Das FDA (U.S. Food & Drug Administration hat einen Report herausgegeben, indem es heißt, dass der tägliche Kalorienbedarf bei Frauen bei 2000 kcal liegt. Das klingt für dich so als könnte man es nicht verallgemeinern? Spoiler alert: Kann man auch nicht! Wie das FDA auf dieses Ergebnis gekommen ist und was eigentlich richtig ist, erfährst du hier. 

2000 kcal am Tag sind nicht immer genug 

Nach der Veröffentlichung des FDA standen nicht nur wir mit einem Fragezeichen im Gesicht da. Auch die TikTokerin rebeccajannee berichtet davon, selbst jahrelang viel zu sehr ihre Kalorien getrackt zu haben und von dem Ergebnis irritiert gewesen zu sein. 

Laut ihren Angaben hat das FDA große Befragungen mit Frauen und Männern über ihren täglichen Kalorienbedarf geführt. Dabei kamen allerdings viele unterschiedliche Ergebnisse heraus, da jeder Mensch unterschiedlich ist und somit auch einen unterschiedlichen Bedarf an Kalorien hat. Da das FDA nicht alle Angaben, die gemacht wurden auf ein Label drucken konnten, haben sie sich dazu entschieden, den Durchschnitt der Angaben zu berechnen, dieser betrug 2350 kcal. So erklärt es die TikTokerin auf ihrem Kanal.

Das sind allerdings noch 350 Kalorien mehr als die am Ende angegebene Anzahl. Wie das passieren konnte? Rebeccajannee gibt uns dazu die Antwort: Laut ihr gab es Beschwerden auf die Kalorienangabe, die meinte, die Zahl sei zu hoch. Demnach hätte das FDA die Zahl “einfach” abgerundet, auf eine schöne Zahl. An der Angabe des FDA, dass Frauen im Schnitt ca. 2000 kcal zu sich nehmen, ist demnach nicht viel dran. Die Zahl hat keinen wissenschaftlichen Hintergrund und wurde auch nicht von Expert:innen empfohlen. 

Zahlen und Fakten: Was empfiehlt das FDA? 

Die FDA vor kurzem einen Artikel herausgebracht, der erklärt, wie ihre Labels richtig zu lesen sind. Allerdings gehen diese noch immer nach dem 2000 kcal-pro-Tag-Prinzip. So ganz kann man sich auf die Angaben also nicht stützen. 

In Deutschland gibt es zusätzlich zu den Labels mit der Nährwert-Tabelle noch einige andere Labels, auf die du bei deinem Einkauf achten kannst und die dir mehr Informationen über das Produkt und seine Inhaltsstoffe geben. Eine übersichtliche Liste hat dir die Verbraucherzentrale hier zusammengestellt. 

Frau beim Einkaufen
Manchmal erleichtern einem Labels allerdings den Einkauf. Foto: Pexels / Gustavo Fring

2000 kcal: Wie viele Kalorien solltest du pro Tag zu dir nehmen? 

Und wie sieht es jetzt aus mit dem Kalorienbedarf? Wie am Anfang des Artikels bereits erwähnt: Der Kalorienbedarf ist individuell. Wenn du dir ganz sicher sein möchtest, was du genau benötigst und wie dein Verbrauch ist, zieh ärztliche oder ernährungswissenschaftliche Beratung heran. Der tägliche Kalorienbedarf eines Menschen setzt sich aus dem Grundumsatz und dem Leistungsumsatz zusammen. Diese ergeben den Energieumsatz und damit annäherungsweise die Kilokalorien, die unser Körper pro Tag verbrennt und damit auch benötigt.   

  • Der Grundumsatz, oder auch basale Stoffwechselmenge, ist die Energiemenge, die der Körper bei völliger Ruhe, einer Raumtemperatur von 28 Grad Celsius und auf leerem Magen zur Aufrechterhaltung aller lebenswichtigen Funktionen braucht. 
  • Der Leistungsumsatz beschreibt den Energieverbrauch von körperlichen Aktivitäten und Prozessen, die zusätzlich zum Grundumsatz stattfinden. 
Rote Linsen werden in einen Behälter gefüllt
Manche Angaben müssen hinterfragt werden. Foto: Pexels / Polina Tankilevitch

Frauen und Männer brauchen unterschiedlich viele Kalorien

Die Techniker-Krankenkasse gab allerdings ebenfalls an, dass für Frauen ein Bedarf von rund 2000 kcal am Tag ausreichend sei. Natürlich hängt dies von vielen Faktoren wie beispielsweise dem Alter ab. Auch stellt sie einen Kalorienbedarfsrechner zur Verfügung. Wir weisen darauf hin, dass es immer am besten ist, deinen Bedarf mit Expert:innen abzusprechen, da nicht alle Online-Kalorienrechner immer die richtigen Angaben vorweisen und einige Rechenmethode schließt allerdings das Alter und Gewicht, den Stoffwechsel und das persönliche Essverhalten sowie weitere physische und psychische Faktoren nicht mit ein. Auch auf gewisse Vorerkrankungen oder eine Schwangerschaft nehmen diese Rechen-Methoden keinen Bezug. 

Es empfiehlt sich demnach, die Kalorienzufuhr als etwas Individuelles zu betrachten und verallgemeinernde Angaben nicht als Norm zu sehen. Warum du auf das Kalorien-Zählen ganz verzichten solltest, erfährst du hier!

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