Immer wieder werden neue Studien zum unterschwelligen Verhalten von Frauen und Männern gemacht. Denn Frauen und Männer haben ganz unterschiedliche Zusammensetzungen von Hormonen in ihren Körpern. Während Frauen alleine 30 verschiedene Östrogene besitzen, werden beim Mann eher Testosteron ausgeschüttet. Unsere Hormone haben einen großen Einfluss auf unsere Psyche und unsere Stimmung. Eine neue Studie hat herausgefunden, dass auch der Geruch eines Menschen dazu führen kann, dass die Stimmung sich ändert.

Körpergerüche haben einen Einfluss auf unser Verhalten und unsere Wahrnehmung, wenn auch nur unterschwellig. Das hat eine Studie unter Neurowissenschaftler:innen herausgefunden. Hier wurde herausgefunden, dass ein bestimmter Stoff, abgegeben vom menschlichen Körper, Frauen aggressiv zu machen scheint. Männer hingegeben werden durch den Stoff eher ruhiger.

Die Studie rund um den Körpergeruch

In der Studie aus dem Weizmann Institut in Israel nutzte man den Stoff Hexadecanal, um Studienteilnehmende zu stimulieren. Der Studienleiter Noam Sobel beschrieb den Stoff wie folgt: „Es ist kein Pheromon. Es ist eher ein Molekül, das vom menschlichen Körper ausgestrahlt wird und das menschliche Verhalten beeinflusst.“

Hexadecanal, oder auch HEX genannt, wird von Menschen über ihre Haut, ihren Speichel, das Gesicht und den Schädel ausgeströmt. Als die Wissenschaftler:innen diesen Stoff in einem ersten Schritt an Mäuse verabreichten, wurden die Tiere ganz ruhig und entspannt.

Die Studienleiter:innen erwarteten bei Menschen aber eher aggressives Verhalten unter den Proband:innen, wenn sie mit dem Stoff in Berührung kamen. So testeten sie unter erschwerten Bedingungen.

Männer und Frauen reagieren unterschiedlich

Die Studienleiterin Eva Mishor entwickelte eine Reihe von Computerspielen, mit denen die Proband:innen sich herumschlagen mussten, während sie gleichzeitig HEX ausgesetzt waren. Die Spiele waren so konzipiert, dass sie besonders viel Frustration auslösen sollten. Zum Beispiel wurden hier Ballerspiele gespielt, bei denen man seinen „Partner“ erschießen musste. Die insgesamt 126 Teilnehmenden verhielten sich ganz unterschiedlich:

Während 18,5% der Männer trotz des aufregenden Spiels ruhiger wurden, wurden 19% der Frauen durch das Zocken mit dem Körpergeruch in der Nase immer aggressiver.

HEX hatte auch einen Einfluss auf die Gehirnaktivität. Frauen wurden dadurch daran gehindert, die Bereiche, in den Aggression im Gehrin gebildet wird, eigenständig zu kontrollieren.

Warum macht HEX Frauen aggressiv?

Dass Frauen auf den Körpergeruch anders reagieren als Männer, könnte eine ganz einfache Erklärung haben. Die Studienleitenden vermuten, dass es an der mütterlichen Fürsorge für ihre Kinder liegt. HEX wird nämlich vor allem von Babies verströmt. Säugetier-Mütter sind evolutionsbedingt darauf gepolt, ihre Babies zu beschützen, wann auch immer sie können. Säugetier-Väter greifen ihre Kinder mit einer höheren Wahrscheinlichkeit sogar an, um das eigene Überleben zu sichern.

Fazit: Nicht zu viel in die Körpergeruch-Studie hineininterpretieren

Die Studienleiter:innen sind aber sehr vorsichtig mit den Ergebnissen ihrer Arbeit. Sie betitelt sie als „faszinierend“, sind sich aber gleichzeitig sicher, dass es noch keine handfesten Beweise bedeutet, dass HEX Frauen aggressiv und Männer ruhig macht. Dafür waren es zu wenige Studienteilnehmende.

Weiterlesen?