Die Zahlen der Toten durch den Coronavirus sind eindeutig: Es sterben deutlich mehr Männer als Frauen an dem neuartigen Virus. Die Forschungsinitiative Global Health 50/50, die die Zahlen von 20 Ländern miteinander verglichen, haben ergeben, dass die Verteilung der Sterberaten bei einem zu zwei Dritteln liegt. Ein riesiger Unterschied!

So langsam ist es an der Zeit den Virus verstehen zu lernen. Überall sind es mehr Männer als Frauen, die dem Virus erliegen. Was steckt dahinter? 

Männer sterben häufiger als Frauen an Corona

Der letzte Bericht des Rober-Koch-Instituts (RKI) vom 21. Juni 2020 besagt, dass allein in Deutschland in der Altersgruppe von 70-79-jährigen jeweils doppelt so viele Männer starben wie Frauen. Zuverlässig zu bennenen sind die Gründe dafür bis heute nicht. 

Am 29.08 veröffentlichte das Nature-Magazin eine Studie, die ebenfalls verhieß, dass gerade Männer höheren Alters sich um ihre Gesundheit sorgen sollten. Sie wären auch die ersten Kandidaten, die sich auf eine Impfung stürzen sollten.

Die Anfänge zeigten es bereits

Schon als der Virus Anfang des Jahres begann über China herzufallen, wurden ähnliche Zahlen beobachtet. Vor allem der ungesunde und leichtsinnige Lebensstil der Chinesen wurde damals in den Vordergrund gestellt. Berechtigterweise: In der gesamten Welt scheinen Männer sich leichtsinniger ihrer Gesundheit gegenüber zu verhalten.

Männer und Frauen schwarz weiß
Warum sind Männer eigentlich so viel gefährdeter vom Coronavirus?(Photo: imago images/Westend61)

Die Abwehrkräfte der Frauen

Offenbar sind Frauen mit einem ungleich besseren Immunsystem ausgestattet. Die genauen Gründe dafür sind auch der Forschung und der Wissenschaft nicht ganz klar. Es gibt jedoch drei Theorien, die das Phänomen zu erklären.

1. Frauen gebären Kinder

Dass die Frau für das Austragen der Babys zuständig ist, hat auch Folgen für ihr Immunsystem. Immerhin muss sie das Kind während der Schwangerschaft vor allem Unheil schützen. Auch in der darauffolgenden Stillzeit sind die Babys darauf angewiesen, dass die Muttermilch mit schützenden Antikörpern versetzt ist. Frauen haben also grundsätzlich die Fähigkeit, diese schützenden Antikörper zu entwickeln. Ob schwanger, stillend oder nicht.

2. Gene & Hormone

Weit weniger laienverständlich ist die These, dass das weibliche Sexualhormon Östrogen, von dem Männer nur sehr wenig produzieren eine Rolle spielt. Auch die unterschiedliche Verteilung von Chromosomen könnte das Immunsystem beeinflussen. Frauen besitzen bekanntermaßen zwei X-Chromosomen, Männer nur eines. Weist das auf ein stabileres Immunsystem hin?

Gleichberechtigung: Mann und Frau halten Hand nackt am Strand
Männers sind viel unvorsichtiger als Frauen.

3. Männer sind unvorsichtig

Egal, um welchen Lebensbereich es geht: Männer scheinen einfach unbedachter in den Tag hineinzuleben als Frauen und ihre Gesundheit dabei außer Acht zu lassen. Egal, ob sie sich bei der neuesten Internetchallange erst selbst anzünden und dann in einen Pool werfen müssen (wisst ihr noch??

Oder auch, wenn es um Harmloseres wie eine gesunde Ernährung geht. Statistisch essen die deutschen Männer beinahe doppelt so oft Fleisch wie Frauen. In China raucht jeder zweite Mann, aber nur 2 % der Frauen hängen am Glimmstängel. All das sind Faktoren, die das Immunsystem beeinflussen und letztendlich dazu führen könnten, das Coronavirus in einem Körper zu verschlimmern.

Menschenmenge, Comic
Während der Corona-Epidemie sollten Menschenmengen gemieden werden.

Die Wenigsten sterben am Coronavirus 

Obwohl es tendenziell mehr Männer sind, die an dem Virus sterben, sollten wir doch auch bei der größten Panikmache einen kühlen Kopf bewahren. Probleme bekommen noch immer vor allem Menschen mit Vorerkrankungen und in einem hohen Alter. 

Dennoch ist es immer ratsam, auf seine Gesundheit zu achten, auch wenn das Coronavirus bald ausgerottet ist. Wie du dich zu Zeiten des Virus verhalten solltest, erfährst du in unserem Corona-Knigge.

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In diesen Zeiten ist besonders viel Vorsicht geboten. Eine Infektion mit dem Coronavirus kann zu Gehirnentzündungen und großen Schäden führen. Auch ohne Symptome.