Im Dezember 2021 sind viele Meldungen über gefälschte Impfpässe eingegangen. Das Online-Magazin Stern berichtete am 26.12.2021 von über 11.000 laufende Verfahren, die wegen gefälschter Impfzertifikate laufen. Die Dunkelziffer wurde aber als weitaus höher angenommen. Damals war es spielend leicht, eine Corona-Impfung zu fälschen: Man brauchte nur einen Blanko-Pass oder seinen alten Impfpass und trug selbstständig die erste und die zweite Corona-Impfung dort ein.

Heute soll es weitaus schwieriger sein, einen Impfpass zu fälschen. Woran man einen gefälschten Impfpass erkennt und wie diese aussehen, erfährst du hier.

Der gelbe Impfpass zählt nicht mehr: Nur noch ein digitales Impfzertifikat ist in Deutschland zulässig, um am öffentlichen Leben teilzunehmen. Dazu gehören Aktivitäten wie in Restaurants und Theater gehen, aber auch ein Flugzeug zu besteigen.

So ist es selbst für Ungeimpfte, die sich einen gefälschten Impfpass besorgt haben, nicht mehr sinnvoll, diesen vorzuzeigen. Nur wenn dieser digitalisiert wurde, ist der Impfnachweis zulässig.

Wie kommt man an einen Blanko-Impfpass?

Die Impffälscher:innen haben mehrere Möglichkeiten, an einen Impfpass heranzukommen. Entweder nutzen sie ihren alten Impfausweis und tragen selbstständig eine Corona-Impfung inklusive einer Chargennummer ein.

Es gibt aber auch zahlreiche Foren im Netz, auf denen man Blanko-Impfausweise bestellen kann. Diese gleichen den deutschen Impfbüchern genau und haben sogar eine zusätzliche Covid-19 Impfseite. Diese Bücher sind schon für gut drei Euro zu haben. Die besagten Websites verlinken wir hier aus offensichtlichen Gründen nicht.

Ein Impfpass, der auf diese Weise gefälscht ist, unterscheidet sich optisch also nicht von einem gewöhnlichen Impfbuch.

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Frau zeigt stolz ihnen Impfpass nach dritter erfolgter Booster-Impfung mit BioNTec gegen Covid-19, Sars-CoV-2, Corona-Krise, Stuttgart, Baden-Württemberg, Deutschland. Foto: IMAGO / Michael Weber

Wie digitalisiert man einen gefälschten Impfpass?

Zu Beginn der Impfkampagne in Deutschland war es noch recht einfach, seinen gefälschten Impfpass digitalisieren zu lassen. Dafür musste man nur die Corona-Impfungen in das Buch eintragen und damit zu einer Apotheke gehen. Diese digitalisierten die Impfbücher gewissenhaft.

Eine gefälschte Impfung zu digitalisieren ist aber dieser Tage gar nicht mehr so einfach. Apotheker:innen können nämlich seit Dezember letzten Jahres die Chargennummern der Impfung online abrufen, bevor sie ein digitales Zertifikat erstellen, so berichtet die Apotheken-Umschau.

Was ist eine Chargennummer?

Die Chargennummer bezieht sich auf die Charge, in welcher eine Impfung hergestellt wurde. Impfstoffe der gleichen Chargennummer wurden unter den gleichen Bedingungen und zur gleichen Zeit hergestellt.

Wie kamen die Impffälscher:innen an die Chargennummern?

Es ist noch immer möglich, an Informationen über Chargennummern heranzukommen. Man braucht nur ein Foto eines gültigen Impfpasses, der in den letzten Monaten ausgefüllt wurde. Auf Social Media teilten in den letzten Monaten viele ihre Impfpässe mit den dazugehörigen Chargennummern. Viele Influencer:innen wollten damit einen Aufruf zum Impfen machen, jedoch wurden ihre Online-Bilder für das Fälschen von Impfpässen missbraucht.

Omikron-Welle und die Booster-Impfung

Durch die Corona-Variante Omikron und die Booster-Impfung, die als Auffrischung vergangener Impfungen dienen soll, kommt bei vielen Menschen erneut die Frage auf, wie man eine dritte oder sogar vierte Impfung fälscht.

Fälschungen auszustellen wird immer schwieriger

Durch das Online-Abrufen von Impf-Chargen ist es tatsächlich beinahe unmöglich geworden, einen Impfpass zu fälschen. Man führte einen weiteren Sicherheitsfaktor ein: So wird zusätzlich geprüft, ob eine bestimmte Chargennummer an dem Tag und zum Zeitpunkt der Impfung tatsächlich in der angegebenen Praxis beziehungsweise dem angegebenen Impfzentrum verimpft worden ist.

Bei Corona-Selbsttests können Fehler das Ergebnis beeinflussen.. © Jan von nebenan/Shutterstock
Bei Corona-Selbsttests können Fehler das Ergebnis beeinflussen.. © Jan von nebenan/Shutterstock

Impfpass fälschen? Urkundenfälschung ist kriminell

Noch immer schaffen es Impfgegner:innen und Impfskeptiker:innen, gefälschte Impfpässe digitalisieren zu lassen. Das ist allerdings Urkundenfälschung und wird hart bestraft. Es kann eine Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren oder eine ordentliche Geldstrafe winken.

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