Anzeichen einer Corona-Infektion werden von den meisten nicht einmal erkannt. Das Virus befällt, abhängig vom Alter und von der körperlichen Verfassung, jeden Betroffenen unterschiedlich stark. Während weltweit bereits mehr als eine halbe Million Menschen an dem Virus gestorben sind, haben viele Infizierte keine Symptome. Rund 80 % fühlen sich während des milden Verlaufs einige Tage schlapp. Danach sind die Symptome wieder verschwunden und der Alltag geht weiter.

Eine große Gefahr. Denn wenn das Virus unwissentlich herumgetragen wird, fördert das die Ausbreitung nur zusätzlich. Die Dunkelziffer der Erkrankten liegt deutlich höher, als die offiziellen Zahlen das vermuten lassen und sie schwankt enorm. Die Epidemiologin Nicola Low von der Universität Bern schätzt mit symptomlosen Infizierten um die 20 – 30 %. Die Heinsberg-Studie geht davon aus, dass sich zehnmal mehr Menschen als gedacht infiziert haben

Alle bekannten Corona-Symptome erfährst du auch in unserer Story.

junge Frau einkaufen Corona Maske
Die Dunkelziffer der Corona-Infizierten ist kaum einschätzbar.(Photo: iStock.com/Drazen Zigic)

Post-Covid-Anzeichen

Auch genesene Patienten sind lange nicht beschwerdefrei. Viele Symptome treten nach der Erkrankung selbst auf und können ein Zeichen einer zurückliegenden Infektion sein. Als Spätfolge tritt vor allem das chronische Erschöpfungssyndrom häufig auf. Typische Symptome sind:

  • Müdigkeit: Durch das chronische Erschöpfungssyndrom sind die Genesenen über einen längeren Zeitraum auch ohne offensichtlichen Grund erschöpft.
  • Gedächtnis- und Konzentrationsprobleme: Dazu kommen Vergesslichkeit und Überlastung, auch bei kleineren geistigen Anstrengungen.
  • Schmerzen: Diese können in Muskeln, Gelenken und als Kopfschmerz auftreten. 
  • Schlaflosigkeit: Ein zusätzliches Problem. Viele haben mit Schlafproblemen zu kämpfen. Auch Albträume treten vermehrt auf. Experten sind der Meinung, dass es sich um psychologische Traumata handeln könnte. Dass das Virus selbst diese Spätfolge direkt ausgelöst hat, ist genauso denkbar. Schließlich greift SARS-Cov-2 auch das Gehirn an, nach Einschätzungen des RKI auch das zentrale Nervensystem.

Im schlimmsten Fall führt die anhaltende Belastung zu einer chronischen Beschwerde, was Depressionen als Folge einer Covid-19-Erkrankung möglich macht.

Weitere wichtige Infos über das Coronavirus findest du in unseren Videos.

Anzeichen einer akuten Corona-Erkrankung

Natürlich ist nicht jeder von den Spätfolgen betroffen. Aber auch die akuten Anzeichen einer Covid-19-Erkrankung können dir einen Hinweis geben. Wenn du diese Symptome vor einiger Zeit bei dir beobachtet hast, könntest du dich infiziert haben.

  • Geruchs- und Geschmackssinn: Die Professorin für Neurowissenschaften, Jessica Freiherr, geht davon aus, dass circa 80 % aller Corona Patienten nicht mehr richtig riechen und schmecken können. Damit wären die Sinneseinschränkungen das häufigste Symptom einer Covid-19 Erkrankung.
  • Fieber: Laut Robert-Koch-Institut leiden mindestens die Hälfte aller Infizierten an Fieber. Als Hauptsymptom für Corona ist Fieber schon länger gesichert. Dabei ist Fieber ohnehin ein wichtiger Abwehrprozess bei Infektionen. Durch die erhöhte Körpertemperatur laufen Abwehrprozesse im Körper schneller ab.
  • Trockener Husten: Die WHO gibt trockenen Husten als eines der drei häufigsten Symptome an. Das spiegelt sich auch in Umfragen wieder. Die Smartphone-App COVID Symptom Study des King’s College London und des Massachusetts General Hospital fasst Nutzerangaben von Covid-19 Patienten zusammen. „Anhaltender Husten“ wurde als zweithäufigstes Symptom angegeben.
  • Müdigkeit: Die tritt natürlich auch während einer Erkrankung auf. Allerdings: Die WHO gibt an, dass Müdigkeitssymptome häufiger bei einer Grippe und Erkältungen auftreten.

Viele weitere Symptome werden in Zusammenhang mit Corona genannt. Erscheinungen wie zum Beispiel Schnupfen, treten allerdings unregelmäßig auf, konkrete Aussagen darüber sind schwierig. Zusätzlich können diese Anzeichen auch mit einem harmlosen Heuschnupfen verwechselt werden.

Leider gibt es keinen allgemein gültigen Krankheitsverlauf. Ehemals Infizierte können kaum zurückverfolgen, ob sie infiziert waren oder nicht.

Frau mit Corona Impfstoff
Bis zum Impfstoff sollen Antikörpertests aushelfen. Diese sind allerdings nicht immer fehlerfrei.(Photo: shutterstock.com/Alexandru Nika)

Antikörpertests sind nicht fehlerfrei

Nach einer Infektion bildet der Körper in der Regel Antikörper. Diese können mit Hilfe von Tests nachgewiesen werden. Allerdings schreibt das RKI zu den Antikörpernachweisen „Zum jetzigen Zeitpunkt können diese Testformate jedoch nicht abschließend beurteilt werden“ und raten von kommerziell angebotenen Tests ab. Dasselbe gilt für Antigennachweise. 

Denn selbst wenn die Tests alle vorherigen Kranken richtig erkennen würden, werden häufig auch eigentlich Gesunde fälschlicherweise als Kranke identifiziert. Außerdem zeigt eine Untersuchung der Uni Lübeck, dass 30 % der untersuchten Corona Patienten nach drei Wochen keine Antikörper gebildet haben

Auch die zahlreichen Schnelltests sollten nicht bestellt werden. Diese sind oft nicht ausreichend geprüft und können Fälschungen enthalten.

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