Junge Menschen wiegen sich dieser Tage in der Sicherheit, der Coronavirus wäre für sie nicht gefährlich. Immerhin sind sie fernab der 60 und gehören zum größten Teil keiner Risikogruppe an. In diversen Straßeninterviews sprechen sie daher der Kamera siegessicher entgegen: Ich bin jung, mir kann der Virus nichts anhaben

Dass diese Einstellung nicht nur fatal für andere ist, da junge Menschen sich dementsprechend weniger umsichtig zeigen, sondern auch schlicht falsch, zeigen vor allem Zahlen aus China und Italien: Auch junge Menschen, die zuvor nie gesundheitlich beeinträchtigt waren, können schwer an COVID-19 erkranken. Die Folgen reichen von einem längeren Krankenhausaufenthalt, doch auch Todesfälle sind bekannt – ganz zu schweigen von den möglichen Langzeitfolgen.

Frau Atemschutzmaske Corona
Spüren manche junge Patienten nur die Symptome ähnlich denen eines leichten grippalen Infekts, müssen manche wegen einer Lungenentzündung ins Krankenhaus.(Photo: istock, tolgart)

Auch junge Menschen erkranken ernsthaft

Viele junge Menschen sind zwar nicht darauf aus, das Virus zu erwischen, wiegen sich allerdings in der Sicherheit, dass zumeist ein milder Verlauf der Krankheit auftritt. Sie trösten sich dieser Zeiten gar damit, dass die Krankheit auch nahezu symptomfrei auftreten kann. Studien aus China und Südkorea zeigen tatsächlich, dass vor allem Ältere und Menschen der Risikogruppe den Tod durch das Virus finden.

Dass ist allerdings nur die halbe Wahrheit. Viele Länder vermelden nun, dass auch ein hoher Prozentsatz der ins Krankenhaus eingelieferten Patienten unter 50 ist. Zudem zeigen die Zahlen, dass auch junge Menschen den Tod durch die neuartige Atemwegserkrankung finden können. 

Natürlich handelt es sich hier auch weiterhin um Ausnahmefälle. Was diese uns dennoch lehren: Das Virus ist keine einfache Erkältung. Es ist ernst zu nehmen. Dennoch: Das ist kein Grund zur Panik, lediglich für ein noch umsichtigeres Verhalten.

Nur halb gesund – die möglichen Spätfolgen

Selbst wer die Krankheit gut übersteht, hat danach nicht die Garantie, wieder völlig gesund zu werden. Die Forschung weist darauf hin, dass vor allem Lungenentzündungen, die durch den Virus auftreten, das Risiko einer später auftretenden Herz-Kreislauf-Erkrankung begünstigen. Bei der verwandten Krankheit SARS konnten in Folge zudem häufig ein gestörter Fettstoffwechsel, erhöhte Entzündungswerte sowie abnorme Neigungen der Blutgerinnung nachgewiesen werden.

Damit nicht genug, kann sich der Virus langfristig auch auf die mentale Gesundheit auswirken: Schlafstörungen, Depressionen, chronische Müdigkeit sowie Schmerzen der Muskeln und Gelenke können Spätfolgen einer schweren Viruserkrankung sein.

Wie wird die Häufung unter jungen Menschen erklärt?

Hierfür wird die Erklärung herangezogen, dass viele junge Menschen an einer Vorerkrankung des Herz-Kreislauf-Systems leiden könnten, ohne es überhaupt zu wissen. Entwickelt sich im Zuge der Erkrankung dann eine Lungenentzündung, kann diese den Körper stark belasten. Doch auch Übergewicht wird als mögliche Erklärung des schweren Krankheitsverlaufs bei jungen Menschen herangezogen.

Umsichtig sein heißt momentan vor allem: Zu Hause bleiben, um das Gesundheitssystem nicht zum Einsturz zu bringen.

Umsichtig bleiben

Wöchentlich verschärfen sich die Maßnahmen, um das Virus einzudämmen. Mittlerweile sind nur noch Spaziergänge oder Einkäufe zu zweit erlaubt – immer im nötigen Sicherheitsabstand zu anderen Menschen. Es sind verrückte Zeiten, vor allem für junge Menschen, die zuvor noch nie eine Krise in ihrem Leben miterleben mussten. Natürlich beruhigt in diesen Momenten der Gedanke, dass das Virus einem nicht viel anhaben kann. Dennoch: Nur wer umsichtig ist, schützt sich und vor allem andere Menschen.  

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