Ein Knoten in der Brust löst bei vielen Frauen eine spontane Panikreaktion aus: Sie bangen um ihre Brüste, googeln direkt „Brustkrebs: Überlebenschancen“ und ob eine Chemo notwendig ist. Ein klein wenig Hypochondrie ist auf jeden Fall erlaubt, aber eine Verhärtung in der Brust in nicht zwangsläufig ein Zeichen für einen Tumor. Meistens sind Knoten nämlich gutartig und völlig unbedenklich.

Im Rahmen unserer #Frauengesundheitswoche erklären wir dir, welche Ursachen für Knoten in der Brust verantwortlich sind, wie sie sich anfühlen und was du selbst tun kannst und solltest.

Wie fühlt sich ein Knoten in der Brust an?

Wie wir dir bereits in unserem Artikel über Brustkrebsvorsorge erklärt haben, ist es wichtig und ratsam, dass sich auch junge Frauen unter 30 Jahren regelmäßig selbst abtasten und nach möglichen Veränderungen in der Brust Ausschau halten. Spätestens ab 30 Jahren wird auch dein:e Frauenärzt:in regelmäßig deine Brüste checken.

Tipp: Hier erfährst du, wie du deine Brust am besten abtasten solltest.

Eigentlich sollte sich deine Brust weich und beweglich anfühlen. Du kannst die Drüsen leicht fühlen und deine Brüste können sich zuweilen „aufgepumpt“ und „angespannt“ anfühlen. Das ist völlig normal.

Verhärtungen können sich unterschiedlich anfühlen und auch aussehen:

  • sie können sehr klein (M&M-Größe) bis zu mehreren Zentimetern groß sein
  • eine glatte oder unregelmäßige Oberfläche haben
  • verschiebbar oder fest an einem Ort sein
  • schmerzen oder nicht schmerzen
  • optisch sichtbar sein, etwa durch eine Delle, entzündete Brustwarzen oder ungewöhnliche Rötungen an der Brust – oder unsichtbar sein

Wichtig: Solltest du Veränderungen in deiner Brust wahrnehmen, solltest du diese immer mit deinem oder deiner Frauenärzt:in abklären. Zwar sind die meisten Verhärtungen harmlos, aber für Laien ist eine Diagnose durch Ertasten nicht möglich.

Wie kommt es zu Knoten in der Brust?

Die menschliche Brust besteht aus Fett, Drüsen und Bindegewebe und wird von Blutgefäßen und Lymphgefäßen durchzogen. Die Lymphe sind wichtig für unser Immunsystem und überwachen unsere Gesundheit. Rund um die Brust gibt es mehrere Lymphknotenpunkte, etwa unter den Achseln, über und unter dem Schlüsselbein und hinter dem Brustbein.

Warum das wichtig ist, um Verhärtungen in der Brust genauer zu verstehen? Weil diese Knoten in verschiedenen Geweben der Brust vorkommen können. Je nachdem, wo und weshalb sich ein Knubbel bildet, steckt eine andere Ursache dahinter.

Übrigens: Die männliche Brust besteht aus den gleichen Geweben, nur dass die Drüsen „verkümmert“ sind, weil sie nicht gebraucht werden. Deshalb können aber auch Männer Knoten in der Brust bekommen.

1. Periodenbedingte Veränderungen: Mastodynie

Verhärtungen können während und besonders vor deiner Periode hormonabhängig auftreten. Der Frauenarzt Christian Albring, Präsident des Berufsverbandes der Frauenärzte, erklärt gegenüber wmn: „Sehr viele Frauen können weiche Knötchen in ihrer Brust in den letzten Tagen vor der Menstruation tasten. Manchmal tun diese Knötchen auch weh, aber auch die ganze Brust kann leicht angeschwollen sein. In den allermeisten Fällen verschwinden diese hormonabhängigen Veränderungen aber mit dem Einsetzen der Blutung.

Deshalb sollte die Selbstuntersuchung der Brust auch in den ersten Tagen nach Ende der Menstruation erfolgen, weil die Schwellungen dann meist verschwunden sind. Vereinzelt stellen Mädchen und Frauen auch fest, dass die Anti-Baby-Pille dieselben Veränderungen hervorruft. Das sollte mit der Frauenärztin oder dem Frauenarzt besprochen werden.“

  • Ursache: hormonell
  • Einordnung: gutartig
  • Brustkrebrisiko: nicht erhöht

Sollte ein Knoten auch eine Woche nach Ende der Blutung nicht verschwunden sein, kann eine nicht hormonelle Ursache vorliegen und sollte überprüft werden.

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Während der Periode sind Veränderungen in deinen Brüsten normal. Credit: Imagao Images/ Westend61

2. Verhärtetes Gewebe & Drüsen, Schwellungen: Mastopathie

Der Begriff Mastopathie umfasst viele verschiedene Veränderungen in der Brust, die hormonell bedingt sind und sich mit dem Zyklus auch verändern können. Meistens sind sie vor und während der Periode am ausgeprägtesten. Circa die Hälfte aller Frauen sind davon betroffen. Zu den Veränderungen gehören geschwollene Brüste, empfindliche Brustwarzen, kleine, runde Verhärtungen, aber auch Zysten. Das Gewebe ist dann an vereinzelten Stellen verhärtet, was aber meistens nichts mit einem Tumor zu tun hat.

In 70 % der Fälle sind die Veränderungen völlig harmlos, in 20 %der Fälle steigt das Brustkrebsrisiko nur sehr gering und nur in 10 % der Fälle handelt es sich um atypische Wucherungen, die das Brustkrebsrisiko verdoppeln bis vervierfachen. Deshalb sollte eine Mastopathie immer untersucht werden.

  • Ursache: hormonell, Östrogenüberschuss, Progesteronunterschuss
  • Einordnung: gutartig
  • Brustkrebrisiko: 70 % der Fälle harmlos, 20 % leicht erhöht, 10 % 2,5 bis 4-faches Risiko

3. Verhärtungen des Drüsen- und Bindegewebes: Fibroadenom

Das Fibroadenom ist ein gutartiger Tumor und kommt besonders bei jungen Frauen vor. Er fühlt sich meist wie eine kleine Murmel an, ist glatt, fest, verschiebbar und schmerzlos. Er kann aber auch bis zu 20 Zentimeter groß werden, das ist allerdings sehr selten.

Die Ursachen von diesen Knoten in der Brust sind hormonell, aber nicht vollständig geklärt. Sie bedürfen meist keiner Therapie, können aber operativ entfernt werden.

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Viele spürbare Veränderungen in der Brust sind gutartig. IMAGO / Westend61

4. Flüssigkeit in den Drüsenläppchen: Zysten

Zysten sind Brustdrüsenläppchen, die sich mit Flüssigkeit füllen. Meistens sind sie sehr klein und schmerzlos. Wenn sie größer werden, können sie Schmerzen verursachen und das umliegende Gewebe einengen, weshalb sie dann „abgelassen“ werden.

Zysten treten häufig in der Schwangerschaft und beim Stillen auf, aber auch bei kinderlosen Frauen. Sie sind unbedenklich und gutartig. In seltenen Fällen kann sich ein Tumor in der Zyste bilden, sie erhöhen das Brustkrebsrisiko aber nicht.

  • Ursache: ungeklärt
  • Einordnung: gutartig
  • Brustkrebsrisiko: nicht erhöht

5. Verhärtetest Fettgewebe: Lipome

Lipome sind die häufigste Form von gutartigen Tumoren und können überall am menschlichen Körper auftreten. In der Brust fühlen sie sich wie ein weicher Hautknoten an, der sich gut verschieben lässt.

Eine Entfernung ist meist nur notwendig, wenn Beschwerden entstehen, etwa bei Bewegung, wenn das Lipom auf das umliegende Gewebe drückt.

  • Ursache: ungeklärt
  • Einordnung: gutartig
  • Brustkresbrisiko: nicht erhöht
Brüste
Brustkrebs zu erkennen ist nicht nur Aufgabe deiner Ärzte, sondern kann auch durch Brustmassagen von dir selbst gecheckt werden. Foto: istock, Vizerskaya /

6. Brustkrebs: Mammokarzinom

Brustkrebs ist die häufigste Krebsform bei Frauen in den Industrieländern, dafür aber nicht die gefährlichste. Es gibt verschiedene Arten von Brustkrebs, je nachdem, wo er entsteht: in den Auskleidungen der Milchgänge, den Milchgängen generell oder in den Drüsenläppchen.

Die genaue Ursache von Brustkrebs ist nicht geklärt. Wie bei vielen anderen Krebserkrankungen spielen verschiedene Faktoren wie Genetik, Lebensführung und Umfeld eine Rolle.

  • Ursache: ungeklärt, verschiedene Faktoren können begünstigen
  • Einordnung: bösartig
  • Brustkrebrisiko: ja

Weitere Ursachen für Knoten und Verhärtungen

Neben den bereits erwähnten typischen Ursachen für einen Knoten in der Brust, können auch andere Faktoren wie etwa eine Milchdrüsenentzündung, ein Milchstau während dem Stillen, Kalkablagerungen, das Milchausgangspapillom, aber auch Fehlentwicklungen oder vererbte Veränderungen schuld sein.

Was tun bei einem Knoten?

Wie du siehst, gibt es viel mehr unbedenkliche Gründe für eine Veränderung in deinen Brüsten als bedenkliche. Nichtsdestotrotz solltest du immer zum:r Ärzt:in gehen, sobald du etwas Ungewöhnliches erfühlst. Dort wird als erstes deine Brust abgetastet und im Zweifelsfall ein Ultraschall (Mammosonografie) oder eine Mammografie durchgeführt.

Fazit: Keine Panik, sondern lieber den Profi fragen

Das gilt generell bei allen Veränderungen, die du an deinem Körper feststellst, aber besonders für deine Brüste, denn hier ist das Krebsrisiko für dich als Frau am höchsten.

Im Rahmen unserer Frauengesundheitswoche informieren wir dich ebenfalls über Gebärmutterhalskrebs, wie man sich mit der HPV-Impfung davor schützen kann und wie eine Krebsvorstufe behandelt wird.