Bei der Höhle der Löwen wird es wieder einmal haarig! Beim Pitch von Fairtye (ursprünglich Fairhair) stellen die beiden Gründer Fabian Frei (33) und Wolfgang Schimpfle (32) ihre neuen nachhaltigen Haargummis vor. Die beiden werben mit dem Slogan: “SEI TEIL DER HAARGUMMI-REVOLUTION“. Was es mit dieser angeblich so haarigen Revolution auf sich hat, hat sich wmn.de mal genauer angeschaut.  

Nachhaltige Haargummis: Das ist Fairtye

Seit dem Pinky-Gloves-Gate, stehen Produkte, die bei der Höhle der Löwen von männlichen Personen vorgestellt und hauptsächlich von einer weiblichen Zielgruppe gekauft werden sollen, vielleicht etwas kritischer gegenüber.

Doch wir können aufatmen, denn die stylischen Haargummis gibt es nicht nur in der Farbe Pink, sondern auch in anderen Farben wie trendigem Mint, Schwarz oder Grau. Und lange Haare sind bei Weitem nicht nur eine weibliche Angelegenheit!

Die beiden Gründer von fairtye
Die Gründer von fairtye: Fabian Frei (l.), Wolfgang Schimpfle stellen ihr Produkt vor. Foto: RTL / Bernd-Michael Maurer

Fairtye: Das kann das nachhaltige Haargummi

Laut Website können die Haargummis allerdings noch viel mehr, als deine wallende Mähne im Zaum zu halten. Denn sie bestehen aus:  

  • 75 Prozent Biobaumwolle. Diese findest du in der Regel hauptsächlich in deinen Klamotten. In Accessoires soll der Stoff bisher eher weniger vertreten sein und die Gründer haben es sich zur Aufgabe gemacht, dies zu ändern. 
  • 25 Prozent Naturkautschuk. Das ist laut Definition ein gummiartiger Stoff im Milchsaft (Latex) vieler verschiedener Kautschukpflanzen. Es soll robuster sein als das künstliche Äquivalent und für die notwendige Elastizität im Haargummi sorgen. Es gilt außerdem als nachwachsender Rohstoff.
  • Nachhaltige Rohstoffe. Es wird außerdem ROICA in der Produktion verwendet. Roica ist ein aus recyceltem Plastik produziertes und wiederum vollständig recycelbares Elastan. 
Die nachhaltigen Haargummis gibt es in verschiedenen Ausführungen.

Außerdem sollen die Haargummis sehr widerstandsfähig sein und deshalb lange halten. Wenn sie ausleiern, sollst du sie einfach im Wasser aufkochen können und sie ziehen sich wie von Zauberhand wieder zusammen.

Es wird damit geworben, dass sich keine nervigen und haarschädigenden Metallteile und Sollbruchstellen an dem Gummi befinden, dies ist allerdings bei den handelsüblichen Alternativen bereits in der Regel der Fall. Die Gründer verzichten ebenfalls auf Plastikverpackungen und haben sich für eine nachhaltige Alternative aus recyceltem Karton entschieden. 

Preislich gesehen befinden sich die Haargummis im etwas höheren Bereich, was Haargummi-Preise betrifft. So kosten die in Augsburg produzierten Bio-Haargummis ungefähr fünf bis 14 Euro, je nach Verpackungsgröße und Farben.

Haarige Angelegenheit: Fairtye im Test  

Aber woher wissen die Juroren und Gründer, wovon sie reden, lange Haare hat immerhin nur einer von ihnen! In der Sendung fällt es vor allem den männlichen Juroren mit Kurzhaarfrisur schwer, die nachhaltigen Haargummis zu testen. So greifen sie kurzerhand zur Fake-Löwenmähne und setzen sich Perücken auf. Für einen kurzen Test reicht es immerhin. 

Juroren mit Perücken
Nico Rosberg (l.) und Dr. Georg Kofler tragen Perücken zum Test der Haargummis. Foto: RTL / Bernd-Michael Maurer

Nachhaltige Haargummis: Die Alternativen

Nachhaltige Haargummis gibt es mittlerweile wie Sand am Meer, so bieten Marken wie Nofu, Degree Clothing und veastore ähnliche Produkte aus ähnlichen Materialien an. Gerade die Biobaumwolle scheint hier ein gefragtes Material zu sein. Ganz so umweltfreundlich ist die Biobaumwolle allerdings auch nicht, jedoch eine der besten nachhaltigen Ressourcen.

Immerhin verbraucht sie 91 Prozent weniger Wasser als herkömmliche Baumwolle und verursacht weniger Treibhausgasemissionen. Auch Naturkautschuk ist ein beliebtes Material in den verschiedenen nachhaltigen Haargummis. Von den Materialverwendungen her ähneln sich die meisten Produkte sehr.

Ein lohnenswerter Trend, der vor auf der Plattform Vinted seit einiger Zeit herumgeistert, sind selbstgenähte Scrunchies aus alten Haargummis und altem Stoff. Sorry, liebe Gründer: Das ist wohl die nachhaltigste Form der Wiederverwertung. 

Scrunchie in Hand
Nachhaltige Haargummis können auch selbst gemacht werden. Foto: Pexels / Lisa Fotios

Nachhaltige Haargummis: Aus alt mach neu! 

Fest steht für uns: Das Rad neu erfunden haben die Gründer Fabian Frei und Wolfgang Schimpfle mit der Haarrevolution nicht. Der Markt gibt mittlerweile schon einige nachhaltige, preislich vergleichbare Haargummi-Alternativen made in Germany her.

Allgemein bieten nachhaltige Haargummis jeglicher Marken eine gute Alternative zu herkömmlichen Haargummis. So ist unser Urteil zu Faitye deutlich: Nice to have, aber es ist keine allzu neue Erfindung. Den Haargummis würden wir trotzdem eine Chance geben.

Wenn du die Haargummis testen möchtest, kannst du sie hier ergattern. 

Weiterlesen:

NUI Cosmetics im Faktencheck: tierversuchsfrei, vegan & Naturkosmetik?
Die Höhle der Löwen: Diese Gründer:innen haben mit ihren Produkten ausgesorgt
Dieser Hack verschafft deinem Pferdeschwanz Volumen
Invisibobble-Haargummis: Mit diesem Hack leiern sie nicht mehr aus