Besonders im Sommer ist Obst ein sehr beliebtes Nahrungsmittel, da es Erfrischung mit sich bringt. Daher essen viele im Sommer mehr Obst als sonst. Was gibt es auch Besseres, als an einem heißen Tag genüsslich Wassermelone zu essen? Jedoch ist auch das mittlerweile umstritten und es stellt sich die Frage, ob Obst ungesund ist. Lies hier, was Expert:innen dazu sagen.

Aus diesem Grund ist Obst teuflisch

Die Expertin Dr. Annette Bosworth erklärt in einem Video auf YouTube, weswegen Obst schädlich sein kann. Sie möchte der Frage nachgehen, wie viel Zucker unser Blut verarbeiten kann, bevor es zu einer Insulinresistenz kommt, sprich zu einer Diabeteserkrankung. Dabei stützt sie ihre Argumente auf mathematische Fakten und vergleicht den Zuckeranteil sowie die Kohlenhydrate von Obst mit anderen Lebensmitteln wie Honig oder Brot.

Außerdem erklärt sie, dass unser Körper in etwa 7 Liter Blut enthält, diese arbeiten so, dass im Blut 7 g  Zucker enthalten sind. Werden diese 7 g überschritten sind, gibt der Körper sie an unsere Fettzellen ab.

Ein Teelöffel Honig entspricht ungefähr 100 mg Glukose. Der Körper kann nur aus der Glukose Energie gewinnen und muss daher jedes Kohlenhydrat vorher in Traubenzucker umwandeln. Am Ende nimmt man also gleichzeitig auch Kohlenhydrate zu sich. Bei einem Apfel nimmt man ungefähr 18 bis 25 g Kohlenhydrate zu sich, die der Körper ansammelt.

Das Fazit aus dieser Rechnung ist, dass der Körper die Zuckerarten nicht unterscheidet, sondern sie gleichermaßen in den Fettzellen angelagert werden. Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich um Schokolade oder Obst handelt, denn beides kann am Ende dick machen.

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Ein Esslöffel Honig entspricht 100 mg Glucose. Foto: Getty Images / Jonathan Knowles

Ist Obst ungesund, auch wenn man es portioniert?

Auch Professor Nicolai Worm, von der Deutschen Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement (DHPG) in Saarbrücken ist der Meinung, dass man seinen Konsum an Obst einschränken soll. Er empfiehlt 2 Portionen Obst am Tag, um die Leber nicht mit der Menge an Fruchtzucker zu belasten. Dabei kann man sich auch an die „5 am Tag“-Regel der Deutschen Gesellschaft für Ernährung halten. Das bedeutet, zwei Portionen Obst und drei Portionen Gemüse pro Tag, dürfen es sein.

Eine Portion Obst sind rund 100 g, sprich ein Apfel oder eine Birne oder eine Handvoll Beeren. Wenn man seinen Obstbedarf mit einem Fruchtsaft oder Smoothie abdecken möchte, sollte man allerdings vorsichtig sein, da dieser weitaus mehr Fruchtzucker enthalten kann.

Was passiert bei zu viel Fruchtzucker?

Überschreitet man die Menge an Fruchtzucker regelmäßig, kann das die Leber überfordern und zu einer Fettleber führen. Diese Überforderung schadet der Leber, sodass sie nicht mehr richtig arbeiten kann.

Die sogenannte Fettleber kann dann auch zu einem zu hohen Blutzuckerspiegel führen, sodass man am Ende an Diabetes erkrankt. Da unser Gehirn im Schlaf besonders aktiv ist, braucht es mehr Energie, die es aus Glukose aus dem Blut gewinnt. Um eine Unterzuckerung des Organismus trotzdem zu verhindern, muss die Leber als ständig Glukose an das Blut abgeben. Laut Experte wird das gefährlich, „Die Fettleber wird jedoch insulinresistent, hört also sozusagen die Signale nicht mehr und schickt zu viel Glukose ins Blut“.

Obst gemüse
Dennoch enthält Obst viele für uns wichtige Stoffe. Foto: Getty Images / simonapilolla

Fazit: Obst in Portionen trotzdem gesünder als Schokolade

Auch wenn man auf seinen Fruchtzucker Konsum achten sollte, liefert Obst dennoch für unseren Körper wichtige Stoffe. Dazu gehören Mineralstoffe, Vitamine, Energie, Fett, sowie sekundäre Pflanzenstoffe und Ballaststoffe. Auch die Vielfalt an Obst und Gemüse ist ein bedeutender Faktor. Hinzukommt, dass ein hoher Verzehr an Obst und Gemüse, dazu führt, dass man weniger tierische Lebensmittel zu sich nimmt. Damit verbunden sind auch weniger der ungünstig gesättigten Fettsäuren. Hinzukommt, dass ein hoher Verzehr an Obst, das Risiko Bluthochdruck und Schlaganfälle senkt.

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