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Thanksgiving: Alles Wissenswerte rund um den amerikanischen Feiertag

Am 25. November feiern die US-Amerikaner einen ihrer wichtigsten Feiertage: Thanksgiving. Warum und wie wird das Fest gefeiert?

Ein üppiges Abendessen mit Truthahn gehört in den USA an Thanksgiving einfach dazu.. © LightField Studios/Shutterstock
Ein üppiges Abendessen mit Truthahn gehört in den USA an Thanksgiving einfach dazu.. © LightField Studios/Shutterstock

In den USA ist es für viele Familien wichtiger als Weihnachten und auch in Kanada wird es gefeiert: Thanksgiving. Das amerikanische Erntedankfest ist den Menschen außerhalb Nordamerikas hauptsächlich aus Filmen und Fernsehserien wie der Kultsitcom „Friends“ bekannt. So richtig weiß man hierzulande dennoch nichts damit anzufangen, denn mit alten europäischen Traditionen hat Thanksgiving eigentlich nichts wirklich gemein. Warum wird das Fest immer am vierten Donnerstag im November – in den USA dieses Jahr am 25. November – gefeiert? Welche Traditionen sind damit verbunden und was hat der „Black Friday“ damit zu tun?

1621 feierten die Pilger mit den Indianern das „Erste Thanksgiving“

Die Grundidee des US-amerikanischen Thanksgiving basiert der Encyclopedia Britannica zufolge auf dem „Ersten Erntedankfest“. Die britischen Pilger feierten es 1621 gemeinsam mit Vertretern des Wampanoag-Stammes in Plymouth, Massachusetts, um für die Ernte und die guten Ereignisse des vergangenen Jahres Dank zu sagen.

Teilweise sind noch heute einige der traditionellen Zutaten von damals Teil des Thanksgiving-Dinners, zu dem unter anderem Kartoffeln, Cranberry-Sauce, Kürbiskuchen und ein Truthahn mit Brotfüllung gehören. Ein noch lebendes Exemplar der Vögel begnadigt der US-Präsident traditionell jedes Jahr kurz vor dem Fest.

Anders als die US-Amerikaner, die Thanksgiving immer am vierten Donnerstag im November feiern, zelebrieren die Kanadier ihr Erntedankfest bereits mehr als einen Monat früher – am zweiten Montag im Oktober. Was beide Nationen jedoch eint, ist die Tatsache, dass das lange Thanksgiving-Wochenende das reiseintensivste des ganzen Jahres ist.

Da nicht überwiegend – wie an Weihnachten – nur die Kernfamilien gemeinsam feiern, sondern auch entferntere Verwandte und Freunde, legen die meisten Amerikaner vor und nach dem Fest lange Strecken zurück. Staus auf den Straßen und überfüllte Flughäfen gehören somit zu Thanksgiving wie Truthahn mit Füllung.

Erholung, Spaß und Football am langen Wochenende

Die US-Amerikaner, die von 30 Tagen bezahltem Urlaub im Jahr in vielen Fällen nur träumen können, lieben Thanksgiving aber nicht nur wegen des guten Essens und der Familientreffen. Das lange Wochenende, das häufig dank eines Brückentages vier Tage dauert, ist auch aus Erholungsgründen wichtig und bietet viel Freizeit, um Dinge zu tun, die sonst auf der Strecke bleiben – beispielsweise Sport treiben oder Ausflüge unternehmen.

Und American Football schauen. Kaum ein Thanksgiving-Wochenende kommt in den USA ohne das gemeinsame Anfeuern des jeweiligen NFL- oder College-Footballteam-Favoriten aus. Seit 2006 finden am Thanksgiving-Donnerstag selbst drei Spiele statt, mit dabei sind traditionell die Dallas Cowboys und die Detroit Lions. Zu dem Duft eines stundenlang im Ofen vor sich hin schmorenden Truthahns gesellt sich bereits nachmittags also häufig lautstarkes Gejohle und das Zischen sich öffnender Bierdosen.

„Macy’s Thanksgiving Day Parade“ lockt vor die Fernseher, Shopping-Wahnsinn am „Black Friday“ in die Läden

Kinder freuen sich jedes Jahr besonders auf eine weitere Tradition, die die Kaufhauskette Macy’s 1927 ins Leben rief: die „Macy’s Thanksgiving Day Parade“, die sich durch die Straßen New York Citys zieht und jährlich bis zu 250.000 Zuschauer anlockt. Zu Beginn gehörten echte Tiere dazu, 1927 ersetzte man sie durch überdimensionale Ballons, die heute wie bekannte Zeichentrickfiguren oder Comic-Helden aussehen – zum Beispiel SpongeBob oder Spider-Man.

Auch bekannte Musikstars sind oft Teil der Parade, die seit 1948 landesweit im Fernsehen übertragen wird. Im ersten Corona-Jahr 2020 fand sie in einer verkürzten Form und unter besonderen Hygieneauflagen statt. 2021 soll sie wieder in ihrer üblichen Form durch die Straßen des Big Apple ziehen. Laut der offiziellen Webseite sorgt die New Yorker Polizei dafür, dass Corona-bedingte Zuschauerbegrenzungen eingehalten werden.

Traditionell gibt das Thanksgiving-Wochenende in den USA außerdem den Startschuss fürs Weihnachtsshopping. Der „Black Friday“, der nichts mit dem denkwürdigen Börsencrash 1929 zu tun hat, ist seit 2013 auch in Deutschland für besondere Angebote im Einzelhandel bekannt.

In den USA existiert er jedoch schon länger und ist unmittelbar mit der US-Version des Feiertages verbunden. Viele Geschäfte öffnen an dem Brückentag bereits in den frühen Morgenstunden ihre Pforten, um kaufwütige Weihnachtsshopper zu begrüßen. Analog zum „Black Friday“ feiert der Online-Handel seit einigen Jahren am darauffolgenden Montag den „Cyber Monday“.

(wag/spot)