarsyndrom, kurz: PCO Syndrom. Die Krankheit ist weitgehend unbekannt – trotz der hohen Verbreitung. 

Was passiert beim PCO Syndrom?

Beim PCO Syndrom handelt es sich um eine hormonelle Störung, bei welcher der Körper männliche Hormone wie Testosteron überproduziert. Es wird vermutet, dass diese Hormonstörung genetisch vererbt wird.

So haben Erkrankte häufig eine Mutter, die ebenfalls unter dem Syndrom leidet oder einen Vater, der früh eine Glatze bekommen hat. Meist beginnt die Erkrankung zwischen dem 15. und 25. Lebensjahr einer Frau.

Wie merke ich, dass ich das PCO Syndrom habe?

Die Symptome und der Schweregrad variieren bei dieser Erkrankung. Typische Symptome sind:

  • Zyklusstörungen, also ausbleibende Monatsblutungen oder mindestens 35 Tage Abstand zwischen den Blutungen
  • Haarausfall, der bei Frauen zu Geheimratsecken oder sogar zu einer Glatze führen kann
  • Haarwachstum, an Oberschenkeln, Bauch, Brust, Rücken, Kinn und Wangen
  • Fettige Haut oder Akne
  • Übergewicht
  • dunkle Hautverfärbungen an Hals, Nacken, unter der Brust oder den Achseln
  • Unfruchtbarkeit
  • Andere Krankheiten, wie Diabetes, Herzprobleme, Depressionen oder Atemstörungen während des Schlafens
Free Bleeding Menstruation Binde Periode
Frauen mit PCO Syndrom leiden oft unter ausbleibenden oder unregelmäßigen Menstruationsblutungen.

Wie kann ich mich auf das PCO Syndrom testen lassen?

Wenn du mehrere Symptome bei dir erkennst, kannst du dich beim Hausarzt oder Gynäkologen testen lassen. Dieser wird deine Krankheitsgeschichte abfragen und untersuchen, ob mindestens zwei von drei PCO-Krankheitszeichen bei dir vorliegen. Dazu gehören unregelmäßige oder ausbleibende Regelblutungen, starke Körperbehaarung und/oder Haarausfall sowie polyzystische Ovarien, also von kleinen Zysten umgebene Eierstöcke.

Treffen die Kriterien zu, kann ein Bluttest Aufschluss über den Hormonhaushalt im Körper und eventuelle Erkrankungen der Hirnanhangdrüse und Nebennieren geben. Wenn ein Überschuss an männlichen Hormonen und eine Erhöhung des Anti-Müller-Hormons festgestellt wird, liegt das PCO Syndrom vor.

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Da das PCO Syndrom die Wahrscheinlichkeit für andere Krankheiten erhöht, sollten zusätzlich die Blutfettwerte ermittelt und ein Glukose-Toleranz-Test sowie eine Untersuchung der Schilddrüsenhormone durchgeführt werden.

Kann man das PCO Syndrom heilen?

Nach aktuellem Stand kann das diese hormonelle Störung nicht vollständig geheilt werden. Allerdings gibt es verschiedene Behandlungsmöglichkeiten, zudem verschwinden viele Symptome nach den Wechseljahren. 

Wichtiger Ansatzpunkt ist eine Ernährungsumstellung, da das PCO Syndrom andere Krankheiten wie Diabetes mellitus Typ 2, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und verschiedene Krebsarten begünstigt. 

Durch eine gesunde Ernährung kann der Hormonhaushalt wieder ausbalanciert werden. Besonders empfehlenswert sind stärkearme Gemüse und Früchte in Kombination mit proteinreichen Lebensmitteln sowie qualitativ hochwertige Speisefette mit hohem Omega-6- und Omega-3-Fettgehalt.

PCO Syndrom gesunde Ernährung
Gesunde Ernährung ist das A und O bei der ‚Bekämpfung‘ des PCO Syndroms. Credit: marilyna / getty via canva

Auch die die Einnahme der Pille kann den Hormonhaushalt regulieren, indem die Produktion männlicher Hormone blockiert wird. Bei Frauen mit Kinderwunsch hilft eine Therapie mit Clomifen, welche die Eisprungproduktion fördert. 

Sollte diese Behandlung nicht anschlagen, kann das Hormon Gonadotropin gespritzt werden, welches die Keimdrüsenfunktion anregt. Dadurch steigt jedoch die Wahrscheinlichkeit für eine Zwillingsschwangerschaft.

Fazit: Häufige Erkrankung, die behandelbar ist

Das PCO Syndrom ist eine ernstzunehmende Erkrankung, von der ein Zehntel aller Frauen betroffen sind. Auch wenn es aktuell noch keine Heilung gibt, sind verschiedene Behandlungen möglich. Am wichtigsten ist eine gesunde und ausgewogene Ernährung, um den Hormonhaushault in Balance zu halten

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