Das Thema Krebsvorsorge rückt (leider) oft in den Hintergrund des Gedächtnisses und wird damit vergessen. Und natürlich hat Frau (und auch Mann natürlich) sicherlich andere Dinge zu tun, als sich ständig Gedanken um die Gesundheit zu machen. Doch gerade als junge Frau ist es wichtig, sich regelmäßig beim Arzt oder der Ärztin durchchecken zu lassen – vor allem, wenn es um das Thema Brustkrebsvorsorge geht.

Im Rahmen unserer #frauengesundheitswoche erklären wir dir, was du für die Gesundheit deiner Brüste machen solltest, was du von deinem Gynäkologen oder deiner Gynäkologin erwarten kannst und ab wann die Brustkrebsvorsorge Pflicht ist.

Warum die Brustkrebsvorsorge ein MUSS ist

Brustkrebs gehört mit 30,5 % der Krebserkrankungen zu den häufigsten Krebserkrankungen bei Frauen in Industrieländern. Seit den 80er-Jahren hat sich die Zahl verdoppelt und sie steigt weiterhin. 2017 sind knapp 18.000 Frauen an Brustkrebs in Deutschland gestorben.

Damit haben wir nun hoffentlich deine Aufmerksamkeit, denn es gibt auch gute Nachrichten: Brustkrebs ist zwar die häufigste Krebserkrankung bei Frauen, aber mit einer 87 %-igen Überlebensrate nicht die gefährlichste. Denn es gibt viele wirksame Methoden zur Prävention.

Umso wichtiger ist es, dass junge Frauen schon früh für das Thema sensibilisiert werden. Denn je früher Brustkrebs erkannt wird, desto höher sind die Heilungs- und Überlebenschancen.

Übrigens: Auch Männer können Brustkrebs bekommen. 1 % aller Brustkrebserkrankungen betrifft Männer.

Ist Brustkrebs heilbar?

Ja, zumindest wenn er früh erkannt und behandelt wird. Das heißt, bevor der Tumor Metastasen bilden kann. Ein Brustkrebstumor kann in den Brüsten, den Lymphen oder in der Achselregion sitzen.

In 70 bis 87 % der Fälle kann der Tumor herausoperiert werden, ohne dass die Brüste abgenommen werden müssen. Bei den anderen 20 % ist eine Masektomie (Entfernung der Brust) notwendig, um die Ausbreitung zu verhindern. Es folgt meist eine Strahlentherapie und je nach Härtegrad weitere Behandlungsmethoden.

Ab wann ist Brustkrebsvorsorge nötig?

Das Risiko, an Brustkrebs zu erkranken, steigt mit dem Alter: Bei Frauen zwischen 60 und 80 Jahren ist die Wahrscheinlichkeit am höchsten und die Erkrankung am gefährlichsten. Nur 1 % der Brustkrebspatientinnen ist jünger als 35 Jahre.

Das Alter ist aber nur einer von vielen Faktoren dir Brustkrebs begünstigen können. Hast du zum Beispiel Erkrankungen in der direkten Familie, steigt dein Risiko um das Vier- bis Siebenfache. Auch ein gestörter Hormonhaushalt, die Pille oder Geburten über 30 Jahren erhöhen das Risiko.

Krankenkassen empfehlen und bezahlen eine Brustkrebsvorsorge ab 30 Jahren. Aber du kannst und solltest sie schon ab 20 Jahren in Anspruch nehmen. Diese Vorsorgen solltest du machen lassen:

Diese Brustkrebsvorsorgen stehen dir zu

In Deutschland übernehmen die Krankenkassen die Brustkrebsvorsorge wie folgt:

  • 30+ Jahre: Jährliche Tastuntersuchung beim Frauenarzt
  • 50+ Jahre: Jährliche Tastuntersuchung, sowie eine Einladung zur (freiwilligen) Mammographie alle zwei Jahre
  • 70+ Jahre: Jährliche Testuntersuchung mit Abtasten

Diese Untersuchungen bietet dein:e Frauenärzt:in immer an und sie werden auch von der Krankenkasse übernommen. Etwas schwieriger ist es bei einer Tastuntersuchung, wenn du unter 30 Jahren bist. Eine Ausnahme gilt für Risikopatientinnen.

Viele Ärzt:innen bieten die Abtastung bei den Routineuntersuchungen mit an. Da sie aber keine Pflicht sind, gibt es auch Frauenärzt:innen, die sich weigern, das Abtasten routinemäßig durchzuführen. Was du dann tun kannst:

Brüste wachsen
Die Größe deiner Brüste spielen nicht wirklich eine Rolle in Sachen Brustkrebs, aber die Verhärtungen deines Gewebes schon. Credit: getty images/ Fabio Formaggio / EyeEm

Was solltest du tun, wenn dein:e Gynäkolog:in keine Brustkrebsorsorge durchführt

Wir haben Herrn Dr. med. Christian Albring, Präsident des Berufsverbandes der Frauenärzte und niedergelassener Frauenarzt in Hannover, gefragt, wann junge Frauen abgetastet werden:

Wenn Frauen, die jünger sind als 30 Jahre, Veränderungen in ihrer Brust tasten, die auch nach der Menstruation nicht weggehen, sollten sie ihre Frauenärzte konsultieren; dann wird selbstverständlich auch die Brust mit einer Tastuntersuchung untersucht, und wenn notwendig auch mit bildgebenden Verfahren.

Dr. med. Christian Albring

Solltest du also selbst eine Verhärtung, einen Knoten oder eine andere Auffälligkeit bei deinen Brüsten finden, wirst du auf jeden Fall abgetastet. Eine andere Möglichkeit ist es, zu fragen, ob deine Frauenärzt:in die Abtastung gegen Geld durchführt. Nicht alle bieten diese Leistung an, aber wenn, dann sind sie oft sehr preiswert.

Merke: Frauen unter 30 können abgetastet werden, indem sie selbst zahlen oder aber eine Unregelmäßigkeit im Brust- und Achselraum festgestellt haben. Oder wenn sie ein:e Ärztin haben, die die Vorsorge freiwillig anbietet.

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Du solltest dein Brüste regelmäßig selber abtasten. Foto: shutterstock/Mr.suchin /

Junge Frauen sollten ihre Brüste selbst regelmäßig abtasten

Da die Brustabtastung bei jungen Frauen nicht zwingend bei den Regelterminen durchgeführt wird, ist es wichtig, dass du selbst regelmäßig Hand anlegst. Der beste Zeitpunkt dafür ist Tag sieben bis neun in deinem Zyklus, also eine Woche nach Beginn der Periode.

Denn hier sind die periodenbedingten Schwellungen in der Brust meist abgeklungen. Wenn du also jetzt noch Knoten spürst, sollte das untersucht werden. Wie du eine richtige Brustabtastung durchführst, erklären wir dir ausführlich in diesem Artikel.

Achtung: Bitte nicht direkt hyperventilieren, wenn du einen Knoten entdeckst. Denn die meisten Verhärtungen sind gutartig und normal. Du solltest sie aber trotzdem immer von Profis checken lassen.

Fazit: Brustkrebsvorsorge gehört JETZT in deine Selfcare-Routine

Und das beginnt mit dem Abtasten der eigenen Brust. Das kannst du in deine Abendroutine einbauen oder auch zusammen mit Partner oder Partnerin durchführen. Außerdem solltest du beim nächsten Frauenärzt:innenbesuch nach einer Abtastung fragen und dir Tipps vom Profi geben lassen. Und vergiss nie: Es ist dein gutes Recht, dich untersuchen zu lassen – schließlich geht es hier um dich und deine Gesundheit.

Wie du dir im Anschluss eine gute Brustmassage gibst, zeigen wir dir hier. Lange galt übrigens auch das Aluminium im Deo als krebserregend, das wurde nun aber in jüngsten Studien widerlegt.

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