Eine Untersuchung durch Mammographie oder Ultraschall ist Teil der Brustkrebsvorsorge, wenn Unregelmäßigkeiten oder Knoten in der Brust gefunden werden. Wir erklären die Unterschiede und warum du als Patientin immer ein Mitspracherecht hast und welches dritte Verfahren es gibt.

Mammographie oder Ultraschall bei der Brustkrebsvorsorge

Der erste Schritt bei der Brustkrebsvorsorge ist das Abtasten der Brüste, wenn du selbst oder dein:e Frauenärzt:in einen Knoten in der Brust gefunden hat. Je nachdem was für ein Grund hinter dem Knoten steckt, wo er sitzt und wie dicht dein Brustgewebe ist, reicht eine Tastuntersuchung nicht immer aus.

Der nächste Schritt ist dann eine Überprüfung durch eine Mammagraphie oder eine Mammasonographie. Aber auch als regelmäßige Routine bei Risikopatientinnen oder ab einem Alter von 50 Jahren sind solche Vorsorgeuntersuchungen wichtig. Wir erklären dir die Unterschiede zwischen beiden Untersuchungen.

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Mammographie und Ultraschall sind wichtig in der Brustkrebsvorsorge. Credit: Ponomariova_Maria/Getty

1. Die Mammographie

Die Mammographie ist uns allen ein Begriff, der besonders mit Schmerzen verbunden ist. Denn bei dieser Art des Röntgens werden die Brüste zwischen zwei Platten gepresst, um einen möglichst genauen Scan zu bekommen.

Die Mammographie kann bei guten Verhältnissen bereits Tumore ab fünf Millimeter Größe erkennen und somit Brustkrebs in einem sehr frühen und gut behandelbaren Stadium. Das funktioniert aber nur, wenn das Brustgewebe der Patientin nicht zu dicht ist. Je älter unsere Brüste werden, desto lockerer wird auch unser Gewebe darin. Deshalb wird die Mammographie bei Frauen unter 40 Jahren eher selten durchgeführt.

Ein weiterer Minuspunkt ist die Strahlenbelastung durch das Röntgen, welches selbst als krebserregend gilt. Bei Frauen ab 50 Jahren gleichen sich Belastung und Nutzen laut Gynäkolog:innen aus. Bei jüngeren Frauen allerdings nicht.

  • Wann: als freiwillige Routineuntersuchung bei Frauen zwischen 50 und 70 Jahren, bei uneindeutigem Tastbefund, Vorbelastung oder erhöhtem Brustkrebsrisiko bei Frauen unter 40 Jahren, in Ausnahmefällen bei jüngeren Frauen
  • Vorteile: Tumore schon ab fünf mm sichtbar, sodass die Heilungschance auf 90 % steigt, eine gute Mammographie ist zu 90 % genau
  • Nachteile: kann schmerzhaft sein, geringe krebserregende Strahlenbelastung, uneindeutige Ergebnisse bei zu dichtem Brustgewebe, hormoneller Verhütung und während der Stillphase
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Bei einer Mammographie werden deine Brüste zwischen zwei Plexiglasplatten fixiert. Credit: choja Getty Images Signature via Canva.com

2. Brust-Ultraschall (Mammosonographie)

Eine Alternative zur Mammographie ist der Ultraschall der Brust, auch Mammosonographie genannt. Dabei wird die Brust mit einem Ultraschallgerät, ähnlich wie beim normalen Ultraschall bei dem Gynäkologen oder der Gynäkologin von außen durchleuchtet.

Der Vorteil liegt auf der Hand: keine Strahlenbelastung. Außerdem kann der Ultraschall durch dichtes Brustgewebe besser sehen als eine Mammographie, ist nicht schmerzhaft und kann ebenfalls schon Verhärtungen ab vier Millimetern erkennen.

Wichtig ist hier ein gutes Gerät und ein geschultes Auge des:r Radiolog:in. Deshalb wird diese Untersuchung nie bei Frauenärzt:innen durchgeführt, sondern immer in einer radiologischen Praxis. Bisher wird eine routinemäßige Ultraschalluntersuchung der Brust nicht von den Krankenkassen bezahlt, allerdings eine Untersuchung durch eine Überweisung.

  • Wann: bei Frauen zwischen 30 und 40, bei Auffälligkeiten oder erhöhtem Risiko auch schon bei jüngeren Frauen, als Ergänzung zur Mammographie
  • Vorteile: Tumore schon ab vier mm sichtbar, kann besser durch dichtes Gewebe sehen
  • Nachteile: keine bezahlten Routineuntersuchung durch die Krankenkassen
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Ein Brustultraschall fühlt sich wie ein normaler Ultraschall beim Gyn an. Credit: Kzenon via Canva.com

3. Elastographie

Die Elastographie ist eine dritte Option, die bisher allerdings noch nicht so bekannt ist. Im Prinzip funktioniert sie wie ein Brustultraschall, allerdings werden die verschiedenen Gewebe dabei farblich markiert, weshalb die Diagnose einfacher fällt.

Sie wird meist als Begleitung zur Mammographie oder zum Ultraschall durchgeführt, wenn bereits ein auffälliger Befund festgestellt wurde.

  • Wann: bei bereits entdeckten Tumoren oder uneindeutigen Knoten während der Mammographie oder des Ultraschalls, alle Altersklassen
  • Vorteile: Tumore schon ab vier mm sichtbar, kann gut durch dichtes Gewebe sehen, vereinfachte Diagnose
  • Nachteile: keine bezahlten Routineuntersuchung durch die Krankenkassen, immer im Zusammenhang mit anderen Untersuchungen

Gibt es weitere Verfahren zur Brustuntersuchung?

Normalerweise wird eine Mammographie oder ein Ultraschall bei einem Erstbefund genutzt. Alle weiteren Methoden wie die Elastographie, aber auch eine Magnetresonanztomographie sind begleitend oder werden nach überstandenem Brustkrebs genutzt.

Fazit: Warum du die Unterschiede kennen solltest

Natürlich ist dein:e Gynäkolog:in gut ausgebildet und sollte dir immer die optimale Methode empfehlen, um einen Knoten in deiner Brust zu untersuchen. Denn ein Profi kann meist schon beim Abtasten erkennen wie fest das Gewebe deiner Brust ist und welche Untersuchung deshalb eher in Frage kommt.

Trotzdem ist es gut, auch als Patientin informiert zu sein. So kannst du zum Beispiel gezielt nachfragen, ob bei dir zum Beispiel ein Ultraschall statt einer Mammograpie durchgeführt werden könnte oder warum diese Entscheidung gefällt wurde. Denn wie alle medizinischen Eingriffe, ist auch die Mammographie freiwillig.

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