Es sollte das höchste Hotel der Welt werden. Doch das „Ryugyong“ wurde Nordkorea zum Verhängnis. Heute kennt man es als das „Hotel der Verdammnis“.

Nordkorea ist nicht gerade das Reiseland Nummer eins. Das hielt den einstigen Machthaber Kim Jong-Il (1941-2011) aber nicht davon ab, ein Hotel von gigantischen Ausmaßen in Pjöngjang in Auftrag zu geben. Das war 1987, seitdem wird am Ryugyong mal mehr, mal weniger gearbeitet. Die 3.000 Zimmer auf 105 Stockwerken warten nach wie vor auf Gäste.

Wie eine riesige Pyramide ragt das Ryugyong-Hotel in den Himmel über Pjöngjang. Das war es dann aber auch schon mit der Herrlichkeit architektonischer Baukunst. Denn das einstige Vorzeigeprojekt der kommunistischen Führung wurde nie vollendet – aus offensichtlichen Gründen. Nordkoreas Wirtschaft ist seit jeher am Boden, nach außen wird ein anderes Bild getragen: Mit 330 Metern Höhe, rund 360.000 Quadratmetern Nutzfläche, 3.000 Zimmern auf 105 Etagen, Casinos, Nachtclubs und Lounges sollte es ein echtes Prestigeprojekt werden.

„Hotel der Verdammnis“ wartet auf Gäste

Das geriet 1993 ins Stocken wegen Ressourcenmangels – kein Geld, kein Material, kein fertiges Hotel! Darauf folgten 16 Jahre Stillstand. 2008 griff ein ägyptisches Konsortium ein, mit dem Ergebnis, dass der Bau zumindest eine Glasfassade bekam. Auch die Hotelkette Kempinski war an einer Beteiligung interessiert, die Pläne dafür wurden aber 2013 auf Eis gelegt, wie „Bloomberg“ damals berichtete.

Seitdem wartet das „Hotel der Verdammnis“, wie es im Volksmund genannt wird, auf seine Eröffnung und Gäste. Beides ist auch auf 330 Metern Höhe nicht in Sicht.

(kms/spot)