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Nivea-Creme für 2,85 € La Mer für 800 €: Lohnt sich das Luxus-Produkt wirklich?

Nivea vs. La Mer: Die beiden Feuchtigkeitscremes sind sich sehr ähnlich. Lohnt sich also das teure Luxus-Produkt wirklich?

La Mer Nivea Creme
Ähnliche Formulierung und 797 Euro Unterschied: Lohnt sich La Mer? Foto: Aleksandra Shamonina via Canva

Stell dir vor, du schlenderst in ein Luxus-Kaufhaus. Überall riecht es nach teuren Parfums und Cremes. Die Mitarbeiter:innen sind alle schick gekleidet und tragen kleine Duftwolken mit sich. Auf einmal kommt du an einem großen Stand vorbei, der ein eingebautes Aquarium hat. Hier findet du die 800 Euro teure Creme von La Mer. Das Verrückte: Skincare-Fans haben herausgefunden, dass die bekannte Creme von Nivea für 2,85 Euro von der Formulierung identisch ist. Lohnt sich das Luxus Produkt also überhaupt? Hier findest du einen direkten Vergleich der Cremes.

So ähnlich sind sich die Cremes von La Mer und Nivea

Der größte Unterschied zwischen La Mer und Nivea liegt auf den ersten Blick beim Preis. Ein Tiegel La Mer-Creme kommt á 800 Euro pro 250 Milliliter daher. Eine Packung Nivea-Creme kostet 2,85 Euro für dieselbe Menge. Warum gibt es so einen großen Preisunterschied, wenn beide Cremes für mehr Feuchtigkeit auf der Haut sorgen sollen?

Auf Social Media findet man schon seit Monaten Videos, die die beiden Cremes miteinander vergleichen, da deren Textur und Inhaltsstoffe sich sehr ähnlich sind. So ist es auch auf TikTok. Die Userin @headkount zeigt beide Cremes im Vergleich und sagt ihre eigene Meinung zu den beiden Cremes.

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Die TikTokerin erklärt:

  • Beide Cremes sind sich im Geruch und in der Textur ähnlich.
  • Sie sind beide stark parfümiert.
  • Beide Cremes sind sehr dickflüssig.
  • Die Creme von La Mer zieht deutlich schneller in die Haut ein.

Formulierungen sind international unterschiedlich

Die TikTokerin hat bei ihrem Test deutlich hervorgehoben, dass die Formulierung der beiden Cremes nur gleich ist, wenn es sich um die deutsche Version der Nivea-Creme handelt. Die Nivea-Creme hat in anderen Ländern eine andere Formulierung, die Creme von La Mer sei wohl überall gleich.

Das steckt hinter den Marken Nivea und La Mer

Die Marke Nivea ist schon rund 110 Jahre alt und hat ihren Ursprung in Hamburg. Sie entwickelten 1911 die erste Fett- und Feuchtigkeitscreme, Nivea. Der Name stammt aus dem lateinischen Wort „nix,nivis“, was so viel wie „die Schneeweiße“ bedeutet. Zwar wurde die Formulierung immer wieder verfeinert, aber die Grundformulierung der Creme ist geblieben, inklusive der Parfümierung. Inzwischen bekommt man natürlich auch andere Produkte von der Marke.

La Mer entstand durch den Raumfahrt-Physiker Dr. Max Huber, der sich bei einem fehlgeschlagenen Experiment schwere Verbrennungen zuzog. Er wollte daraufhin ein Heilmittel für seine Haut finden, die auf Inhaltsstoffen aus dem Meer bestehen. Dr. Huber entwickelte daraufhin einen Biofermentationsprozess aus Algen und anderen Stoffen, die er als Grundlagen von Cremes benutzt hat. Er hat so einen Unterschied in seiner Haut gesehen.

Hinweis: Im Folgenden vergleichen wir die beiden Cremes nach den Inhaltsstoffen, der Verpackung und der Wirkung. Jedoch sind wir keine Hautärzt:innen und haben nicht die Möglichkeit, die Produkte im Labor zu testen. Wenn du also an Hautkrankheiten wie zum Beispiel Akne oder Rosazea leidest, dann solltest du vor der Verwendung der Produkte einen Hautarzt oder eine Hautärztin kontaktieren.

Unterschiede in den Inhaltsstoffen und der Wirkung

Es gibt einige Inhaltsstoffe, die in der La Mer Creme enthalten sind, die es in der Nivea-Creme nicht gibt. Das sind Sesamöl, Niacin, Algenextrakt und Süßmandel. Das sind alles keine Hauptinhaltsstoffe. Die Basis besteht zum Beispiel aus Paraffinöl, mikrokristallinem Wachs, Glycerin oder Panthenol ist fast gleich.

Die ausführliche Auflistung der Inhaltsstoffe von La Mer-Creme findest du hier.

Die ausführliche Auflistung der Inhaltsstoffe von Nivea-Creme findest du hier.

Welchen Effekt haben die beiden Cremes?

Die Tagescremes von La Mer und Nivea sind beide nicht darauf ausgelegt, einen dezidierten Anti-Aging-Effekt zu haben. In der Produktbeschreibung werden sie vor allem als Feuchtigkeitsspender angeteasert. Der Blick auf die Inhaltsstoffe verrät jedoch, dass beide Cremes eher okklusiv wirken. Um der Haut Feuchtigkeit zu geben, musst du vorher zum Beispiel ein Hyaluron-Serum auftragen.

Von der Marke Nivea gibt es viele andere Produkte, die mit besonderen Nährstoffen einen Anti-Aging-Effekt versprechen. Der Creme-Klassiker verspricht jedoch keine besondere Wirkung.

Die Produktbeschreibung von La Mer erklärt aber, dass hier ein gewisser Anti-Aging-Effekt enthalten ist. Hier heißt es: Mit der exklusiven Miracle Broth reduziert die innovative Formel feine Linien und Fältchen und hinterlässt nichts als eine geschmeidig weiche (..) Haut. Der „Miracle Broth“ ist jedoch kein wissenschaftlich gut erforschter Wirkstoff, weswegen die Wirkung nicht ganz klar ist.

Allergene und Hautreizende Stoffe

Leider enthalten beide Cremes Parfum, welches die Haut reizen kann und Allergien auslösen kann. Die Creme von Nivea enthält laut Öko-Test Mineralölkohlenwasserstoffe (MOAH), die sind krebserregend und schädigen das Erdgut. Zudem enthält die Creme Paraffine. Daher hat die Creme bei Öko-Test nur mit „mangelhaft“ abgeschnitten.

Leider fallen bei der Creme von La Mer ebenfalls die Duftstoffe, die Paraffine und generell erdölbasierte Stoffe auf. Das ist nicht nur schlecht für die Umwelt, sondern auch schlecht für die Haut. Zudem ist die Creme nicht komedogen, also nicht geeignet für Haut mit Akne.

Mineralöle in La Mer und Nivea

Nivea und La Mer sind auch in Hinsicht auf ihren Mineralölgehalt ähnlich. Die sogenannten MOAH sind in vielen Kosmetikprodukten enthalten und sollen für einen Schutz auf der Haut sorgen und als Weichmacher dienen. Allerdings gibt es auch MOAH, die bedenklich und sogar krebserregend sind. Die Mineralöle werden gerne von der Kosmetikindustrie genutzt, da sie, so das Magazin Utopia, sehr viel günstiger sind als pflanzliche Fette und Öle.

Nivea und Mineralöl

Nivea-Creme ist erdölbasiert und beinhaltet somit Paraffine (auf der Packung erkennbat als Paraffinum liquidum). Ökotest fand heraus, dass paraffinhaltige Kosmetikprodukte mit MOAH verunreinigt sein können. Bei Nivea ist das bei den meisten Cremes im Ökotest der Fall gewesen.

La Mer und Mineralöl

Mieralöl ist auch neben Rohöl, Paraffinwachs und Erdöl auch in der Hautcreme von La Mer enthalten. Die Redaktion des Magazins Was lohnt sich? hat hier bereits ihr Urteil über die Creme von La Mer abgegeben. Die günstigen Inhaltsstoffe ohne große Wirkung führt dazu, dass das Urteil negativ ausfällt

Vergleichbare Textur

Beide Cremes sind sehr dick und ähneln eher einer Paste oder einem Balm. Hier wird schnell erkennbar, dass beide Cremes nichts für ölige Haut sind. Die Cremes eignen sich von der Textur eher für trockene Haut oder trockene Hautstellen am Körper.

Unterschiede in der Verpackung

Natürlich entscheiden die beiden Cremes sich auch in der Verpackung. Die Nivea Creme kommt in einem Alu-Tigel, währenddessen La Mer ein Glas-Tigel zum Zuschrauben hat. So kann die Creme nicht auslaufen. So sieht die Creme von La Mer sehr viel edler aus.

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Das Badezimmer verrät sehr viel darüber, wie jemand lebt. Foto: istock/AleksandarNakic / Foto: istock/AleksandarNakic /

Das sagen die Käufer:innen

Die Käufer:innen der Nivea-Creme sind überwiegend zufrieden. Die meisten benutzen die Creme für ihre trockene Haut. Der einzige Punkt, der bemängelt wird, sind die Inhaltsstoffe.

Die Käufer:innen der La Mer Creme sind auch überwiegend zufrieden. Wenn hier etwas bemängelt wird, dann sind es die wenigen wirksamen Inhaltsstoffe, da zum Beispiel die zugesetzten Algen nicht viel nachweislich für die Haut machen.

Bei beiden Cremes beschwerten sich Nutzer:innen darüber, dass sie nach der Benutzung Hautirritationen hatten.

Ist eine der Cremes wirklich besser?

Viele Nutzer:innen sind von der La Mer Creme trotz der ähnlichen Basis überzeugt.

Fakt ist: Beide Cremes haben eine recht feste Textur, die am besten für trockene Haut geeignet ist. Menschen, die auf Gerüche empfindlich reagieren, sollten lieber zu anderen Cremes greifen, denn beide Varianten enthalten Parfum.

Wer bei seiner Hautroutine möglichst luxuriös gestalten möchte und viel Wert auf den Wellness-Aspekt legt, greift eher zur Luxus-Variante. Wer trockene Haut hat und nicht zu viel ausgeben möchte, der kann auf Nivea setzen. Viel Spaß beim Ausprobieren.

Alternativen zu La Mer und Nivea

Leider enthalten beide Cremes Parfum, welche besonders für empfindliche, trockene Haut reizen kann. Es gibt aber auch Cremes ohne hautreizende Stoffe, die für die Haut besser geeignet sind. Gerade bei den Firmen La Roche Posay oder CeraVe wird man bei trockener Haut fündig.

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