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5 Fakten über Quengelware bei Aldi & Co.: So werden wir alle manipuliert

Quengelware an Supermarktkassen, hat schon so manches Elternteil zum Verzweifeln gebracht. Wir haben für dich 5 Fakten, die dich nochmal ganz anders auf Quengelware schauen lassen.

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An der Supermarktkasse: Quengelware macht nochmal ordentlich Umsatz. Foto: IMAGO / photosteinmaurer.com

Quengelware ist die Verarschemasche der Supermärkte. Sie bringt dich dazu, zum Ende deines Einkaufs noch einmal schwach zu werden und Geld auszugeben – meist aber für Ungesundes, Unnützes und vollkommen Überteuertes.

Eine Kaugummi-Packung hier, ein Überraschungsei dort: Wir alle haben bei den bunten Aufstellern vor der Kasse bestimmt schon mehr Geld gelassen, als uns lieb ist. Dass hinter dem Ganzen eine Strategie steckt, macht es nicht gerade besser. Wir haben fünf Quengelware-Hacks für dich, die dir die Augen öffnen werden.

Woher kommt der Begriff Quengelware überhaupt?

Quengelware heißt es deshalb, weil diese Produkte vor allem quengelnde Kinder ansprechen sollen. Du bist doch sicher auch schon mal Zeuge von einem schniefenden Kind geworden, dass ein Ü-Ei in seinen Patschhänden hält und sich weinend vor Mamas Füße wirft, um das Objekt der Begierde mit nach Hause nehmen zu dürfen.

In genau solchen Situationen reiben sich Supermärkte die Hände, denn nicht alle Eltern bleiben standhaft und so findet die eine oder andere Süßigkeit doch ihren Weg in den Einkaufswagen.

1. Koalition gegen Quengelware

Mit der Kampagne „Gesunde Ernährung stärken – Lebensmittel wertschätzen“ von 2015, möchte die (alte) Bundesregierung vor allem Kinder und Jugendliche an gesunde Ernährung heranführen und gegen den Anstieg ernährungsbedingter Erkrankungen vorgehen. Außerdem hat sich die Bundesregierung, damals noch aus SPD und CDU/CSU bestehend, das Ziel gesetzt, Süßigkeiten von den Kassen der Supermärkte zu verbannen. Jedoch klingt das leichter, als es getan ist. Denn Kassen mit Quengelware sind eindeutig umsatzstärker als Kassen ohne Süßigkeiten. Das bedeutet: Den Supermärkten gefällt dieses Vorhaben gar nicht. Allerdings muss die Koalition etwas tun, denn in Deutschland nehmen Krankheiten wie Übergewicht, Fettleibigkeit und Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu. Und der Grundstein für so ein Essverhalten wird nun mal im Kindesalter gelegt.

Die Ampel-Koalition hat sich noch nicht zu diesen Vorhaben geäußert. Eine Neuerung, die ebenfalls auf die Ernährung von Kinder abzielt, ist das Vorhaben, dass Werbungen für Lebensmittel mit hohem Zucker-, Salz oder Fettgehalt in Zukunft nicht mehr in Kindersendungen bis 14 Jahre laufen dürfen.

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Die Bundesregierung möchte zunehmend Quengelware aus dem Kassenbereich verbannen. Foto: IMAGO / Sven Simon

Übrigens: Hast du schonmal von einer Zuckersucht gehört? Wir verraten dir, welche Symptome darauf hinweisen, dass du eine Zuckersucht hast.

Bis heute konnte komplett süßigkeitenfreie Supermarktkassen in Deutschland nicht durchgesetzt werden. Lediglich einige Discounter bieten einzelne Kassen ohne Quengelware an.

2. Lidl verbietet Quengelware in Großbritannien

Großbritannien ist, was das angeht, schon ein ganzes Stück weiter. 2014 hat Lidl dort nämlich angekündigt, Süßigkeiten und andere Quengelware aus dem Kassenbereich aller 600 Filialen zu entfernen. Stattdessen werden dort seitdem Obst, Nüsse, Trockenobst und Säfte angeboten.

So können Eltern in Zukunft auch mal mit gutem Gewissen nachgegeben, wenn das Kind einen grünen Smoothie will…

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Kinder trinken frische Säfte genauso gerne wie süße Softdrinks. Foto: shutterstock/ Anastasia_Vishn

3. Buchempfehlung: Leo, Hanna und die Werbehexen

Dieses Buch versucht Kindern spielerisch beizubringen, wo überall Werbung versteckt ist und was das mit ihnen macht. Dabei wird eine junge Familie mit den Kindern Leo und Hanna begleitet, die in verschiedenen Kapiteln den Werbehexen auf die Spur kommen und so zu Detektiven werden. Am Ende durchschauen sie die Verkaufsstrategien so gut, dass sie sogar Mama und Papa dabei erwischen, wie sie auf die Tricks der Hexen hereinfallen. Denn Kinder wollen nicht belogen und veräppelt werden!

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Leo & Hanna wollen sich nicht länger veräppeln lassen und decken die Tricks der Werbehexen auf. Foto: midas Gregory Zäch [M] Canva

4. Quengelware für Erwachsene

Zwar zielt die Quengelware hauptsächlich auf Kinder ab, aber auch Erwachsene werden fündig und hin und wieder mal schwach. Denn natürlich haben auch die Kassenaufsteller ein System. Ganz unten, wo sich Erwachsene hinsetzen müssten, gibt es Süßigkeiten wie Ü-Eier, Kekse und Kaubonbons, eben alles, was das Kinderherz höherschlagen lässt.

Ganz oben, dort, wo der Blick der Erwachsenen hinfällt, gibt es allerdings Alkohol, Kaugummis und Pralinen. All die Dinge, die Kinder nicht interessiert, wo aber Mama und Papa schnell mal schwach werden.

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Gerade Alkohol ist von Schummelpreisen betroffen. Rechne also lieber zweimal nach… Foto: IMAGO / Westend61

5. Beispielrechnungen: Ist Quengelware teurer als die normalen Größen?

Damit du in Zukunft hoffentlich seltener zur Quengelware greifst, haben wir abschließend mal drei Bespielrechnung für dich gemacht, denn manchmal helfen schließlich nur die blanken Zahlen…

Eine normale Packung Ferrero Rocher Pralinen à 200g kostet bei Rewe 3,49 €. Die abgespeckte Version, die du an der Kasse findest, fasst 50g und kostet 1,39 €. Wenn man das also beides auf 100g aufrechnet, kostet die kleine Version gut 1 € mehr.

Weiter geht’s mit Skittles. Die bunten Kaubonbons gibt es in einer 160g Packung für 1,29 € bzw. auf 100g gerechnet für 0,81 €. Die kleine Version davon wiegt 38g und kostet 0,69 € bzw. 1,82 € auf 100g. Somit kostet auch die kleine Packung Skittles rund 1 € mehr.

Zu guter Letzt das krasseste Beispiel: Wodka Gorbatschow. Wir alle kennen die kleinen Flaschen, die im Kassenbereich auf uns warten. So eine Flasche beinhaltet 0,1l und kostet 1,99 €. Ihr großer Bruder hingegen fasst 0,7l und kostet „nur“ 7,99 €. Wenn man also beide Preise auf 1l ausrechnet, trennt die beiden Flaschen unglaubliche 8,50 €. So wirst du mit Quengelware über den Tisch gezogen…

Fazit: Bleib stark am Kassenband!

Natürlich ist Quengelware verlockend, keine Frage! Trotzdem solltest du stark bleiben, wenn sich deine Kinder vor dir auf den Boden werfen. Und auch bei dir selbst: Sollte das Craving nach einer Packung Skittles so groß sein, dann sei dir darüber bewusst, dass die kleine Packung ein tieferes Loch in deinen Geldbeutel reißt als die große. Ungesund ist beides, aber mit den Großpackungen sparst du im Prinzip Geld.

Weitere Strategien und Aufreger der Supermärkte gefällig?