Brustkrebs die häufigste Krebserkrankung bei Frauen. Um eine mögliche Erkrankung frühzeitig zu erkennen bieten Gynäkolog:innen eine regelmäßige Brustkrebsvorsorge an. Werden Veränderungen oder Knoten in der Brust gefunden, schaffen eine Mammographie oder ein Ultraschall Klarheit. Aber was ist eigentlich der Unterschied zwischen den beiden Techniken?

Mammographie oder Ultraschall: Wenn Tasten nicht mehr ausreicht

Der erste Schritt bei der Brustkrebsvorsorge ist das Abtasten der Brüste. Dabei kann es vorkommen, dass du selbst oder dein:e Frauenärzt:in einen Knoten in der Brust findet. Das muss erst einmal nichts Schlimmes bedeuten! Je nachdem, was die Ursache für den Knoten ist, wo er sitzt und wie dicht dein Brustgewebe ist, reicht eine Tastuntersuchung aber nicht immer aus, um eine Krebserkrankung auszuschließen.

Wie du dich selbst richtig abtastest, erklären wir dir in diesem Artikel.

Der nächste Schritt ist dann eine Überprüfung durch eine Mammagraphie oder einen Ultraschall bzw. Mammasonographie. Aber auch als regelmäßige Routine bei Risikopatientinnen oder ab einem Alter von 50 Jahren sind solche Vorsorgeuntersuchungen wichtig. Wir erklären dir die Unterschiede zwischen beiden Untersuchungen.

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Wir erklären den Unterschied zwischen Mammographie und Ultraschall. Credit: LightFieldStudios Getty Images via Canva.com

1. Die Mammographie

Die Mammographie wird von vielen Frauen mit Schmerzen in Verbindung gebracht. Denn bei dieser Art des Röntgens werden die Brüste zwischen zwei Platten gepresst, um einen möglichst genauen Scan zu bekommen.

Die Mammographie kann bereits Tumore ab fünf Millimeter Größe erkennen und somit Brustkrebs in einem sehr frühen und gut behandelbaren Stadium diagnostizieren. Das funktioniert aber nur, wenn das Brustgewebe der Patientin nicht zu dicht ist. Je älter unsere Brüste werden, desto lockerer wird auch das Brustgewebe. Deshalb wird die Mammographie bei Frauen unter 40 Jahren eher selten durchgeführt.

Ein weiterer Minuspunkt ist die Strahlenbelastung durch das Röntgen, welche selbst als krebserregend gilt. Bei Frauen ab 50 Jahren gleichen sich Belastung und Nutzen laut Gynäkolog:innen aus. Bei jüngeren Frauen allerdings nicht. Eine Mammographie kommt also unter folgenden Voraussetzungen infrage:

  • Wann: als freiwillige Routineuntersuchung bei Frauen zwischen 50 und 70 Jahren, bei uneindeutigem Tastbefund, Vorbelastung oder erhöhtem Brustkrebsrisiko bei Frauen unter 40 Jahren, in Ausnahmefällen bei jüngeren Frauen
  • Vorteile: Tumore schon ab fünf Millimeter sichtbar, sodass die Heilungschancen auf 90 % steigen
  • Nachteile: kann schmerzhaft sein, geringe krebserregende Strahlenbelastung, uneindeutige Ergebnisse bei zu dichtem Brustgewebe, hormoneller Verhütung und während der Stillphase
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Bei einer Mammographie werden deine Brüste zwischen zwei Plexiglasplatten fixiert. Credit: choja Getty Images Signature via Canva.com

2. Brust-Ultraschall (Mammosonographie)

Eine Alternative zur Mammographie ist der Ultraschall der Brust, auch Mammosonographie genannt. Dabei wird die Brust mit einem Ultraschallgerät, ähnlich wie beim normalen Ultraschall, von außen durchleuchtet.

Der Vorteil liegt auf der Hand: keine Strahlenbelastung. Außerdem dringt der Ultraschall besser durch dichtes Brustgewebe als eine Mammographie, ist nicht schmerzhaft und kann ebenfalls Verhärtungen ab vier Millimetern erkennen.

Wichtig ist hier ein gutes Gerät und ein geschultes Auge des:r Radiolog:in. Deshalb wird diese Untersuchung nie bei Frauenärzt:innen durchgeführt, sondern immer in einer radiologischen Praxis. Bisher wird eine routinemäßige Ultraschalluntersuchung der Brust nicht von den Krankenkassen bezahlt, man kann sich aber überweisen lassen. Das ist sinnvoll unter folgenden Umständen:

  • Wann: bei Frauen zwischen 30 und 40, bei Auffälligkeiten oder erhöhtem Risiko auch schon bei jüngeren Frauen, als Ergänzung zur Mammographie
  • Vorteile: Tumore schon ab vier Millimeter sichtbar, kann besser durch dichtes Gewebe sehen
  • Nachteile: keine bezahlten Routineuntersuchung durch die Krankenkassen
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Ein Brustultraschall fühlt sich wie ein normaler Ultraschall beim Gyn an. Credit: Kzenon via Canva.com

3. Elastographie

Die Elastographie ist eine dritte Option, die bisher allerdings noch nicht so bekannt ist. Im Prinzip funktioniert sie wie ein Brustultraschall, allerdings werden die verschiedenen Gewebe dabei farblich markiert, weshalb die Diagnose einfacher fällt.

Sie wird meist als Begleitung zur Mammographie oder zum Ultraschall durchgeführt, wenn bereits ein auffälliger Befund festgestellt wurde. Eine Elastographie ist in den folgenden Fällen sinnvoll:

  • Wann: bei bereits entdeckten Tumoren oder uneindeutigen Knoten während der Mammographie oder des Ultraschalls, alle Altersklassen
  • Vorteile: Tumore schon ab vier Millimeter sichtbar, kann gut durch dichtes Gewebe sehen, vereinfachte Diagnose
  • Nachteile: keine bezahlten Routineuntersuchung durch die Krankenkassen, immer im Zusammenhang mit anderen Untersuchungen

Gibt es weitere Verfahren zur Brustuntersuchung?

Normalerweise wird eine Mammographie oder ein Ultraschall bei einem Erstbefund genutzt. Alle weiteren Methoden wie die Elastographie, aber auch eine Magnetresonanztomographie sind begleitend oder werden nach überstandenem Brustkrebs genutzt.

Mammographie oder Ultraschall: Deshalb sollten auch Patientinnen Bescheid wissen

Dein:e Gynäkolog:in gut ausgebildet und wird dir mit großer Wahrscheinlichkeit die optimale Methode empfehlen, um einen Knoten in deiner Brust zu untersuchen. Denn ein Profi kann meist schon beim Abtasten erkennen, wie fest das Gewebe deiner Brust ist und welche Untersuchung deshalb eher in Frage kommt.

Trotzdem ist es gut, auch als Patientin informiert zu sein. So kannst du zum Beispiel gezielt nachfragen, ob bei dir ein Ultraschall statt einer Mammograpie durchgeführt werden könnte oder warum diese Entscheidung gefällt wurde. Wenn du dich mit einer Methode wohler fühlst, kannst du das offen in der Praxis ansprechen.

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